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Haldenlandschaft im Mansfelder Land

Monumentale Pyramiden, Kali- und Schlackenhalden und Kleinhaldenlandschaften

Das Mansfelder Land liegt zwischen dem Harz und dem Saaletal bei Halle im Südwesten von Sachsen-Anhalt. Schon aus der Ferne fallen hier einige große Berge auf, die je nach Blickwinkel wie perfekte Pyramiden aussehen, so wie die von Gizeh in Ägypten. Während die zu den Sieben Weltwundern zählenden Bauwerke in Afrika jedoch uralt sind, schaffen es die meisten der Hügel hier nur auf einige Jahrzehnte. Es sind Spitzkegelhalden aus dem Kupferschieferbergbau, der seinen Höhepunkt zu Zeiten der Deutsch-Demokratischen Republik (DDR) hatte.

Die höchsten Spitzkegel von einer Höhe um etwa 130 Metern über dem Grund sind nur drei von vielen Abraumhalden, die sich in der Umgebung ehemaliger Schächte befinden und das Landschaftsbild prägen. Hinzu kommen beinahe unzählige frühe Mini-Halden, die bei Hettstedt, Gerbstedt, Klostermansfeld, Helbra und Wimmelburg ganze Kleinhaldenlandschaften bilden.

Die folgende Karte zeigt eine Übersicht der großen (zum Teil Spitzkegel-) Abraumhalden des Kupferschieferbergbaus sowie die Lage der Kleinhaldenlandschaften. Zwei Kalihalden liegen knapp außerhalb des Kartenausschnitts in Teutschenthal-Bahnhof. Zum Gebiet zählt auch die große Spitzkegelhalde in Sangerhausen, die in der Nebenkarte abgebildet ist und einige Kilometer westlich der übrigen Halden liegt. Etwas außerhalb von Sangerhausen findet man an der Autobahn A38 zwei weitere kleinere Spitzkegel.

Übersichtskarte Halden im Mansfelder Land in Sachsen-Anhalt

Im Herbst 2021 habe ich das Mansfelder Land zwischen Hettstedt, Mansfeld und Lutherstadt Eisleben besucht. Daher möchte ich an dieser Stelle die Halden in loser Folge näher vorstellen. Die überaus interessante, aber auch komplexe Geschichte der Landschaft soll nicht Thema dieses Artikels sein, kann aber auf den unten angegebenen Websites nachgelesen werden.

Informationen zum Besuch und zur Anreise:

Kaum eine der Halden ist öffentlich zugänglich. Bestiegen werden können die Halden an den Otto-Schächten in Wimmelburg sowie die Halde am Max-Lademann-Schacht am Rande von Lutherstadt Eisleben. Die übrigen Halden sind entweder als Bergwerksgelände oder Schutzgebiet (Flora-Fauna-Habitat) unzugänglich und mehr oder weniger gut abgesperrt oder beschildert. An besonderen Terminen, überwiegend einzelne Tage im Jahresverlauf, werden Führungen z. B. auf die Halde am Zirkelschacht angeboten, die in dem Zuge bestiegen werden kann.

Als Ausgangspunkt für die Erkundung des Gebietes bieten sich Lutherstadt Eisleben, Klostermansfeld oder Hettstedt an. Bei Regenwetter können das Mansfeld-Museum in Hettstedt oder die Lutherhäuser in Eisleben besichtigt werden.

Anreise mit dem Auto: Das gesamte vorgestellte Gebiet ist von einem dichten Netz von Land- oder Bundesstraßen durchzogen. Es besteht im Süden bei Eisleben eine Anbindung an die Autobahn A38 (Göttingen-Leipzig) und im Norden bei Hettstedt eine Anbindung an die Autobahn A36 (Bad Harzburg-Bernburg).

Anreise mit der Bahn: Bahnhöfe existieren in Lutherstadt Eisleben, Sangerhausen, Teutschenthal, Klostermannsfeld und Hettstedt mit Anbindung z. T. an Erfurt oder Magdeburg.

kachelmannwetter.com

Erkundung mit dem Fahrrad / E-Bike und wandernd: Eine Erkundung mit dem Fahrrad drängt sich scheinbar förmlich auf, wenn man sich das dichte Netz an Wegen im Mansfelder Land auf der Karte anschaut. Aber Radfahren ist in dem Bereich nach eigener Erfahrung nur mit Mountainbikes empfehlenswert. An den Landstraßen gibt es so gut wie keine ausgebauten Radwege (Stand Herbst 2021), die meisten Feldwege sind durch landwirtschaftliche Maschinen sehr uneben und großen und teils tiefen Pfützen muss nach Regenfällen ausgewichen werden. Die Ortsdurchfahrten haben teilweise Kopfsteinpflaster. Es gibt kein ausgeschildertes Radwegenetz und andere Radfahrende sind nicht ganz überraschend nur selten außerhalb der Städte anzutreffen.

Externer Link Externer Link

Ganz anders sieht das jedoch "auf Schusters Rappen" aus. Mit geeigneten Wanderschuhen kann eine große Rad-Rundtour auch in kleinere Wanderetappen z. B. mit 20 km Länge für mehrere Tage aufgeteilt werden.

Kartenmaterial / Literatur: In den rechts dargestellten gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführern ist die Region (teilweise am Kartenrand) abgebildet. Die thematisch passenden Bücher sind zur Vertiefung empfohlen.

Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite bei Amazon*.

   

Geeignete Koordinaten für die Tourenplanung oder für GPS-Geräte finden Sie in den jeweiligen Abschnitten.

Quellen und weitere Informationen:

Verein Mansfelder Berg- und Hüttenleute e.V.: www.kupferspuren.eu
Mansfelder Bergwerksbahn: www.bergwerksbahn.de
Mansfeld-Museum: www.mansfeld-museum-hettstedt.de
Touristische Eisenbahn "Wipperliese": www.wipperliese.de
Reiseregion Mansfeld-Südharz: www.mansfeldsuedharz-tourismus.de
Verein Mansfelder Berg- und Hüttenleute e.V.: www.vmbh-mansfelder-land.de

Der gesamte Beitrag zu den Halden baut sich in den nächsten Wochen Schritt für Schritt auf. Im ersten Schritt geht es um die großen Halden in der Mitte, ehe andere Halden und Haldenlandschaften vorgestellt werden. Schauen Sie einfach hin und wieder vorbei, wie sich dieser Beitrag erweitert!

Einige der Halden konnten aufgrund eines Defekts der Kamera nicht wie üblich mit hoher Qualität aufgenommen werden. Leider muss an einigen Orten auf die Aufnahmen des Mobiltelefons zurückgegriffen werden.

 

Die drei großen Pyramiden

Spitzkegelhalden im Herzen des Mansfelder Landes

Im Grunde ist es hier im Mansfelder Land ganz einfach: eine kleine Bergehalde steht für eine kleine Schachtanlage, die großen für eine große. Und so markieren die drei auffallend großen Spitzkegelhalden ziemlich genau in der Mitte des Mansfelder Landes sehr zuverlässig die Standorte der drei Groß-Schachtanlagen in der Mansfelder Mulde: den Fortschrittschacht, den Ernst-Thälmann-Schacht und den Otto-Brosowski-Schacht. Sie entstanden am Anfang des 20. Jahrhunderts und trugen bei ihrer Gründung noch andere Namen.

Pyramiden im Mansfelder Land

Zwei der drei größten "Pyramiden" auf einem Bild: Links die Halde am Fortschrittschacht, rechts die am Ernst-Thälmann-Schacht

Von der jeweiligen Stirnseite betrachtet sehen sie wirklich aus wie perfekte symmetrische Pyramiden, so wie die berühmten von Gizeh bei Kairo in Ägypten – nur mit einem runden Grundriss, haben also geometrisch korrekt eher eine Kegelform. Schaut man von einer anderen Stelle, sind es schiefe Kegel, die an einer Seite, wo die alte Förderstrecke für den Abraum auf die Spitze der Halde führte, eine flachere Böschung haben.

Die folgenden drei Bilder zeigen Reliefbilder des Digitalen Geländemodells der drei großen Halden, die in diesem Abschnitt vorgestellt werden. In ihnen ist die Struktur der Halden sowie jeweils der zentrale Spitzkegel der Bauwerke gut zu erkennen. Auch die Lage der Förderstrecke des Abraums vom Bergwerk auf die Halde lässt sich anhand der geraden Verläufe vom Fuß bis zur Spitze gut nachvollziehen.

Halde Fortschrittschacht

Halde Fortschrittschacht

Halde Ernst-Thälmann-Schacht

Halde Ernst-Thälmann-Schacht

Halde Otto-Brosowski-Schacht

Halde Otto-Brosowski-Schacht

© GeoBasis-DE / LVermGeo LSA • Datenlizenz Deutschland - Namensnennung - Version 2.0“ (www. govdata.de/ dl-de/by-2-0)

Die höchste der Halden ist die Halde am Fortschrittschacht südöstlich von Volkstedt, ein wenig außerhalb von Lutherstadt Eisleben. Bis Ende der 1940er Jahre hieß der Schacht Wolfschacht. Die Halde ragt auf 298 m über dem Meeresspiegel und ist damit je nach Betrachtungsweise bis 150 Meter über dem Grund hoch. Die Grundfläche beträgt etwa 23 ha. Aus mehreren niedrigeren Aufschüttungen erhebt sich ein zentraler, annähernd konzentrischer Spitzkegel mit der Förderstrecke auf der Südostseite, die die Böschung hier abflacht. Ausgehend von der Straße Am Stadtberg führt ein Feldweg teilweise um die Halde, auf der Nordseite wird sie von der Landstraße 160 umrundet. Wege im Bereich der ehemaligen Schachtanlage südlich von der Halde liegen auf Privatgrund.

An bestimmten Tagen im Jahr ist eine Besteigung der Halde möglich, die durch den Verein Mansfelder Berg- und Hüttenleute organisiert wird. Informationen dazu bietet die oben angegebene Internetseite.

Halde Fortschrittschacht bei Volkstedt

Halde Fortschrittschacht von der Landstraße gesehen

Halde Fortschrittschacht bei Volkstedt

Von Süden gesehen hat die Halde keine saubere Kegelform

Halde Fortschrittschacht bei Volkstedt

Blick aus der Südostrichtung – genau auf die Förderstrecke

Halde Fortschrittschacht bei Volkstedt

Blick von der Halde am Max-Lademann-Schacht in Eisleben

Gar nicht wesentlich kleiner ist die Halde am Ernst-Thälmann-Schacht, zuvor Vitzthumschacht bezeichnet. Er liegt wenige Kilometer nördlich vom Fortschrittschacht zwischen Volkstedt und Hübitz. Die Halde ist etwa 130 Meter über der Umgebung hoch und bis zu 349 m über dem Meeresspiegel. Die Grundfläche beträgt etwa 27 ha. Auch hier ragt ein annähernd kreisrunder Spitzkegel aus einer flacheren Haldenaufschüttung mit größerer Grundfläche heraus. Die Förderstrecke befand sich auf der Südwestseite und flacht die Böschung dort etwas ab. Auf der östlichen Seite führt ein Feldweg an der Halde vorbei. Auf halber Höhe ist auf der Ostseite der Halde eine Skulptur "Mansfelder Auge" zu finden. Allerdings ist das Auge vom Haldenfuß kaum zu erkennen. Ganz oben steht am höchsten Punkt ein Gipfelkreuz.

Halde am Ernst-Thälmann-Schacht im Mansfelder Land

Die Pyramide am Ernst-Thälmann-Schacht von Süden gesehen

Halde am Ernst-Thälmann-Schacht im Mansfelder Land

Aus anderer Blickrichtung nicht mehr pyramidenförmig

Halde am Ernst-Thälmann-Schacht im Mansfelder Land

Halde am Horizont: Blick von Lutherstadt Eisleben

Halde am Ernst-Thälmann-Schacht im Mansfelder Land

Am Fuße der Halde

Halde am Ernst-Thälmann-Schacht im Mansfelder Land

Ein Feldweg führt direkt an der Halde vorbei

Halde am Ernst-Thälmann-Schacht im Mansfelder Land

Halde am Ernst-Thälmann-Schacht oberhalb von Volkstedt gesehen – Blick aus Südwest und direkt auf die Förderstrecke

Die dritte große ist die Halde am Otto-Brosowski-Schacht, der vorher Paulschacht hieß. Sie liegt zwischen Helmsdorf und Augsdorf. Die Halde ist ca. 125 Meter hoch und der höchste Punkt auf ca. 279 m über dem Meeresspiegel. Die Grundfläche beträgt etwa 21 ha. Die Förderstrecke lag im Nordosten. Ein Feldweg führt zwischen den beiden Dörfern unmittelbar an der Halde vorbei.

Halde Otto-Brosowski-Schacht

Halde am Glückhilfschacht (links) und in der Ferne die Halde am Otto-Brosowski-Schacht mit der Förderstrecke auf der linken Seite

Halde Otto-Brosowski-Schacht

Halde Otto-Brosowski-Schacht aus Richtung Augsdorf gesehen

Halde Otto-Brosowski-Schacht

Blick aus Richtung Helmsdorf / Heiligenthal

Halde Otto-Brosowski-Schacht

Aussicht aus der Nähe von Hübitz auf die Halde Otto-Brosowski-Schacht (Handykamera, siehe Bemerkung)

Alle drei Halden können im Normalfall von den öffentlichen Wegen in der Nähe angeschaut werden, eine Besteigung ist nur im Rahmen organisierter Führungen möglich. Diese finden bei verschiedenen Halden ein- bis zweimal im Jahr statt.

Geographische Koordinaten der Gipfel:
51°33'15.33"N, 11°33'55.26"E – Halde Fortschrittschacht
51°34'59.44"N, 11°33'39.77"E – Halde Thälmann-Schacht (Kreuz)
51°36'07.35"N, 11°35'20.44"E – Halde Otto-Brosowski-Schacht
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten naher Positionen an der Halde (Zone 32):
677596 m, 5714821 m – Halde Fortschrittschacht, Am Stadtberg

677741 m, 5717627 m – Halde Thälmann-Schacht, Feldweg
679204 m, 5719736 m – Halde Otto-Brosowski-Schacht, Feldweg

Nützliche Informationen zum Lesen der Koordinaten und Verwendung in GPS-Geräten bietet der Beitrag Anreise, GPS und Co.

Der Beitrag wird bald um weitere Inhalte ergänzt. Schauen Sie einfach hin und wieder vorbei, wie sich dieser Artikel erweitert!

Zu den Halden im Ruhrgebiet Auf der Themen-Auswahlseite finden Sie weitere Dokumentationen dieser Art zu anderen Halden im Ruhrgebiet. Hier ist neben einer Einführung in die Thematik der Bergehalden, Typen und Generationen sowie Landmarkenkunst auch eine Übersichtskarte zu finden.

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 11 / 2021
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(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr