Navigation Hier klicken, um zur Hauptseite zu gelangen! Halden im Ruhrgebiet Linktipps Kunst, Landmarken und Aussichtspunkte im Ruhrgebiet Natur und Landschaft im Ruhrgebiet Zechen und Industrie Alte Gemäuer - Burgen und Schlösser Radfahren und Wandern Museen und Ausstellungen im Ruhrgebiet Impressum und Kontakt Halden im Ruhrgebiet Einführung zur den Halden, Rekorde und Nutzungsmöglichkeiten Landmarken auf den Halden Ehemalige Halden im Ruhrgebiet

Halde5 – Die Haldenfamilie im Lippepark in Hamm

Die fünf Halden Kissinger Höhe, Sundern, Humbert, Franz und Radbod

Gleich fünf Bergehalden bilden im Westen von Hamm eine kleine Bergkette. Sie reicht von der Halde der Zeche Radbod nördlich des Flusses Lippe über die Halden in unmittelbarer Umgebung des ehemaligen Bergwerks Ost bis hin zur Halde Sundern bei Pelkum und Wiescherhöfen. Als Teil des im Aufbau befindlichen Lippeparks werden sie zu einer Haldenfamilie vereint. Unter dem Motto Halde5 erhalten voraussichtlich alle Objekte bis 2020 eine Landmarke in Form eines orangefarbenen Aussichtsturms, dem "Haldenzeichen". Bis auf den auf der Halde Sundern sind alle anderen bereits aufgestellt. Von jedem Aussichtsturm kann man die jeweils anderen Türme sehen.

All diese Halden sind Teil dieses Beitrags.

In der Übersichtskarte sind die fünf Mitglieder der Haldenfamilie im Lippepark Hamm eingetragen. Zur Orientierung sind die Stadtmitte ganz im Osten und der große Rangierbahnhof mit eingetragen. Die lilafarbene Kontur markiert die Grenze zum Kreis Unna.

Karte über die Haldenfamilie im Lippepark Hamm

Alle fünf Exemplare werden in eigenen Abschnitten von Norden nach Süden näher vorgestellt. Die südlichste Halde Sundern ist aktuell noch nicht zugänglich. Für die Dokumentation der Halde Sundern konnte jedoch die Gelegenheit eines Tags der offenen Tür genutzt werden, um hier einige Fotos präsentieren zu können.

In jedem Abschnitt sind ausführliche Informationen zur Anreise mit dem Auto, den öffentlichen Verkehrsmitteln und mit dem Fahrrad zu finden, damit Sie die Gipfelerlebnisse ganz einfach nachmachen können.

In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress sind die Halden eingezeichnet, zum Beispiel in der Karte "Ruhrgebiet Ost" im Maßstab 1:50.000 oder in der Anschlusskarte "Südliches Münsterland". Im Rad-Leporello "Römer-Lippe-Route" befindet sich die Kissinger Höhe auf Seite 12.

Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite bei Amazon*.

     


Halde1: Die Halde Radbod

Ganz im Norden der Haldenkette liegt die Zeche Radbod. Das Bergwerk wurde gegen Anfang des 20. Jahrhunderts in Bockum-Hövel gegründet und begann im Jahre 1906 mit der Förderung von Kohle. Der etwas ungewöhnliche Name der Zeche stammt (vermutlich) vom friesischen Fürsten Radbod (679-719) ab. Besonders markant sind die drei hintereinanderliegenden Fördergerüste, die zusammen mit den Maschinenhallen als Denkmal erhalten geblieben sind. Ausführlicher wird die Zeche Radbod in einem eigenen Beitrag mit einem Spaziergang zum Kulturrevier und zum Radbodsee beschrieben.

Die Hauptstraße des Reviers Radbod, An den Fördertürmen, die auch die drei Fördergerüste passiert, läuft als Achse in Form eines Fußgängerweges mit Bäumen rechts und links genau auf die große westliche Halde der Zeche Radbod zu, die sich als Tafelberg mit markanten Terrassen im Hang präsentiert. Von hier aus gesehen erscheint die Form der Halde recht eckig, im Süden folgt sie hingegen angedeutet geschwungen den Mäanderbögen der angrenzenden Lippe-Altarme. Die Halde Radbod hat insgesamt eine Grundfläche von etwa 25,5 ha. Ihr höchster Punkt liegt auf 81 Metern über dem Meeresspiegel und ca. 30 Meter über der umgebenden Flur. In der folgenden Übersicht ist die Halde in der Mitte zu erkennen. Die Zeche Radbod liegt nordöstlich davon.

Reliefkarte Halde Radbod in Hamm

Der dem Zechengelände zugewandte Osthang ist nur mit niedrigwachsenden Gräsern und im Spätsommer gelb blühenden Kräutern, nicht aber mit nennenswerten Büschen und Bäumen zugewachsen, was diese Flanke von Weitem etwas nackt aussehen und den Bezwinger bei Sommerhitze schwitzen lässt. Ein wenig erinnert der Berg dabei aus dieser Perspektive an die gestuften Maya-Pyramiden auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Die übrigen Hänge sind weitgehend bewaldet. Der niedrige Bewuchs des Osthangs zieht sich bis auf das Gipfelplateau, wo allerdings einzelne Büsche u.a. von Sanddorn und Hagebutten hervorstechen. Nach Norden hin wird auf dem Haldentop die Bewaldung dichter, wobei die zwar hohen, aber dennoch mit großem Abstand wachsenden Bäume von Gräsern umgeben sind. Trampelpfade durchbrechen diese Wildwiese. Herrlich ist es, wenn im Sommer eine kühle Brise weht und sich die Grashalme geräuschvoll in der sonst recht stillen Umgebung biegen. Vom Gipfel und dem von Osten steil entlang der Ost- und Südflanke ansteigenden Hauptweg zum höchsten Punkt bietet sich dank der niedrigen Vegetation somit ein guter Überblick über Bockum-Hövel und die Umgebung der Lippeniederung mit dem Kraftwerk in Stockum. Selbstverständlich lässt sich auch die Zechenanlage mit den drei hintereinanderliegenden Fördertürmen hervorragend überblicken.

Das "Haldenzeichen" der Halde Radbod steht seit Ende 2018 recht weit südlich auf dem Gipfel und im Vergleich zu den anderen etwas versteckt. Es ist jedoch von der Hauptrampe aus direkt zu erreichen. Geht man die schraubenförmige Rampe hinauf bis zur obersten Plattform, bietet sich ein besonders schöner Blick in der einen Richtung auf das Zechengelände Radbod, im Süden auf die mäandrierenden Altarme der Lippe und im Osten auf die Innenstadt von Hamm. In südlicher Richtung lassen sich auch die Haldenzeichen der anderen Standorte gut ausmachen. Die Lage des Aussichtsturms ist perfekt gewählt und einen Aufstieg wert.

Blick auf Halde Radbod in Hamm

Verlängerung der Hauptachse Richtung Halde Radbod

Halde Radbod Hamm

Halde Radbod mit der nur niedrig bewachsenen Ostflanke

Haldenzeichen auf der Halde Radbod (Aussichtsturm)

Der Aussichtsturm "Haldenzeichen" auf der Radbodhalde

Halden im Ruhrgebiet: Halde Radbod

Blick zum Zechengelände Radbod

Halde Radbod

Aussicht auf die Brücken der Lippe und die Kissinger Höhe

Gersteinwerk von der Halde gesehen

Blick auf das Gersteinwerk und Kraftwerk Bergkamen (hinten)

Blick von der Halde Radbod auf Bockum-Hövel

Pfarrkirche St. Stephanus in Bockum-Hövel im Hintergrund

Bewaldeter Gipfel der Halde Radbod in Bockum-Hövel

Aussicht vom "Haldenzeichen" auf Altarme der Lippe und zum Gerstein-Kraftwerk in Werne. Hinten in Bildmitte liegt Halde Großes Holz

Haldengipfel

Bewaldeter Gipfel der Halde

Weg durch die Wiese auf der Halde

Trampelpfad durch die Wiesen

Ein ganz besonderer Spaziergang über das Radbod-Gelände wird hin und wieder vom Verkehrsverein Hamm (z.B. bei MyRegioGuide) angeboten. In der abendlichen Dämmerung bricht eine Gruppe auf, um am Ende des Tages in der Dunkelheit auf der Bergehalde zu stehen. Dort werden dann Fackeln entzündet, die den weiteren Weg weisen. Von der Halde lässt sich beobachten, wie das Lichtermeer der Stadt Hamm erwacht, die Straßenbeleuchtung im Kulturrevier aufleuchtet und sich der riesige Rangierbahnhof am Horizont als langes beleuchtetes Band abhebt.

Mit viel Glück wurde bei einer eigenen Teilnahme an dieser Wanderung einer der wenigen Schnee-Tage im Ruhrgebiet getroffen. Durch knirschenden Neuschnee stapfend widersetzte sich die kleine Gruppe Wind und Eiseskälte. Die anschließenden Aufnahmen zeigen Eindrücke der Fackelwanderung auf der Halde.

Halde Radbod Fackeltour im Schnee

Halde Radbod in der Winterdämmerung: Ziel der Wanderung

Halde Radbod Fackeltour im Schnee

Wanderung im Fackelschein. Hinten die drei Fördertürme

Halde Radbod Fackeltour im Schnee

 

Halde Radbod Fackeltour im Schnee

Pastellfarben über dem Kraftwerk Stockum

Halde Radbod Fackeltour im Schnee

Blick auf die Straßenachse der Zeche Radbod

Halde Radbod Fackeltour im Schnee

Fackeln im Sturm: Schnee auf dem Haldengipfel

Halde Radbod Fackeltour im Schnee Halde Radbod Fackeltour im Schnee

An dieser Stelle dem RegioGuide Martin Brunsmann einen herzlichen Dank für die schöne Wanderung. Hinweis zu den Fotos: Die teilnehmenden Personen haben der Veröffentlichung im Internet zugestimmt.

Östlich der Zeche Radbod befindet sich ein weiterer Hochpunkt, der jedoch nicht zu der Haldenfamilie dazugezählt wird. Die heute als Aussichtspunkt und Grünfläche nutzbare Deponie Römerstraße ist auch eine alte Bergehalde. Sie wird in der Dokumentation zum Kulturrevier näher vorgestellt.

Anreise mit dem Auto: Auf der A1 bis zur Ausfahrt 81 Hamm / Bergkamen. Aus Richtung Dortmund rechts, aus Richtung Bremen links abbiegen auf die Dortmunder Straße. An der nächsten Ampel links in die Straße Am Tiebaum (Kreisstraße K4), dort den Kanal, die Lippe und die Eisenbahn überqueren und im Kreisverkehr rechts auf die Hammer Straße abbiegen. Dem Verlauf folgen. In Bockum-Hövel an der Kreuzung An den Fördertürmen rechts abbiegen und am Rand parken.

Zieleingabe ins Navigationssystem: An den Fördertürmen, Kreuzung Hammer Straße in Hamm

Geographische Koordinaten: 51°40'53.18"N, 7°45'10.39"E – Aussichtsturm Haldenzeichen
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32):413780 m, 5726344 m – Aussichtsturm Haldenzeichen

Anreise mit Bus und Bahn: Zunächst mit RE 1, 3, 6, RRX oder dem Fernverkehr nach Hamm (Westfalen). Vom Bahnhofsvorplatz (Willy-Brandt-Platz) mit Bussen der Linie 2 Richtung Bockum-Hövel oder Uhlenfeld, Linie 4 Richtung Barsener Straße oder Linie S10 Richtung In der Geist / Lünen bis Zeche Radbod. Eine Haltestelle zuvor zum Bereitmachen ist Bromberger Straße (Linie S10) bzw. Hüserstraße (Linie 2 / 4). Die Fahrtzeit beträgt etwa eine Viertelstunde je nach Linie.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Gleich vier thematische Radfernwege verlaufen in der Nähe der Zeche Radbod, der Halde und dem See vorbei und entlang der Lippe: Römer-Lippe-Route, Emscher-Park-Radweg, LandesGartenSchau-Route und Rundkurs Ruhrgebiet. Über sie lässt sich das Zechengelände erreichen. Die direkte Verbindung erfolgt vom Pumpwerk an den weißen Lippe- und Kanalbrücken zum Lippepark. Unterhalb der Halde befindet sich ein Rastplatz.

Quellen und weitere Informationen:

Kulturrevier Radbod www.kulturrevier.de


Halde2: Die Halde Franz im Lippepark

Von Schaukeln, Betonkieseln und einem Himmelsspiegel

In Sichtweite der Schachtanlage Heinrich-Robert entstand 1923 der dritte Schacht der Zeche DeWendel bei Herringen. Er setzt die Tradition der Männervornamen fort und wurde als Schacht Franz bezeichnet. Das Zechengelände erstreckte sich von der Dortmunder Straße bis fast an den Datteln-Hamm-Kanal. Über die Werksbahn waren die Anlagen mit einer Verladestelle am Kanal verbunden. Im Zuge der Zusammenlegung verschiedener Zechen zum Bergwerk Ost erfolgte 1994 die Stilllegung des Schachtes Franz, der 2002 verfüllt und dessen Übertage-Anlagen im Folgejahr abgerissen wurden. Einen Teil des Geländes nimmt eine kleine Bergehalde ein. Ihre Reste überragen die Umgebung um etwa 14 Meter. Der höchste Punkt liegt auf 72,2 Metern über dem Meeresspiegel. Die Fläche beträgt je nach Auslegung zwischen drei und sechs Hektar.

Im Jahre 2009 begann der Umbau der brachliegenden Schachtanlage zu einem Sport- und Naherholungsgebiet – dem Lippepark Hamm. Zunächst wurde der Südabschnitt 2012 fertiggestellt. Der Nordabschnitt mit dem Haldengelände kam 2014 dazu. Der Park präsentiert sich als höchst abwechslungsreiche Hügellandschaft. Dabei stammen Teile des Bodens aus dem in Etwa zeitgleich geschehenen Seseke-Umbau. Von den Höhen bietet sich ein guter Blick auf die Umgebung, beispielsweise auf das nahe Gersteinwerk, das Kohlekraftwerk in Werne-Stockum, den Kanal und die zwei großen Bergehalden im Süden. Die Farbe Orange zieht sich thematisch durch den Park in Form von stählernen Aussichtspunkten, Schaukeln und dem Haldenzeichen, die allesamt in dieser Farbe gehalten sind. Im Süden ist der Park an die Kissinger Höhe (in diesem Beitrag Halde3) und die Halde Humbert ( Halde4) angebunden, im Norden an die Halde Radbod. Als Verbindung wurden dort zwei Brücken über den Datteln-Hamm-Kanal und die parallel verlaufende Lippe errichtet. Sie sind schön anzusehen, haben aber bundesweit Berühmtheit für ihre hohen Anschaffungs- und Baukosten erlangt und wurden Teil des Schwarzbuchs des Bundes der Steuerzahler.

Lippepark Hamm

Hügelige Landschaft des Lippeparks mit dem "Haldenzeichen"

Lippepark Hamm

Sitzgelegenheit und Blick aufs Kraftwerk in Werne

Lippepark Hamm

Die Farbe Orange zieht sich durch den Lippepark: Schaukeln mit Fernsicht

Lippepark Hamm

Himmelsspiegel mit Gräsern und Kraftwerk

Lippepark Hamm

Schaukel und Haldenzeichen im Hintergrund

Lippepark Hamm

Teil des Lippeparks ist auch eine Sportanlage

Lippepark Hamm

Tal zwischen verschiedenen Anhöhen des Parks

Lippepark Hamm

Runder Himmelsspiegel und dahinterliegendes erstes Haldenzeichen in Hamm

Lippepark Hamm

Einer von mehreren Spielplätzen und allgegenwärtiges Kraftwerk

Lippepark Hamm

Die Brücken des Lippeparks über den Kanal und die Lippe

Lippepark Hamm

Die Brücken verbinden den eigentlichen Lippepark mit der benachbarten Halde Radbod am anderen Ufer der beiden Gewässer

Auf dem südlichen Berg befindet sich der kreisrunde Himmelsspiegel, ein kleines Biotop. Leuchtend orange lackiert finden sich hier auch einige Schaukeln. Zu Füßen der Hügel können sich Kinder auf zwei verschiedenen Spielplätzen austoben. Die größeren tun dies auf dem Mountainbike-Parcours und auf der großen Wiese. Beobachten lassen sich die Stunts der Mountainbiker von einem ebenfalls derart angestrichenen Aussichtsbalkon. Vom südlichen Lippepark wird der nördliche Teil durch zwei große Sportplätze getrennt. Mitten in der großen Liege- und Spielwiese steht kreisrund eingezäunt die Protegohaube über dem ehemaligen Schacht Franz, praktisch neben der Halde die einzige verbliebene Erinnerung an die Bergbau-Vergangenheit. Auch hier stehen ein Spielplatz und Grillplätze zur Verfügung.

Der Nordteil wird geprägt durch drei Hügel: den Rest der genannten Bergehalde Franz und zwei hintereinanderliegenden, nur durch ein kleines Tal voneinander getrennten späteren Anschüttungen. Treppen, Pfade und Serpentinenwege erschließen die Berge. Der nördliche der beiden neuen Hügel hat am höchsten Punkt eine kleine Aussichtsplattform. Auf dieser wurde im Dezember 2016 das erste der fünf Haldenzeichen eröffnet. Es ist eine etwa 10 Meter hohe orangefarbene Spirale, die komplett begehbar ist. Dem Konzept der Haldenzeichen folgend, sind alle anderen Aussichtstürme auf den umliegenden Halden von hier aus zu sehen.

Aussichtsturm Haldenzeichen im Lippepark Hamm

"Haldenzeichen": Aussichtsturm im Lippepark Hamm

Aussichtsturm Haldenzeichen im Lippepark Hamm

Begehbare Spirale in leuchtendem Orange

Aussichtsturm Haldenzeichen im Lippepark Hamm Aussichtsturm Haldenzeichen im Lippepark Hamm

Auf der alten Zechenbahn verläuft die „Seilfahrt“, ein der Tiefe des Schachtes entsprechend langer Kunstpfad mit Objekten aus dem Bergbau. Im südlichen Teil bis zur Halde ist der Weg schnurgerade. Asphaltiert und beleuchtet ist er auf ganzer Strecke und führt fast bis zu den Kanal- und Lippebrücken zur Halde Radbod. Am Wegesrand entdeckt man Informationen, technische Geräte und Hilfsmittel aus dem Bergbau und einen Themenspielplatz. Stählerne Schilder markieren in entsprechender Entfernung vom Startpunkt die Lage der Sohlen in der Tiefe.

Neben seinen künstlerischen Objekten ist gerade dieser Weg gut für Radfahrer von der Römer-Lippe-Route am Kanal kommend als Abstecher zu den großen Halden im Süden geeignet.

Seilfahrt im Lippepark Hamm

Seilfahrt im Lippepark: Rastplatz und Spielplatz

Seilfahrt im Lippepark Hamm

Kunst aus Schrott, Rost und Steinen

Seilfahrt im Lippepark Hamm

Informationen an Stellwänden und Fernsprechgeräte. Schnurgerader Weg mit Stationen eines Lehrpfades

Seilfahrt im Lippepark Hamm

Stählerne Stützen bilden ebenfalls ein Kunstwerk

Seilfahrt im Lippepark Hamm

 

Seilfahrt im Lippepark Hamm Seilfahrt im Lippepark Hamm

Das erste Mal war ich an einem überraschend verschneiten Wintertag 2015 im Lippepark. Teilgenommen hatte ich an einer anderen Veranstaltung und zuvor die Gelegenheit genutzt, mir bei Tageslicht den erst jüngst eingeweihten Park anzuschauen. Allerdings brach ein in letzter Zeit eher selten gewordenes Schneechaos über uns hinein, aber die Hügel des Parks wurden spontan für Rodelabfahrten genutzt. Das "Haldenzeichen" stand übrigens zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Lippepark in Hamm

Aussichtshügel im Nordteil des Lippeparks

Lippepark in Hamm

Bank mit Blick auf die alte Halde Franz (mit Baumbestand)

Lippepark in Hamm

Orangefarbene Schaukeln und Himmelsspiegel

Lippepark in Hamm

Aussichtsbalkon mit Blick auf den Südteil und die Sportplätze

Lippepark in Hamm

Neue und alte Landschaft auf dem Gelände der Schachtanlage Franz: Aussichtshügel links und alte Bergehalde rechts

Lippepark in Hamm

Schaukel und Aussichtsbalkon über dem Mountainbike-Parcours

Lippepark in Hamm

Fußgang in das Tal zwischen den Hügeln im Nordteil

Lippepark in Hamm

Die Hänge werden zum Rodeln genutzt. Hinten Kraftwerk Stockum

Lippepark in Hamm

Ufoartige Aussichtsplattform am Nordende (heute Haldenzeichen)

Anreise mit dem Auto: Auf der A1 bis zur Ausfahrt 81 Hamm/Bergkamen. Aus Richtung Dortmund rechts, aus Richtung Münster links abbiegen auf die Dortmunder Straße Richtung Hamm und dem Verlauf bis zum Park ca. 5 km folgen. Parkmöglichkeiten bestehen in Nebenstraßen.

Zum Nordteil von der Dortmunder Straße nach 3 km im Kreisverkehr links abbiegen und im nächsten Kreisverkehr geradeaus in die Johannes-Rau-Straße. Nach 1,3 km rechts abbiegen in die Lünener Straße. Auf der linken Seite befindet sich nach wenigen hundert Metern ein kleiner Parkplatz an der Treppe zum Nordhügel mit der Aussichtsplattform.

Zieleingabe ins Navigationssystem:
Lünener Straße, Nähe Kreuzung Johannes-Rau-Straße oder Dortmunder Straße, Kreuzung Schachtstraße in Hamm

Geographische Koordinaten: 51°40'13.11"N, 7°44'55.75"E
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32): 413477 m, 5725111 m

Anreise mit dem Bus und Bahn: Mit den Zügen des Nah- und Fernverkehrs bis Hamm (Westf.). Den Westausgang wählen. Von der dortigen Haltestelle mit dem Bus der Linie 7 Richtung Herringer Markt bis Mozartstraße (eine davor zum Bereitmachen: Seelhofstraße). Dort wird der nördliche Parkteil erreicht. Alternativ vom Bahnhof über den Hauptausgang (Osten) mit der Linie 1 Richtung August-Bebel-Straße bis Isenbecker Hof (eine davor zum Bereitmachen: Dortmunder Straße). Zu Fuß weiter in Fahrtrichtung wird der Südzugang erreicht.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Auf der nördlichen Kanalseite verlaufen gleich vier wichtige Radwege auf einer Trasse: die Römer-Lippe-Route, der Emscher-Park-Radweg, der Rundkurs Ruhrgebiet und die LandesGartenSchau-Route. Über die drei Brücken an der Osthalde Radbod, vom Gelände Radbod und in Nordherringen wird der Park erreicht.

Quellen und weitere Informationen:

Informationen zum Lippepark:
www.hamm.de


Halde3: Die Halde Kissinger Höhe

Barfußpfad, Nordic-Walking-Strecken, Bergbaulehrpfad und Natur

Die Kissinger Höhe liegt südwestlich der Innenstadt von Hamm zwischen Pelkum und Daberg. Sie ist etwa 58 Meter über dem Parkplatz hoch und erreicht damit eine maximale Höhe von 112,3 Metern über dem Meeresspiegel. Aufgeschüttet wurde die mit etwa 45 ha flächenmäßig zu den größten im Ruhrgebiet zählende Halde von 1974 bis 1998 durch das benachbarte Bergwerk Ost. Es wurde erst 2010 geschlossen. Die Kissinger Höhe wurde vom Regionalverband Ruhr übernommen und begrünt. Sie hat drei Gipfel und ist unterschiedlich stark bewaldet.

Reliefkarte Halde Kissinger Höhe, Halde Humbert

Mit 17 Kilometer Wander- und Nordic-Walking-Wegen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden ist die Kissinger Höhe die Halde im Ruhrgebeit mit dem größten Sportangebot – sieht man von den Angeboten mit Skihalle, Sommerrodelbahn und Co. auf der Halde Prosperstraße in Bottrop ab. Schaut man auf die Karte, so erkennt man, dass diese Streckenlänge durch das Umlaufen der Wege um die Halde in unterschiedlichen Höhen erreicht wurde. Die Wege haben verschiedene Namen, wie Heinrich-Robert-Weg, Am Förderturm oder Der Kumpelweg. Schneckenförmig über die Halde verläuft außerdem ein Bergbaulehrpfad mit etwa einem Dutzend Gegenständen und Utensilien aus dem Bergbau. Hier sind unter anderem Teufkübel, Ladewagen, Schrappergefäß oder eine Grubenbahn zu sehen. Er endet am Haldenzeichen.

Nach dem Motto "unten ohne" führt ein Barfußpfad von Herringen bis und um die Halde. Markiert ist er durch gelbe Fußspuren auf dem Boden. An einigen Informationsstellen an der Halde sind, falls nicht vergriffen, Flyer mit Tipps zum langsamen Beginn des Barfußlaufens. Eine Erlebnisstation ist der Interkulturelle Garten am Fuße der Halde mit Pfaden auf verschiedenen Untergründen und Geschicklichkeitselementen.

Halde Kissinger Höhe

Auf dem Bergbaulehrpfad der Halde Kissinger Höhe

Halde Kissinger Höhe

Schon auf halber Höhe bieten sich Aussichten in die Region

Bergbaulehrpfad auf der Kissinger Höhe

An vielen Stellen gibt es etwas zu entdecken

Kissinger Höhe in Hamm

Bergbaulehrpfad mit einem kleinen Bagger

Halde Kissinger Höhe

 

Halde Kissinger Höhe

 

Grubenausbauprofil auf der Kissinger Höhe in Hamm

Grubenausbauprofil aus rostigem Stahl

Zwei Bögen

Zwei Bögen unterschiedlichsten Materials hintereinander

Bergbau-Lehrpfad

Objekte des Lehrpfades – eine Ebene tiefer zu sehen

Halde Humbert in Hamm

Die benachbarte Halde Humbert mit ihrem orangefarbenen "Haldenzeichen" von der Kissinger Höhe aus gesehen

Halde Kissinger Höhe

Seilscheibe als Teil des Bergbaulehrpfades

Halde Kissinger Höhe

Blick zur Schachtanlage des Bergwerks Ost

Gersteinwerk von der Kissinger Höhe aus gesehen

Gersteinwerk vom mittleren, zweithöchsten Gipfel der Halde

Halde Kissinger Höhe

Eine Grubenbahn am Weg "Am Förderturm"

Halde Kissinger Höhe

Durch die frühlingshaften Bäume ist die Halde Humbert zu sehen

Hamm von der Kissinger Höhe

 

Halde Kissinger Höhe

Das Bergwerk Ost im Frühjahr 2019

Bergbaulehrpfad Kissinger Höhe

Bergbaulehrpfad mit Schrappergefäß

Am höchsten Punkt ist ein Rastplatz angelegt. Hier steht ein Friedensmahner, eine Stele mit der inzwischen verblassten Inschrift "Friede auf Erden". Seit 2018 steht auf der Kissinger Höhe ein weiteres der "Haldenzeichen", ein begehbarer Aussichtsturm. Von ihm aus kann man alle anderen Aussichtstürme der Haldenfamilie sehen. Ganz oben, aber auch von den hochgelegenen Stellen der Halde reicht der Blick weit über die flache Umgebung, ist die Kissinger Höhe doch der höchste Punkt der Stadt Hamm. Zunächst lässt sich natürlich die Innenstadt mit den zwei großen Kirchtürmen betrachten. Auf der anderen Seite liegt die Schachtanlage Heinrich-Robert des Bergwerks Ost. Dahinter ist die Stadtkirche von Unna, der Förderturm der Zeche Königsborn (Ostpol) in Bönen sowie der langgestreckte Höhenzug Haarstrang mit seinen Windkraftanlagen als Tor zum Sauerland zu erkennen. Auf der anderen Seite entdeckt man das Gersteinkraftwerk in Werne-Stockum am Datteln-Hamm-Kanal, das Kraftwerk Bergkamen in Bergkamen-Heil und die dazu benachbarte Halde Großes Holz.

Halde Kissinger Höhe

Das Haldenzeichen, Rastplatz und Friedensmahner auf der Halde Kissinger Höhe

Stadtmitte von Hamm von der Halde Kissinger Höhe gesehen

Blick auf Hamm mit Paulus- (rechts) und Lutherkirche (links)

Halde Kissinger Höhe

Das Haldenzeichen spiegelt sich im Tisch

Halde Kissinger Höhe

Blick vom Haldenzeichen über die Kissinger Höhe zum Gerstein-Kraftwerk in Werne-Stockum und zur Halde Radbod (rechts hinten)

Kissinger Höhe Hamm

Eine weitere Übersicht von Hamm

Bergwerk Ost von der Halde gesehen

Schacht Heinrich-Robert des Bergwerks Ost (hier noch in Betrieb)

Anreise mit dem Auto: Auf der A2 bis Ausfahrt 17 Bönen. Aus Richtung Dortmund links, aus Richtung Hamm rechts abbiegen auf die Pelkumer Straße Richtung Pelkum. Nach 3 km In Pelkum im Kreisverkehr rechts auf die Kamener Straße und im nächsten Kreisverkehr wieder rechts abbiegen. Der Kamener Straße ca. 700 m bis zum dritten Kreisverkehr folgen und hier links abbiegen.

Zum Parkplatz Kissinger Höhe: Nach 800 m weiter geradeaus auf der Kamener Straße. Nach ca. 1,2 km links abbiegen in die Straße Am Bergwerk und rechts auf dem Parkplatz vor der Halde Kissinger Höhe parken. Zur Halde Humbert den Weg rechts vor der Bachbrücke zwischen den Halden bis zum Parkfriedhof laufen und nach 1,4 km die nächste Brückenquerung links nutzen.

Zum Parkplatz Zechenstraße: Nach 800 m in Wiescherhöfen links auf die Fangstraße abbiegen. Nach 2 km an der Ampel rechts in die Neufchâteaustraße. An der nächsten Ampel rechts auf die Dortmunder Straße. Nach 500 m rechts in den Zechenweg und den öffentlichen Parkplatz vor oder hinter dem Friedhofnutzen. Zur Halde Humbert über die Bachbrücke laufen.

Eingabe in das Navigationssystem: Zum Bergwerk oder Zechenweg in Hamm

Geographische Koordinaten: 51°39'26.47"N, 7°46'3.69"E – Haldenzeichen am höchsten Punkt
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32): 414759 m, 5723648 m – Haldenzeichen

Anreise mit Bus und Bahn: Vom Bahnhof Hamm mit dem Bus der Linie 3 Richtung Pelkum bis zur Haltestelle Zeche Heinrich-Robert (eine Haltestelle davor zum Bereitmachen: Daberg). Dort zu Fuß in die Richtung, aus der der Bus gekommen ist und nach wenigen Metern links in die Straße Am Bergwerk. Dann rechts auf den Parkplatz und geradeaus zum Haldenzugang.

Alternativ vom Bahnhof mit dem Bus der Linie 1 Richtung August-Bebel-Straße bis Isenbecker Hof (eine davor zum Bereitmachen: Dortmunder Straße). Weiter auf der Dortmunder Straße bis zur Kreuzung Zechenweg und dort links auf dem Asphaltweg bis zur Halde Kissinger Höhe.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Die Halden Kissinger Höhe und Humbert werden nicht direkt durch thematische Radwege erschlossen. Abstecher von etwa 2 km Umweg sind möglich von der Römer-Lippe-Route, dem Rundkurs Ruhrgebiet, dem Emscher-Park-Radweg und der LandesGartenSchau-Route. Sie verlaufen allesamt am nördlichen Ufer des Datteln-Hamm-Kanals entlang und müssen diesen und die Lippe über den Brückenschlag im Lippepark überqueren.

Quellen und weitere Informationen:

Route Industriekultur (Kissinger Höhe):

www.route-industriekultur.ruhr


Halde4: Die Halde Humbert

Die Grundform der Halde erinnert ein wenig an ein Bügeleisen. Oder ein Schiff. Deutlich erkennbar sind der nach Nordwesten zeigende Bug und das Heck auf der entgegengesetzten Seite. Diese Schiffs- oder Bügeleisenform und die Ausdehnung hat die Halde erst etwa um die Jahrtausendwende erhalten. Schon in den 1920er Jahren sind Ansätze einer Aufhaldung in der Nähe des Luftschachtes Humbert zu erkennen, der sich heute unter der Spitze befindet und anhand eines Protegorohrs an der Oberfläche der Halde zu lokalisieren ist. Damals floss der heute kanalisierte Herringer Bach noch kurvenreich durch die Wiesen- und Feldlandschaft, die durch viele Hecken und Zäune unterbrochen war. In den 1960er Jahren hatte die Halde bereits annähernd die heutige Ausdehnung, wurde jedoch offensichtlich bis in die Neunziger beinahe flach abgetragen. Bis dahin existierten auch noch die Anlagen des Luftschachtes. Erst danach erfolgte in relativ kurzer Zeit der Aufbau zu dem Landschaftsbauwerk, das wir heute hier vorfinden. Es überdeckt heute die Zechenanlage. Das Rohr mit der Protegohaube, das auch in den Fotos zu sehen ist, markiert den alten Schachtstandort.

Reliefkarte Halde Kissinger Höhe, Halde Humbert

Seit Ende 2018 steht auf Halde Humbert das vierte Haldenzeichen am höchsten Punkt. Der Gipfel liegt auf etwa 95 Metern über dem Meeresspiegel und knapp 38 Meter über der Umgebung am Zugang im Südwesten. Zwei Rampen führen mehr oder weniger schneckenförmig und steil auf die Halde und enden beide auf zwei gegenüberliegenden Seiten des Gipfelplateaus. Von hier und vom Turm aus bietet sich dank der bisher fehlenden Bewaldung eine sehr gute Aussicht in die Umgebung. Es bleibt zu hoffen, dass die Vegetation zumindest ganz oben in Schach gehalten wird. Ob vom Turm oder vom Gipfel führt der Blick zur alten Schachtanlage Heinrich Robert, zur Halde Großes Holz in Bergkamen und hinüber zur Kissinger Höhe mit ihrem Aussichtsturm. Am Fuße der Halde Humbert lässt sich der Interkulturelle Garten ausmachen. Hinter der Moschee an der Dortmunder Straße beginnt der Lippepark. Mit der Zeche Radbod, dem Bergwerk Ost und dem Schacht Lerche lassen sich in unmittelbarer Umgebung von hier oben noch sechs Fördergerüste ausmachen, was im Ruhrgebiet zu einer Seltenheit geworden ist. Natürlich sind auch alle anderen Haldenzeichen der Haldenfamilie zu sehen. Den Besuchern auf dem baugleichen Aussichtsturm der Kissinger Höhe kann man zuwinken.

Halde Humbert in Hamm

Steiler Aufstieg auf die Halde Humbert

Halde Humbert in Hamm

Die Protegohaube markiert den Standort des alten Luftschachtes

Halde Humbert in Hamm

Die Halde Humbert in voller Schönheit von der benachbarten Kissinger Höhe gesehen

Haldenzeichen Halde Humbert in Hamm

Das Haldenzeichen auf der Halde Humbert

Bergwerk Ost von der Halde Humbert gesehen

Blick auf die alte Zeche mit dem Hammerkopfturm

Halde Humbert in Hamm

Blick vom Turm auf den Interkulturellen Garten

Halde Humbert in Hamm

Der Lippepark auf dem Gelände von Schacht Franz

Halde Humbert in Hamm

Blühende Bäume am Haldenhang

Halde Humbert in Hamm

Aussicht zur Zeche Radbod (Hintergrund)

Haldenzeichen Halde Humbert in Hamm

Leuchtend orange präsentiert sich das Haldenzeichen auf dem Gipfel. Allgegenwärtig ist das Kraftwerk in Werne-Stockum

Halde Humbert in Hamm

In Sichtweite liegt auch die Halde Sundern

Haldenzeichen Halde Humbert in Hamm

Frühlingshaftes Haldenzeichen

Halde Humbert in Hamm Halde Humbert in Hamm

Anreise mit dem Auto: Auf der A2 bis Ausfahrt 17 Bönen. Aus Richtung Dortmund links, aus Richtung Hamm rechts abbiegen auf die Pelkumer Straße Richtung Pelkum. Nach 3 km In Pelkum im Kreisverkehr rechts auf die Kamener Straße und im nächsten Kreisverkehr wieder rechts abbiegen. Der Kamener Straße ca. 700 m bis zum dritten Kreisverkehr folgen und hier links abbiegen.

Zum Parkplatz Zechenstraße: Nach 800 m in Wiescherhöfen links auf die Fangstraße abbiegen. Nach 2 km an der Ampel rechts in die Neufchâteaustraße. An der nächsten Ampel rechts auf die Dortmunder Straße. Nach 500 m rechts in den Zechenweg und den öffentlichen Parkplatz vor oder hinter dem Friedhofnutzen. Zur Halde Humbert über die Bachbrücke laufen.

Zum Parkplatz Kissinger Höhe: Nach 800 m weiter geradeaus auf der Kamener Straße. Nach ca. 1,2 km links abbiegen in die Straße Am Bergwerk und rechts auf dem Parkplatz vor der Halde Kissinger Höhe parken. Zur Halde Humbert den Weg rechts vor der Bachbrücke zwischen den Halden bis zum Parkfriedhof laufen und nach 1,4 km die nächste Brückenquerung links nutzen.

Eingabe in das Navigationssystem: Zechenweg oder Zum Bergwerk in Hamm

Geographische Koordinaten:
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32):

Anreise mit Bus und Bahn: Vom Bahnhof Hamm mit dem Bus der Linie 1 Richtung August-Bebel-Straße bis Isenbecker Hof (eine davor zum Bereitmachen: Dortmunder Straße). Weiter auf der Dortmunder Straße bis zur Kreuzung Zechenweg und dort links. Hinter dem Friedhof rechts über die Bach-Brücke bis zur Halde.

Alternativ vom Bahnhof mit dem Bus der Linie 3 Richtung Pelkum bis zur Haltestelle Zeche Heinrich-Robert (eine Haltestelle davor zum Bereitmachen: Daberg). Dort zu Fuß in die Richtung, aus der der Bus gekommen ist und nach wenigen Metern links in die Straße Am Bergwerk. Dann rechts auf den Parkplatz und geradeaus zum Haldenzugang.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Die Halden Kissinger Höhe und Humbert werden nicht direkt durch thematische Radwege erschlossen. Abstecher von etwa 2 km Umweg sind möglich von der Römer-Lippe-Route, dem Rundkurs Ruhrgebiet, dem Emscher-Park-Radweg und der LandesGartenSchau-Route. Sie verlaufen allesamt am nördlichen Ufer des Datteln-Hamm-Kanals entlang und müssen diesen und die Lippe über den Brückenschlag im Lippepark überqueren.


Halde5: Die Halde Sundern (Sundernrücken)

Der westliche Stadtrand von Hamm ist sehr dörflich geprägt. Wiesen, Felder und Wäldchen werden unterbrochen durch die kleineren Vororte wie Pelkum, Sandbochum oder Herringen. Der Sundern war bis in die 1990er Jahre eine Ackerlandschaft, die vom Deutzholz, einer größeren geschlossenen Waldfläche, und vom Pelkumer Bach durchzogen wurde. Im Jahre 1996 begann das sogenannte Projekt Landschaftsbauwerk Sundernrücken, das die Anschüttung von Bergematerial des Bergwerks Ost vorsah. Damit ist die Halde Sundern die jüngste von drei großen Abraumhalden in der direkten Umgebung der Schachtanlage Heinrich Robert nach der Halde Kissinger Höhe und Halde Humbert, die im Gegensatz zur Halde Sundern beide östlich des Abbaus liegen. Seit dieser Zeit wurde auf einem etwa 38 Hektar großen Gelände ein inzwischen beachtlicher Berg aufgeschüttet, der weiterhin an Höhe gewinnt. In der folgenden Reliefkarte ist die Halde gut zu erkennen.

Reliefkarte Halde Sundern

Der Gipfel liegt auf einer Höhe von 106 Metern über dem Meeresspiegel und damit etwa 47 Meter über der Umgebung (Höhenreferenz: Platz der Bergeverladung). Während ältere Pläne von einer Erschließung und Verbindung der drei Halden zu einem Naherholungsgebiet sprechen, sorgen andere Pläne für mediale Aufmerksamkeit. Als erster Abraumberg überhaupt könnte Halde Sundern die günstige Höhenlage nutzen, um Strom durch ein Pumpspeicherkraftwerk gewinnen. Unter dem Namen Energiepark Sundern würde dabei ein etwa 600.000 m³ großes Speicherbecken auf dem Haldenplateau angelegt. In Zeiten größeren Strombedarfs, also z.B. am Morgen oder in der Mittagszeit, soll dann Wasser in großen Mengen ca. 50 Meter bergab in einen sogenannten Untersee abgelassen werden. Durch die kinetische Energie würde dabei eine Turbine angetrieben, die wiederum einen Generator zur Produktion elektrischer Energie bedient. In Zeiten geringeren Strombedarfs würde Wasser einfach wieder unter Verbrauch von Strom vom Unter- in den Obersee zurückgepumpt werden – der Energiespeicher wäre wieder voll und einsatzbereit bis zum nächsten kollektiven Einschalten von Kaffeemaschinen, Herden oder Haartrocknern. Die günstige Lage der Halde könnte darüber hinaus genutzt werden, den Strom für die Pumpen für den Weg vom Unter- zum Obersee wiederum aus Windenergie zu gewinnen. Auf diese Art und Weise würden über 6 Stunden am Tag 15 MW Strom (Bedarf von ca. 8.000 Haushalten) erzeugt werden. Der aktuelle Stand dieses Projektes ist die Machbarkeitsstudie, die angesichts der zum Zeitpunkt der Besichtigung der Halde aktuellen Probleme des Alpincenters in Bottrop mit der Standsicherheit durchaus Fragen im Bezug auf den Einfluss von Nachsackungen im Haldenkörper auf den Obersee aufwirft. In der letzten Zeit hat man leider recht wenig von diesem Projekt gehört.

Anlässlich einer Informationsveranstaltung durch die RAG wurde die sonst für die Öffentlichkeit unzugängliche Bergehalde Sundern am 11. September 2011 im Rahmen eines Tags des offenen Haldentores freigegeben. Besucher konnten sich dabei an Informationsständen bei kostenlosen Getränken und kompetenten Ansprechpartnern informieren. Man konnte zu Fuß oder mithilfe von schlammbespritzten Shuttle-Fahrzeugen zum Gipfel gelangen. Einen dicken Strich durch die Planung machte allerdings das Wetter, das durch starke Regenschauer nicht nur einmal für ein kollektives Verlassen der Besucher vom Berg sorgte. Zwei gut genutzte Zelte mit Bierzeltgarnituren auf dem Gipfel-Plateau sorgten jedoch für trockene Gemütlichkeit. Eine besonders schöne Idee waren ausgeteilte Lagepläne der Halde, auf denen Aussichtspunkte mit sichtbaren Landmarken in der Umgebung vermerkt waren. Am richtigen Ort dieses eingezeichneten Aussichtspunktes leitete ein in den Abraum gesprayter neongelber Pfeil den Blick auf das beschriebene Objekt. Alles in allem war dies eine äußerst durchdacht organisierte Veranstaltung, die recht viele Bürger und Haldenfreunde anlockte. Vielen Dank an dieser Stelle an die Organisatoren für diese einmalige und tolle Möglichkeit!

Aufgang Halde Sundern

Unmissverständlicher Pfeil: Dort geht es auf die Halde

Aufgang zur Halde Sundern

Recht großes Interesse am Tag der offenen Halde

Halde Sundern

Stehenbleiben und über die Aussicht staunen

Halde in Hamm

Schacht Lerche, hinter Cosmeae und anderen Blühpflanzen

Fahrrad auf der Halde

Mit dem Fahrrad kurz vorm Gipfel

Aussichtspunkt Halde

Nummerierte Aussichtspunkte: Kraftwerk und Zeche in Bergkamen

Zelt auf der Halde Sundern

Zelte auf dem Gipfelplateau

Dixi-Klo

An alles wurde gedacht: Dixi-Klos

Gersteinwerk

Gerstein-Kraftwerk hinter den mobilen Toiletten

Holzbude mit fragwürdigem Nutzen

Treffen auf der Halde Sundern

Hoch oben trifft man sich – es wird geplaudert

Blumen am Haldenrand

zaghaft Blühendes am Haldenrand

Sonnenblumen auf der Halde

Sogar Sonnenblumen trotzen dem teils recht starken Wind

Halde Sundern

Letzter regentrauriger Blick

Die Halde ist nicht zugänglich und abgesperrt. Die Bilder stammen vom Tag der offenen Tür im September 2011. Eine Anreisebeschreibung entfällt aus diesem Grunde.

* Affiliate- / Werbelink. Mehr Informationen dazu in der Datenschutzerklärung.

Der gesamte Beitrag wurde zuletzt geändert oder in seiner Aktualität geprüft: 09 / 2019
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr