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Der Landschaftspark Hoheward

Halde Hoheward • Halde Hoppenbruch • Drachenbrücke • Zeche Ewald • Ewaldsee

Während der Fahrt auf der A2 erblickt der Autofahrer zwischen dem Autobahnkreuz Recklinghausen und der Ausfahrt Herten große, seltsame Bögen, die sich hoch oben auf einem Berg erheben. Sie stellen die größte Landmarke auf einer Bergehalde im Ruhrgebiet dar und markieren zugleich die Lage einer der spannendsten und beeindruckendsten Haldenlandschaften, die das Revier zu bieten hat.

Der Landschaftspark Hoheward, ehemals Landschaftspark Emscherbruch bezeichnet, erstreckt sich auf etwa 220 ha Fläche zwischen dem Fluss Emscher und der Autobahn A2 über die Stadtgrenze von Herten und Recklinghausen und liegt damit im nördlichen Ruhrgebiet. Etwa um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert war der Emscherbruch bzw. die Hertener Mark eine weite Wald- und Wiesenlandschaft, die vom seinerzeit noch mäandrierenden Flüsschen durchflossen wurde. Dies änderte sich schlagartig mit der Nordwanderung des Bergbaus und der Gründung von Kohlezechen und Zechensiedlungen. Die Zechen expandierten, machten Herten gemessen am geförderten Volumen zu Europas Bergbaustadt Nr. 1 und zu Tage gefördertes unverkäufliches Nebengestein, sogenanntes Bergematerial, wurde zu vier großen Bergehalden aufgeschüttet. Zusammen bilden sie heute die größte Haldenlandschaft im Ruhrgebiet und vom europäischen Kontinent. Aus der flachen Wald- und Sumpflandschaft des Emschertals wurde ein eindrucksvolles, vollständig vom Menschen gemachtes Gebirge.

In der folgenden Abbildung ist der Kern des Landschaftsparks Hoheward abgebildet. Die beiden großen Haldenkomplexe Hoheward und Hoppenbruch sind im Luftbild gut zu erkennen. In der linken Hälfte liegt der Ewaldsee. Zwischen Halde und See ist die Zeche Ewald. Alle markierten Orte und Sehenswürdigkeiten des Landschaftsparks werden in diesem Beitrag vorgestellt.

Übersichtskarte Landschaftspark Hoheward, Halde Hoheward, Halde Hoppenbruch, Zeche Ewald, Ewaldsee

 

Informationen zur Anreise zum Landschaftspark Hoheward

Anreise zur Halde Hoheward, zur Zeche Ewald, zur Halde Hoppenbruch und zum Ewaldsee

Tourist-Information | Besucherzentrum Hoheward: Werner-Heisenberg-Straße 14 bzw. für Navis: Ewaldstraße 261 in 46599 Herten
Infopunkt: Cranger Straße 11 in 45661 Recklinghausen (Nähe Drachenbrücke)

Anreise mit dem Auto – passend zur Karte oben mit den markierten Parkplätzen:

► Zur Halde Hoheward (Himmelsstiege / Am Handweiser): Auf der A2 bis zur Ausfahrt 7 Herten. Dort aus beiden Richtungen links abbiegen Richtung Herten auf die Münsterstraße, die unmittelbar hinter der Abfahrt an der Stadtgrenze in die Gelsenkirchener Straße übergeht. Dem Straßenverlauf ca. 3 km geradeaus folgen, wobei der Name abermals wechselt zur Herner Straße. Hinter der Autobahnbrücke liegt hinter der zweiten Nebenstraße rechts in der Straße Am Handweiser ein Parkplatz hinter einem Restaurant, der für die Öffentlichkeit freigegeben ist. Hier ist das untere Ende der großen Himmelsstiege auf die Halde.

► Zur Zeche Ewald, zum Ewaldsee, zur Halde Hoheward (Ewald-Empore) oder Halde Hoppenbruch: Auf der A2 bis zur Ausfahrt 7 Herten. Dort aus beiden Richtungen links abbiegen Richtung Herten auf die Münsterstraße, die unmittelbar hinter der Abfahrt an der Stadtgrenze in die Gelsenkirchener Straße übergeht. Nach ca. 700m an der ersten Kreuzung rechts in die Ewaldstraße. Sofort wieder links in die Albert-Einstein-Allee. Entweder im Bereich der Zeche Ewald parken und über den Doncasterplatz über die Ewald-Empore auf die Halde Hoheward oder die Ewaldstraße an der Ampel überqueren und dem Hauptweg durch den Emscherbruch ca. 900 m bis zum Ewaldsee folgen. Oder weiter auf der Straße fahren und vor der Linkskurve ganz am Ende parken, dem Weg weiter folgen und die Halde Hoheward von Süden besteigen oder auf die Halde Hoppenbruch.

Zieleingaben ins Navigationssystem:
Herner Straße, Kreuzung Am Handweiser in Herten. Achtung Stadtgrenze in der Nähe!
Albert-Einstein-Allee in Herten (alternativ: Ewaldstraße)

Geographische Koordinaten:
51°34'07.05"N, 7°10'05.25"E – Horizontobservatorium
51°33'58.68"N, 7°10'11.54"E – Sonnenuhr
51°34'21.73"N, 7°09'07.16"E – Ewald-Empore
51°34'23.14"N, 7°10'14.20"E – Himmelsstiege
51°34'19.86"N, 7°08'57.45"E – Zugang Zeche Ewald
51°33'55.82"N, 7°10'28.72"E – Zugang Drachenbrücke
51°33'42.43"N, 7°09'14.25"E – Halde Hoppenbruch mit Windrad
51°34'20.39"N, 7°08'47.53"E – Malakowturm Schacht I
51°34'21.79"N, 7°08'40.97"E – Besucherzentrum

51°34'13.20"N, 7°08'04.88"E – Ewaldsee
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32):
373040 m, 5714651 m – Horizontobservatorium

373155 m, 5714389 m – Sonnenuhr
371933 m, 5715132 m – Ewald-Empore

373225 m, 5715144 mHimmelsstiege
371745 m, 5715079 m – Zugang Zeche Ewald
373483 m, 5714293 m – Zugang Drachenbrücke

372039 m, 5713915 m – Halde Hoppenbruch mit Windrad
371554 m, 5715101 m Malakowturm Schacht I
371429 m, 5715147 m – Besucherzentrum
370728 m, 5714899 m – Ewaldsee

Nützliche Informationen zum Lesen der Koordinaten und Verwendung in GPS-Geräten bietet der Beitrag Anreise, GPS und Co.

Externer Link Externer Link

Anreise mit Bus und Bahn:

► Zur Halde Hoheward: Mit RB 42 oder S2 bis Recklinghausen Süd, dann mit Buslinie 210 (auch aus Herten Mitte) bis zur Haltestelle Neue Horizonte. Von Herten fährt die Linie 234 ebenfalls bis zu dieser Haltestelle.

► Zur Zeche Ewald, zum Ewaldsee, zur Halde Hoheward (Ewald-Empore), Halde Hoppenbruch: Mit dem Bus der Linie SB27 von Wanne-Eickel Hbf., Marl-Mitte oder Herten bis Bergwerk Ewald 1/2 (näher an der Zeche Ewald) oder Tennisplatz (näher an der Halde). Wanne-Eickel Hbf. wird mit Zügen der Linien RE 2 und 3, RB 42, 43 und 46 sowie S2 erreicht, Marl-Mitte durch die S-Bahn S9. Herten selbst hat keinen Anschluss an die Eisenbahn. Von beiden Haltestellen und / oder der Zeche Ewald jeweils nach Osten und dann der Albert-Einstein-Allee bis zum Ende folgen. Hier geradeaus bzw. nach einigen Metern rechts auf die eigentliche Halde abbiegen. Der Fußweg bis zum eigentlichen Haldenzugang beträgt 1,5 Kilometer bzw. 850 Meter (Hst. Tennisplatz).

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Nah an der Zeche Ewald und damit dem Westzugang der Halde verläuft der Emscher-Park-Radweg. Im Süden führt der Emscher-Radweg in der Nähe vorbei. Über die Grimberger Sichel bietet sich ein Abstecher von der Erzbahntrasse an. Direkt vor der Halde Hoheward endet der Themenweg auf der Allee des Wandels.

Kartenmaterial / Literatur: In den rechts dargestellten gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführer ist die Region des in diesem Beitrag beschriebenen Ortes abgebildet. Die thematisch passenden Bücher sind zur Vertiefung empfohlen.

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Kombiniert werden kann der Besuch im Landschaftspark mit dem kleinen Stadtteilpark Hochlarmark am Ende der Drachenbrücke und mit der Dreieck-Siedlung. In der Nähe liegt auch Schloss Herten in einer hübschen Parkanlage, die über die "Kunstachse Burgenland" an den Landschaftspark Hoheward angebunden ist. Gut erreichbar sind die historische Innenstadt von Recklinghausen oder die ZOOM-Erlebniswelt. Für Radfahrer ist eine Tour auf der Allee des Wandels empfehlenswert oder ein Abstecher zur Erzbahntrasse möglich.

 

Die Großhalde Hoheward

Beeindruckende Aussichten, tolle Kunstwerke und gescheiterte Landmarken bietet die Halde Hoheward heute. Doch um die Entstehung des heutigen Gebirgszuges an der Autobahn A2 neben der Zeche Ewald zu verstehen, muss man einige Jahre in die Vergangenheit blicken – als hier noch zwei kleinere Halden, ein besiedeltes Tal dazwischen und keinen Haldentourismus gab.

In den Achtzigerjahren existierten im Hertener Süden drei große und voneinander deutlich abgegrenzte Bergehalden, die Halde Hoppenbruch im Süden, die Halde Ewald I / II / VII im Westen und die Halde Emscherbruch im Osten. Dabei sind die letztgenannten Halden ehemalige Mülldeponien, die mit Bergematerial überdeckt wurden. Zwischen den Halden Ewald und Emscherbruch verlief die Hohewardstraße im entstandenen gleichnamigen Tal zwischen den künstlichen Bergen. Hier befand sich auch eine kleine Siedlung. Aus der Not, dass die Halden ihre Kapazitätsgrenze bald erreichen würden, entschloss man sich Ende der 1970er Jahre zum Überschütten des sogenannten Hohewardtals zwischen den Halden. Dabei sollte unter Zusammenlegung und Erweiterung der bestehenden Halden eine Großhalde entstehen, die die größte in Europa werden sollte. Es formierte sich massiver Protest aus der Bevölkerung und im November 1980 bildete sich die Bürgerinitiative „Halde“, aus der das heutige Pro-Herten hervorging. Neben den optischen Bedenken wurden vor allem auch solche zur Auswirkung auf den Wohnwert, das Klima und dabei insbesondere die Windverhältnisse und Belüftung des in sanfter Tallage liegenden Hertens während Inversionswetterlagen in Zusammenhang mit dem zeitgleich südlich der Halde errichteten Rohstoffrückgewinnungszentrum Ruhr (RZR) diskutiert. Gesundheitliche und ökologische Folgen sowie Folgekosten waren weitere Themen. Gefordert wurde der ein erhöhter Versatz, also die Verfüllung alter Stollen durch Abraum unter Tage statt Aufhaldung über Tage. Einzelne Pläne des Kommunalverbands gingen zuvor sogar zu einem noch größeren Landschaftsbauwerk, das bis zur heutigen Mülldeponie Emscherbruch reichen und damit das Zechengelände Ewald, die Ewaldstraße und große Teile des Sumpflandes mit dem Ewaldsee überdecken sollte. Die Straße von Herten nach Herne hätte dann durch einen etwa 1,1 km langen Tunnel unter der Halde hindurchgeführt werden müssen. Die bald als Super-Halde oder Mammut-Halde mit "Gotthard-Tunnel" getaufte Anschüttung wurde allerdings in der Form nicht realisiert – eine separate Aufschüttung westlich der Hohewardstraße war allerdings noch einige Zeit im Gespräch, ist aber ausgeblieben.

Nach Eingeständnissen zur Durchführung der Schüttung und bei der Haldenform erfolgte ab dem Jahre 1985 die Verfüllung des Hohewardtals zwischen den einst unzusammenhängenden Einzelhalden Emscherbruch und Ewald. Dazu musste die dort befindliche Siedlung mit ca. 90 Häusern und 240 Bewohnern verlegt werden. Vor der Schüttung baute man im noch flachen Land eine Betonröhre und eine Eisenbahn zum Transport der Berge auf der Schiene statt auf der Straße. Diese Röhre wurde mit der Zeit zu einem Tunnel unter der Bergehalde. Damit ist dieser Tunnel einer der wenigen auf der Welt, die zeitlich gesehen vor dem Berg, den er untertunnelt, entstanden sind! Inzwischen ist die Eisenbahnstrecke stillgelegt und der Tunnel abgesperrt. Das Nordportal kann durch die direkte Lage am Fahrradweg "Allee des Wandels" besichtigt werden. Hier stehen sogar erhaltene Gittermasten am Wegesrand, die einst den Fahrdraht der elektrischen Oberleitung getragen haben. Einen Haldentunnel bieten sonst nur noch die Halde Großes Holz in Bergkamen samt Nachbarhalde Haus Aden 2 – Planungen sehen die Neunutzung des Tunnels als Radweg vor. Die Hohewardstraße ist seitdem im Norden und im Süden abgeschnitten und verdeutlicht durch eine gedachte Verbindung in Etwa die Lage des einstigen Hohewardtals zwischen den ursprünglichen Bergehalden.

Halde Hoheward aus der Ferne

Halde Hoheward, auf der Spitze ist das Horizontobservatorium erkennbar – Blick von einem Rastplatz an der Allee des Wandels

Die Großhalde Hoheward ist seitdem der größte Haldenkomplex im Landschaftspark, etwa 150 Meter über dem Meeresspiegel hoch und erhebt sich damit annähernd genau 100 Meter über die Umgebung. Die Halde ist die dritthöchste ihrer Art im Ruhrgebiet und wird nur durch zwei einzelne Halden – Oberscholven und Haniel – übertroffen, wobei nur die Halde Haniel für die Öffentlichkeit nutzbar ist. Derzeit ist ein kleiner Teil des Areals noch Betriebsgelände. Dennoch ist das Landschaftsbauwerk in großen Teilen für die Öffentlichkeit nutzbar gemacht worden.

30 Jahre nach den Planungen und Diskussionen präsentiert sich die Halde Hoheward als Anziehungspunkt für Touristen und Anwohner und wird in Reiseführern, Broschüren und Zeitschriften als sehenswertes Ausflugsziel beworben. Freizeit, Kultur, Wissenschaft und Naherholung sind die spannende und einzigartige Mischung auf der Halde. Es ist wohl der Bürgerinitiative und engagierten und hartnäckigen Bürgern zu verdanken, dass die Halde heute so aussieht, wie sie ist. Von fast einem Dutzend Zugänge führen Direktaufstiege und Serpentinenrampen auf die Großhalde. Auf einer Ebene etwa auf der Mitte des Hangs verläuft die Balkon-Promenade, an der immer wieder Balkone als Aussichtspunkte über dem Haldenhang zu finden sind. Sie führt außerdem über die U-förmige "Promenadenbrücke", die mit etwas Phantasie an die ähnliche Brücke über den Grand Canyon in den USA erinnert. Eine kleine Herausforderung stellt der Zugang von der Straße Am Handweiser im Nordosten dar, von dem die "Himmelsstiege" mit über 500 Stufen Wanderer vom Parkplatz direkt bis zum höchsten Plateau führt. Eine besondere Herausforderung ist das Erklimmen der Halde mit dem Fahrrad. Die Wege bergauf sind gut ausgebaut und beschildert. Immerhin wird man für die Mühe abgesehen von einer temporeichen Abfahrt auch mit einer tollen Aussicht belohnt.

Himmelsstiege Halde Hoheward

Himmelsstiege: Über 500 Stufen auf die Halde Hoheward

Himmelsstiege Halde Hoheward mit über 500 Stufen

Blick zurück vom Gipfel

Halde Hoheward

Aussicht von der Halde – Blick auf Halde Hoppenbruch nebenan

Aussichtsbalkon

Aussichtsbalkon auf der Balkon-Promenade

Wege auf der Halde

Auf dem Gipfel die Aussicht genießen

Zugang zur Halde

Promenadenbrücke – ein Hauch von Grand Canyon

Halde mit Radfahrern

Es kann im Leben nicht immer bergauf gehen: Schussfahrt

Wege auf der Halde

Wege am Haldenhang

Radweg "Allee des Wandels" in Herten

Ehemaliger Eisenbahntunnel unter der Halde

Radweg "Allee des Wandels" in Herten

Die Tunnelausfahrt ist heute Fahrradweg
Allee des Wandels mit Gittermasten

Von allen zugänglichen Plateaus reicht der Blick – natürlich abhängig von der Wetterlage – weit über das Land. Sichtbar sind besondere Landmarken wie der Tetraeder in Bottrop, die Skyline und die Zeche Zollverein von Essen, der Gasometer in Oberhausen, die große Halde Scholven in Gelsenkirchen mit ihren markanten Windrädern und den dahinterliegenden Kühltürmen des Kohlekraftwerks und nicht zu vergessen die zahlreichen Siedlungen mit ihren Rathäusern, Kirchtürmen und Fabrikschornsteinen. Weit im Norden sind die Geländeerhebungen der Haard erkennbar. Selbstverständlich stechen auch die vielen großen und kleinen Bergehalden deutlich hervor.

Am höchsten Punkt erwartet den Besucher das weithin sichtbare und markante Horizontobservatorium, welches im November 2008 eingeweiht wurde. Es besteht aus zwei Stahlröhren-Bögen mit dem Durchmesser von etwa 90 Metern und einem in der Mitte befindlichen, tiefgelegten Platz, dem Zentrum der Himmelsbeobachtung. Von hier lassen sich bestimmte astronomische und geographische Effekte ablesen, vergleichbar mit der uralten Anlage Stonehenge in Südengland. Leider entstand kurz nach der Eröffnung des 2,5 Mio. Euro teuren Observatoriums ein Riss an einem der Rohre, was seitdem zu einer Sperrung aus Gründen der Sicherheit der Besucher und den in den Fotos sichtbaren Abstützungen führte. Noch heute streiten sich Bauherr (der Regionalverband Ruhr) und die ausführende Baufirma über Gutachter, ob es sich um einen Materialschaden oder einen Planungsfehler handelt. Ein Abriss ist ebenso denkbar wie eine Restaurierung. Ein Besuch dieses eindrucksvollen Gebildes, das man sich aus nächster Nähe nur durch einen Bauzaun anschauen kann, lohnt sich allerdings dennoch. Außerdem hat die Halde ja auch noch mehr zu bieten, wie in den nächsten Absätzen gezeigt wird.

Horizontobservatorium Halde Hoheward

Das Horizontobservatorium auf der Halde Hoheward

Halden im Ruhrgebiet

Blick von der Sonnenuhr auf das Observatorium

Halde Hoheward

Radfahrer an einer Erläuterungstafel

Halde Hoheward

Informationsstelen erläutern Architektur und Wissenschaft

Horizontobservatorium auf Halde Hoheward

Zentraler Platz im Horizontobservatorium

Halde Hoheward in Herten

Vom Haldentop reicht der Blick weit in die Region

Etwas tiefer und einige hundert Meter entfernt steht ein Obelisk, der bei Sonnenschein einen Schatten in Form eines Zeigers auf einer großen, völlig ebenen und schneeweiß gepflasterten Sonnenuhr erzeugt. Neben der exakten Uhrzeit (wahre Ortszeit WOZ) simuliert eine Kugel auf dem Obelisk aus einem bestimmten Blickwinkel betrachtet eine Sonnenfinsternis mit einer Korona. Alle astronomischen und solaren Effekte werden über Informationstafeln ausgiebig erläutert.

Sitzgelegenheiten rings um den runden Platz bieten sich für eine Rast und den Ausblick in die Region an. Man blickt hier direkt auf die Halde Hoppenbruch mit ihrem Windkraftwerk am höchsten Punkt. Mit scharfem Auge oder einem Fernglas lassen sich die Besucher am daruntergelegenen Wind-Skulpturengarten erkennen – mehr dazu im nächsten Kapitelabschnitt.

Sonnenuhr auf der Halde Hoheward

Obelisk als Schattenwerfer einer Sonnenuhr

Obelisk auf der Halde Hoheward mit Drachensteigern

Die neue Berufsgruppe im Kohlenpott: Drachen-Steiger

Panoramafoto Halde Hoheward Obelisk

Panoramablick auf das kreisrunde Plateau mit der großen Sonnenuhr auf der Halde Hoheward, rechts Windrad von Halde Hoppenbruch

Halde Hoheward Herten Sonnenuhr und Kraftwerk Herne-Baukau

Obelisk auf Halde Hoheward mit Kraftwerk Herne-Baukau

Halde Hoppenbruch

Windrad auf der Nachbarhalde Hoppenbruch

Etwas niedriger und weniger beschwerlich führt der Zugang vom Doncasterplatz auf dem Gelände der Zeche Ewald ganz im Westen auf die Halde. Nach Überqueren der Balkonpromenade stößt man schon nach vergleichsweise wenigen Treppenstufen auf den grauen, stählernen und quadratischen Turm, den man als Aussichtsturm besteigen kann: Die sogenannte Ewald-Empore bietet einen guten Überblick auf das ehemalige Zechengelände und die Stadtmitte von Herten. Das nahegelegene Schloss ist allerdings leider unter Bäumen versteckt. Von hier aus führen nur wenige Wege nach oben – ist die Ewald-Empore der Ausgangspunkt der Wanderung auf die Halde, so sollte man sich zunächst an die Balkon-Promenade halten, um den östlichen oder südlichen und damit begehbaren Teil zu erreichen. Der Bau des Aussichtsturms ist übrigens ebenfalls nicht ganz unumstritten, ist der Blick vom teuren Gerüst doch nicht wesentlich besser als zu seinen Füßen.

Blick von der Halde Hoheward auf die Zeche Ewald

Treppe vom Doncasterplatz zur Ewald-Empore

Zeche Ewald

Balkonpromenade mit Aussicht auf das Bergwerk Ewald

Panoramabank mit Blick auf die Zeche

Panoramabank – Typisch Ruhrgebiet mit Blick auf eine Zeche

Ewald-Empore auf der Halde Hoheward

Aussichtspunkt "Ewald-Empore" auf der Halde Hoheward

Ewald-Empore

Ewald-Empore

Halde an der Zeche Ewald

Aufstieg von der Zeche Ewald auf die Halde (hinten)

Den wohl schönsten und eindrucksvollsten Zugang zur Halde Hoheward stellt seit 2008 die sogenannte Drachenbrücke auf dem Stadtgebiet von Recklinghausen dar. Sie bildet auf künstlerische Art und Weise die Form eines Drachens nach und befindet sich auf der Ostseite der Halde Hoheward. Das Bauwerk überwindet die Castroper Straße und bindet den Recklinghäuser Vorort Hochlarmark an den Landschaftspark an. Von hier aus wird außerdem der Stadtteilpark mit dem Industriedenkmal Zeche Recklinghausen erreicht.

Die Brücke hat eine Länge von etwa 162 m und ist für Fahrradfahrer und Fußgänger nutzbar. Dabei ist die Fahrbahn geschwungen und umfährt so auch einen großen Baum. Der Clou an dem Werk ist der große, nach hinten blickende Drachenkopf, der auf einem gebogenen Hals ruht. Gebogene Stahlelemente, die an Knochen erinnern, tragen das Geländer.

Die Brücke liegt etwas versteckt. Der Weg wird von der Sonnenuhr aus und von der Balkonpromenade über kleine Hinweisschilder gezeigt.

Drachenbrücke an der Halde Hoheward

Radfahrer auf der Drachenbrücke auf dem Weg zur Halde

Drachenkopfbrücke

Drachenkopf und -Körper formen die Fußgängerbrücke

Drachenbrücke

Weg durch die Rippen des Drachen in Richtung Hals und Kopf...

Zufahrt zur Drachenbrücke

Schwungvoll wird in der Höhe ein Baum umrundet

Die Halde ist Tag und Nacht zum größten Teil frei zugänglich. Einzelne unbetretbare Bereiche sind abgesperrt. Es ist zu beachten, dass der Platz innerhalb des Horizontobservatoriums zurzeit aufgrund von Baumängeln (Rissbildung) und einem vermutlich zunächst geführten Rechtsstreit über die Verantwortung darüber auf absehbarer Zeit nicht betreten werden kann, was Sie allerdings nicht von einem Besuch abhalten sollte.

InfoInformationen zur Anreise und Parkmöglichkeiten finden Sie ganz oben.

 

Die Halde Hoppenbruch

Trotzdem die Halde Hoppenbruch deutlich kleiner und niedriger als die benachbarte Bergehalde Hoheward ist und neben ihr eher ein Schattendasein fristet, braucht sie sich mit ihren Ausmaßen wahrlich nicht zu verstecken. Sie erreicht eine maximale Höhe von 113 Metern über dem Meeresspiegel, ist damit etwa 69 Meter über der gemittelten Umgebung hoch und zählt damit immer noch zu den größten Bergehalden im Ruhrgebiet. Ihre Schüttung begann am Ende der 1970er Jahre und endete Anfang der 1990er Jahre. Auch die Halde Hoppenbruch ist durch Wege erschlossen und damit für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Die Wege führen im oberen Teil an den zwei Gipfeln durch den künstlich angepflanzten Schwarzkiefernwald.

Auf dem höheren der beiden Gipfel steht seit 1997 eine Windkraftanlage, ein prächtiges weißes und weithin sichtbares Windrad zur Erzeugung elektrischen Stroms aus Windenergie. Es wurde 2016 erneuert und hat eine Leistung von maximal 3050 kW (altes Windrad: ca. 1500 kW). Auf dem kleinen Gipfelplateau bietet sich ein weiter Rundblick über die Region bis Essen und Bochum und auf die Halde Hoheward mit dem markanten Horizontobservatorium und der Sonnenuhr im Süden.

Hinweis: Die in den Fotos dargestellten Edelstahlwände sind Teil des ehemaligen Skulpturengartens, der seit der Erneuerung des Windrades nicht mehr hier existiert. Ein neuer Besuch auf der Halde ist geplant.

Weg auf der Halde Hoppenbruch

Hauptweg und Schwarzkiefern auf der Halde Hoppenbruch

Windrad auf der Halde Hoppenbruch

Das Ziel wird durch das große Windrad markiert

Halde Hoppenbruch in Herten

Die Hänge der Halde sind dicht bewaldet

Halde Hoppenbruch

Kurz vor dem "Gipfel" lichtet sich der Wald

Blick von der Halde Hoppenbruch auf das Kraftwerk Baukau

Die Bank steht eindeutig falschherum: Kraftwerk Herne-Baukau

Wind-Skulpturen auf der Halde Hoppenbruch

Skulpturengarten mit Informationstexten zum Thema Wind

Das Tor der Winde

Tor der Winde, hinten rechts die Skyline von Essen

Halde Hoheward von der Halde Hoppenbruch gesehen

Bunte Farben an der gegenüberliegenden Halde Hoheward

Blick auf vier Schächte von der Halde Hoppenbruch

Der Vier-Schächte-Blick von der Halde Hoppenbruch

Skulpturenpark auf der Halde, hinten Horizontobservatorium

Skulpturenpark und Horizontobservatorium der Halde Hoheward

Windkraftanlage

Windkraftanlage auf dem Gipfel der Halde

Skulpturenpark unter dem Windrad

Skulpturenpark am Fuße des Kraftwerks

Skulpturen zum Thema Wind auf der Halde Hoppenbruch

Das Plateau ist ein beliebter Aussichtspunkt für Hobbyfotografen

Wege auf der Halde Hoppenbruch

Haupt- und Nebenwege auf die Halde

InfoInformationen zur Anreise und Parkmöglichkeiten finden Sie ganz oben.

 

Die Zeche Ewald I / II / VII

Es ist ein sehr schönes Gebäude-Ensemble aus unterschiedlichster Epoche, das Besucher auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Ewald im Süden von Herten erwartet. Umrahmt von zwei völlig unterschiedlichen Stahlgerüst-Fördertürmen steht als Denkmal ein wenn auch etwas ruinöser Malakowturm über dem Schacht I. Mit ihm begann hier 1877 die Förderung von Kohle. Der benachbarte Schacht II wurde nur wenig später geteuft und förderte ab 1892. Der südlich befindliche Schacht VII wurde 1954 zum zentralen Förderschacht. Das Bergwerk lag, wie auch historische Karten zeigen, in seiner Anfangszeit weit außerhalb größerer Besiedlung im dicht bewaldeten Emscherbruch. Die Stadt Herten ist jedoch langsam an die Zeche herangewachsen und ist inzwischen nur noch durch die Autobahn von der Anlage getrennt. Im Jahre 1989 erfolgte der Verbund mit der Zeche Schlägel & Eisen, nur acht Jahre später mit der Zeche Hugo. Im April 2000 wurde der Betrieb auf Zeche Ewald eingestellt.

Aus dem Zechengelände wurde eine Mischung aus Gewerbegebiet, Erholungspark und Freizeitanlage mit Industriedenkmalen. Parallel zur neuen Achse der Albert-Einstein-Alle verläuft die Ewald-Promenade neben dem Blauen Band. Der Revue-Palast, Biergarten unter dem Förderturm, ein Café und das Besucherzentrum sorgen für kulturelle Aktionen und erfüllen das gastronomische Bedürfnis. Einige historische Gebäude und Anlagen sind erhalten und lassen sich bei einem Spaziergang über das Areal erkunden.

Fördertürme 1,2 und 7 der Zeche Ewald in Herten

Drei Fördertürme VII, I und II der Zeche Ewald in Herten

Zeche Ewald in Herten

Malakowturmruine neben Biergarten unterm Stahlturm

Zeche Ewald in Herten

Blick durch den Stahl auf die Großhalde Hoheward

Malakowturm der Zeche Ewald

Malakowturm von Schacht I neben Stahlgerüst von Schacht II

Besucherzentrum Hoheward in Herten

Besucherzentrum Hoheward im historischen Zechengebäude

Zeche Ewald in Herten

Gebäude auf dem Zechengelände

Malakowturm der Zeche Ewald in Herten

Industriearchitektur in Herten

Blick von der Zeche Ewald in Herten zur Halde

Blick zur Halde Hoheward

InfoInformationen zur Anreise und Parkmöglichkeiten finden Sie ganz oben.

 

Der Ewaldsee

Nicht weit entfernt von der Zeche Ewald bildet ein kleiner See ein wertvolles Naherholungsgebiet und Biotop. Im Jahre 1935 wurde an diesem Ort Bodenmaterial zum Bau der naheliegenden Autobahn A2 ausgebaggert. Das entstandene Loch füllte sich mit Wasser und bildet seitdem den indirekt durch Menschenhand entstandenen Ewaldsee. Durch sein Röhricht-Nordufer und den baumbestandenen Inseln in der Seemitte ist das knapp 12 ha große Gewässer ein Paradies für Wasservögel, die sich vom Ufer aus gut beobachten lassen. Reiher, Kormoran, Ralle, Enten oder Teichrohrsänger sind nur wenige Beispiele. Die Zeche Ewald hatte direkten Einfluss auf den See, da früher über Rohrleitungen und ein Pumpenhaus warmes Grubenwasser eingeleitet wurde, sodass im Winter ein komplettes Zufrieren verhindert wurde. Zur Kühlung wurde Wasser wiederum aus dem See entnommen und der Zeche zugeführt. Wie in der Einführung zur Halde Hoheward bereits erläutert, stand das Gebiet Anfang der 1980er Jahre in der Gefahr, durch die geplante Großhalde auch westlich der Ewaldstraße mit Bergematerial überdeckt zu werden.

Spazierwege führen heute um den See im Grenzgebiet zwischen Herten und Gelsenkirchen herum. Am Westufer tun sich immer wieder Zugänge zum Ufer mit kleinen Stegen auf. Auf Gelsenkirchener Stadtgebiet liegt der See im Naturschutzgebiet Emscherbruch mit Ewaldsee, auf Hertener Seite im Naturschutzgebiet Hertener Emscherbruch und bildet damit stadtübergreifend eine etwa 119 ha große Schutzlandschaft. Es gelten daher die üblichen Verhaltensweisen zum Schutze der Tier- und Pflanzenwelt. Zum Angeln können Erlaubnisscheine erworben werden. Barsch, Brasse, Karpfen und Hecht warten auf eine behutsame Pflege und Kontrolle des Fischbestands.

Ewaldsee in Gelsenkirchen und Herten

Uferweg am Ewaldsee in Gelsenkirchen und Herten

Ewaldsee in Gelsenkirchen und Herten

Überlandleitungen überziehen den See

Ewaldsee in Gelsenkirchen und Herten

Norduferblick: Hinten erhebt sich die Deponie Emscherbruch

Ewaldsee in Gelsenkirchen und Herten

Einer von vielen Stegen am Westufer mit Blick zu den Seeinseln

Ewaldsee in Gelsenkirchen und Herten Ewaldsee in Gelsenkirchen und Herten

InfoInformationen zur Anreise und Parkmöglichkeiten finden Sie ganz oben.

Quellen und weitere Informationen:

Landschaftspark Hoheward – Besucherzentrum: www.landschaftspark-hoheward.de
Halden Hoheward und Hoppenbruch: www.route-industriekultur.ruhr
Route Industriekultur: Emscherbruch: www.route-industriekultur.ruhr
Zeche Recklinghausen: www.route-industriekultur.ruhr
Trainingsbergwerk Recklinghausen II: www.route-industriekultur.ruhr
Ewaldsee und Hertener Mark: www.herten-tourismus.de
Angeln am Ewaldsee:

www.ewaldsee.de.vu

Industriekultur im Ruhrgebiet

Weitere Bergehalden sind von der Übersichtsseite zu diesem Thema auswählbar. Hier ist neben einer Einführung in die Thematik der Halden, Typen und Generationen auch eine Übersichtskarte zu finden.

Auf der Auswahlseite Industriekultur finden Sie weitere Artikel dieser Art zu anderen ausgesuchten und sehenswerten Zielen im Ruhrgebiet. Betrachtet werden Natur & Landschaft, alte Zechen und Industrieanlagen und andere technische Besonderheiten.

Halden Ausflugsziele

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 12 / 2019
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr

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