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Die Schurenbachhalde und Halde Eickwinkel in Essen

Die gute Weitsicht, die mondähnliche Landschaft und die ungewöhnliche Landmarke auf dem höchsten Punkt tragen dazu bei, dass die Schurenbachhalde im Essener Norden zu einer der beliebtesten Bergehalden im Ruhrgebiet geworden ist. Die Bedingungen für dieses Naherholungsgebiet sind praktisch ideal, ist es doch umgeben von Siedlungen, verkehrsgünstig gelegen und erschlossen durch gleich mehrere bedeutsame Themenradwege. Gleich nebenan liegt am Eickwinkel eine zweite Bergehalde.

In der folgenden Relief-Darstellung sind die beiden Halden-Geschwister zu erkennen. Der große Körper im Westen ist die Schurenbachhalde, östlich davon liegt Halde Eickwinkel. Beide werden mehr oder weniger im Norden durch den Rhein-Herne-Kanal oder den Nordsternpark und im Süden durch die Autobahn A42 begrenzt. Die Radwege auf der Nordsternbahn (blau), Emscherweg (magenta) und die Insel-Tour (orange) sind farbig markiert. Am Knotenpunkt 61 sind beide Halden von diesen Radwegen erreichbar. Eingezeichnet sind auch einige der im Beitrag beschriebenen Orte von Interesse und ein Parkplatz.

Karte Schurenbachhalde und Eickwinkel

Informationen zur Anreise:

Anreise mit dem Auto: Die beiden Halden Schurenbach und Eickwinkel liegen verkehrsgünstig an der A42 und der Abfahrt 14 Essen-Altenessen. Hier aus Richtung Dortmund links, aus Richtung Duisburg rechts abbiegen auf die Heßlerstraße. Unter der Autobahn hindurch fahren. Nach ca. 1,2 km an der zweiten Ampel links in die Emscherstraße abbiegen. Die Autobahn erneut unterqueren und parken. Hinter der Autobahnbrücke führt links die Treppe auf die Halde Schurenbach bis zum Gipfel. Einige hundert Meter weiter nördlich ist die Halde Eickwinkel vom Radweg auf der Nordsterntrasse aus zu begehen.

Alternativ, wenn kein Platz mehr ist, die andere Richtung von der Autobahnausfahrt wählen, also aus Dortmund rechts, aus Richtung Duisburg links abbiegen auf die Heßlerstraße. An der nächsten Kreuzung rechts in die Nordsternstraße (Einfahrt verboten, Anlieger frei). Vor der Linkskurve am Rand parken und zu Fuß rechts auf die Schurenbachhalde zulaufen.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Emscherstraße, Kreuzung Eickwinkelstraße in Essen, alternativ Nordsternstraße.

Anreise mit Bus und Bahn: Mit der U11 von Essen Hauptbahnhof oder von Essen-Altenessen (RE 3, S2) Bahnhof Richtung Gelsenkirchen-Buerer Straße bis Heßlerstraße. Hier den südlichen Ausgang nutzen und zu Fuß in die Heßlerstraße, dann an der ersten Kreuzung in die Nordsternstraße abbiegen. In der Linkskurve rechts auf geschotterten Wegen zur Schurenbachhalde (500 Meter Fußweg) oder um die Schurenbachhalde herum bis zur Halde Eickwinkel.

Geographische Koordinaten:
51°30'46.20"N, 7° 1'08.85"E – Bramme für das Ruhrgebiet
51°30'48.28"N, 7° 1'41.24"E – Treppe auf die Schurenbachhalde
51°30'49.54"N, 7° 1'40.76"E – Parkplatz Emscherstraße
51°30'39.40"N, 7° 0'40.74"E – Parkplatz im Westen (Alternative)

51°30'58.98"N, 7° 1'34.79"E – Zugang Halde Eickwinkel Nord / West
51°30'57.83"N, 7° 2'02.59"E – Zugang Halde Eickwinkel Ost

Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32):
362546 m, 5708716 mBramme für das Ruhrgebiet

363172 m, 5708763 m – Treppe auf die Schurenbachhalde
363057 m, 5709097 m – Zugang Halde Eickwinkel Nord / West
363592 m, 5709047 m – Zugang Halde Eickwinkel Ost

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Die Schurenbachhalde und Halde Eickwinkel liegen günstig an einem Radfernweg und einigen thematischen Regionalradwegen im Essener Norden am Knotenpunkt 61. Der Emscherweg, Emscher-Park-Radweg, die Routen Essen.Erleben.Nord oder Natur Route (Neue Wege zum Wasser) führen in der Nähe der Halden vorbei. Mit dem Nordsternbahn-Radweg besteht Anschluss von der Zeche Zollverein und der Erzbahntrasse.

Quellen und weitere Informationen:

Route Industriekultur: www.route-industriekultur.ruhr


Die Schurenbachhalde

Mondlandschaft mit der großen Stahlbramme

Benannt ist die Halde unweit des Ufers des Rhein-Herne-Kanals nach dem Schurenbach, einem heute nur noch auf kurzen Abschnitten oberirdisch sichtbaren Rinnsal, das irgendwo aus der Richtung Nordfriedhof kommt und mithilfe eines Pumpwerks letztendlich in die Emscher fließt. Im kleineren Maße ist die Fläche bereits früh Standort einer Bergehalde. Im Bereich des heutigen Gewerbegebietes an der Nordsternstraße befand sich die Schachtanlage Fritz I / II der Zeche Neuessen (gesprochen Neu-Essen, später Fritz-Heinrich) – die kurze Fritzstraße erinnert noch heute namentlich daran. In der Mitte des 20. Jahrhunderts verlief die Nordsternstraße um die Schachtanlage und in nordöstlicher Richtung quer durch die Barkhofer Heide bis zur Emscherstraße. Kurz davor befand sich sogar ein größerer Sportplatz. Eine Eisenbahntrasse durchquerte das Gebiet von der Zeche Nordstern kommend in Richtung Südwesten nach Altenessen. Der Schurenbach verlief offen, aber kanalisiert mit mehreren Richtungswechseln um eine Wohnsiedlung, die sich rings um den Drollsplatz erstreckte.

In der folgenden interaktiven Karte können Sie mit Mausklick auf die Grafik zwischen einem aktuellen Luftbild und einem historischen aus dem Jahre 1926 hin und her schalten. Sie zeigen denselben Bereich, sodass die Veränderungen innerhalb fast eines Jahrhunderts auffallen.

 Vom Werk Phoenix zum Phoenixsee

Die kleine Halde Fritz I / II sollte bald Nachbarschaft bekommen. Ab den 1970er Jahren wurde die Schurenbachhalde vor allem von der Zeche Zollverein aufgeschüttet. Dabei wurde der Sportplatz ebenso überschüttet wie Teile des Zechengeländes, die bestehenden Haldenflächen, der Verlauf der Nordsternstraße, die ehemalige Eisenbahnverbindung und auch die kleine Wohnsiedlung, in dessen Bereich nur noch der Kleingartenverein Barkhofer Heide e.V. daran erinnert (und den Namen der Heide fortführt). Der Schurenweg und die Stichstraße Musebrink sind heute nur noch kurze Stummel und enden praktisch an der Böschung, den Drollsplatz gibt es in seiner Form nicht mehr. Der Schurenbach wurde abermals umgelegt bzw. verrohrt und verläuft heute weiter östlich um die Halde herum. Auch die letzten Reste der Kleinen Emscher wurden damit beseitigt. Etwa Zeitgleich mit den ersten größeren Anschüttungen entstand auch Mitte der 1970er Jahre die das Gelände südlich berührende Autobahn A42. Auf diese Art und Weise ist auf einer Fläche von etwa 50 Hektar zwischen der Autobahn A42 unweit der Anschlussstelle Essen-Altenessen im Süden, dem zum Rhein-Herne-Kanal parallel verlaufenden Gleisanschluss der Zeche im Norden, dem Schurenbach im Osten und der Nordsternstraße im Westen eine ganz neue, eigentümliche Gebirgslandschaft entstanden.

Der Abraumberg überragt die Umgebung um ca. 50 Meter mit einer maximalen Höhe von 86,4 Metern über dem Meeresspiegel. Noch während der Schüttung pflanzte man Mitte der 1980er Jahre unter dem Arbeitstitel "Waldpark Schurenbach" etwa 250.000 Bäume, legte Teiche an und errichtete Sitzgelegenheiten. So ist die Schurenbachhalde seit Mitte der 1990er Jahre öffentlich zugänglich. Im Osten führt eine Treppe von einem Parkplatz direkt auf das Haldenplateau. Ein breiterer Weg, der wohl vor allem zum Aufhalden des Bergematerials genutzt wurde, verläuft im großen Bogen von Nordosten auf die Halde und dabei vorbei an der ehemaligen Bergeverladung. Hier erfolgte das Umladen des Abraums von Eisenbahnwagen auf kleinere LKWs, die das Material schließlich nach ganz oben gebracht haben. Die dritte Möglichkeit bieten kleinere, versteckte Nebenwege, die in Serpentinen und im Sägezahnmuster ebenfalls bis zum Gipfel führen.

Ganz oben befindet sich eine etwa 10 Hektar große, noch recht pflanzenfreie, elliptisch geformte und nach oben gewölbte Oberfläche aus dunklem Abraum, die an eine Mondlandschaft erinnern soll. Genau am höchsten Punkt der Halde steht exakt nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet seit dem 10.11.1998 eine Bramme, ein 67 Tonnen schweres, gegossenes Stück Stahl mit einer Höhe von ca. 15 Metern und nur einer Dicke von nur etwas mehr als zehn Zentimetern. Das Kunstwerk Bramme für das Ruhrgebiet wurde vom US-Amerikaner Richard Serra entworfen, der für seinen Umgang mit Stahlplastiken bekannt ist. Die Kosten für das imposante Stück Stahl betrugen damals 1 Millionen Deutsche Mark (etwa 510.000 Euro). Vom Plateau mit der Bramme hat der Besucher durch die fehlende Vegetation in dieser Höhenlage einen sehr guten Rundumblick auf das zentrale Ruhrgebiet. Besondere sichtbare Landmarken sind der Tetraeder sowie das daneben stehende Alpincenter in Bottrop, die höchste Halde Oberscholven in Gelsenkirchen, der Gasometer in Oberhausen, die Zeche Zollverein, die Veltins-Arena auf Schalke, der Nordsternpark (mit dem Herkules auf dem Förderturm) und die Skyline der Innenstadt von Essen.

Schurenbachhalde in Essen

Blick auf die Kokerei und das Bergwerk Prosper in Bottrop

Bramme auf der Schurenbachhalde

Fast 15 Meter hoch: Stahlbramme auf der Schurenbachhalde

Schurenbachhalde in Essen

Der größtenteils unbewachsene Gipfel wirkt wie eine Mondlandschaft. In der Mitte steht die Landmarke "Bramme für das Ruhrgebiet"

Bramme auf der Schurenbachhalde

Bramme, Zeche Prosper und Tetraeder

Schurenbachhalde in Essen

Fahrradtouristen bewundern die Höhe der Bramme

Schurenbachhalde

Reger Besuch auf dem Haldentop

Bramme auf der Schurenbachhalde

Von der Seite wie ein dünner Strich in der Landschaft

Bramme auf der Schurenbachhalde

...ein Strich mit leichter Neigung nach Westen

Schurenbachhalde

 

Bramme auf der Schurenbachhalde

Segway-Tour auf die Halde

Schurenbachhalde

Beginn der Vegetation am Rande der Mondlandschaft

Frosch in Teich auf der Schurenbachhalde

Kröte in einem Teich an der Schurenbachhalde

Bergeverladung

Bergebunker: Turm 79 von Ayşe Erkmen mit goldenem Geländer

Der im Norden der Schurenbachhalde stehende Bergebunker (letztes Foto) war Teil der Emscherkunst.2010. Dabei hat die Künstlerin Ayşe Erkmen das Geländer auf dem Bunker vergoldet, mit Blick auf das Grubengold und dessen Prägung für die Region. Gemäß der Ordnungszahl 79 von Gold im Periodensystem der Elemente trägt dieses Kunstwerk die Bezeichnung Turm 79.

Information Ausführliche Informationen zur Anreise mit Auto, Bus und Bahn finden Sie ganz oben auf dieser Seite.


Halde Eickwinkel

Die Halde Eickwinkel liegt in unmittelbarer Nachbarschaft und Sichtweite zur Schurenbachhalde an der Stadtgrenze nach Gelsenkirchen. Der größte Teil der Radfahrer auf dem die beiden Halden trennenden Radweg auf der Nordsternbahn fährt jedoch achtlos vorbei. Dabei liegt sie von der Höhe her durchaus im achtenswerten Mittelfeld der Halden im Ruhrgebiet. Die Fläche der Halde Eickwinkel beträgt etwa 5,3 ha. Mit einer Höhe von ca. 21 Metern über der Umgebung erreicht sie eine maximale Höhe von 61,4 m über dem Meeresspiegel. Der Name der Halde leitet sich von einer Bezeichnung für die Eiche ab. Eine Straße mit dem Namen Eickwinkel verläuft unterhalb und endet an einem Bauernhof.

Die erst seit jüngerer Zeit gepflegten Wege führen zu einem kleinen Aussichtspunkt. Hier reicht der Blick nach Westen über den Kanal bis hin nach Bottrop zum markanten Alpincenter, dem Tetraeder auf der Halde Beckstraße und zur markanten vulkanförmigen Mottbruchhalde in Gladbeck. Auch die Bramme auf der Schurenbachhalde ist zu sehen. Die Halde wurde offenbar nach längerer Zeit unter dichtem Buschwerk wiederentdeckt und entsprechend gepflegt.

Halde Eickwinkel

 

Halde Eickwinkel

 

Halde Eickwinkel

 

Halde Eickwinkel

 

Halde Eickwinkel

Halde Eickwinkel

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Industriekultur im Ruhrgebiet

Weitere Bergehalden sind von der Übersichtsseite zu diesem Thema auswählbar. Hier ist neben einer Einführung in die Thematik der Halden, Typen und Generationen auch eine Übersichtskarte zu finden.

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Halden Ausflugsziele

Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 12 / 2019
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(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr