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Die Halden Schleswig und Holstein in Dortmund

Das Bundesland Schleswig-Holstein weckt üblicherweise in Nordrhein-Westfalen Urlaubsgefühle und Sehnsucht nach den Nordfriesischen Inseln oder der Ostsee. Doch Schleswig und Holstein sind manchmal näher als man denkt, denn zwischen Dortmund und Unna förderten zwei Bergwerke dieser Namen – die Zeche Schleswig und die Zeche Holstein. Unter der Regie des Hörder Bergwerks- und Hüttenvereins wurden in den Vororten Brackel und Asseln die Grubenfelder vereinigt zum Hörder Kohlenwerk. Im Jahr 1859 entstand dazu die Zeche Schleswig, die über eine ca. 5 km lange Eisenbahn mit der südwestlich liegenden Hermannshütte in Hörde verbunden war. 1877 begann die Förderung durch die Zeche Holstein, die östlich davon unweit der Westfälischen Eisenbahnstrecke (heute S-Bahn-Strecke S4 zwischen Unna und Lütgendortmund) errichtet wurde. Im Jahr 1885 wurde die Güterbahn zur Hermannshütte um weitere 2,7 km verlängert zur Zeche Holstein mit Anschluss an eben diese Westfälische Eisenbahn am Bahnhof Wickede-Asseln (heute etwa Haltepunkt Wickede West). Beide Zechen waren neben der Güterbahn auch unter Tage miteinander verbunden. Die Stilllegung der Zeche Schleswig fand im Jahr 1925 statt, die der Zeche Holstein drei Jahre später. Zum Transport von Bergematerial wurden zum Anfang des 20. Jahrhunderts Drahtseilbahnen zu den Zechen Kurl und Scharnhorst gebaut. Am Ziel wurde die Berge zur Verfüllung von Stollen genutzt.

Vereinzelt sind noch heute Überreste des Bergbaus im Ortsbild sichtbar. Abgesehen von der Halde Schleswig (siehe weiter unten), die derzeit noch im Endstadium gestaltet wird, sind von der Zeche Holstein beispielsweise das alte Torhaus mit der Markenstube und die Kaue erhalten. Die Siedlung Am Knie ist ebenso auf die Zeche zurückzuführen wie die Kolonie Holstein. Straßennamen geben in diesem Fall allerdings kaum direkte Hinweise auf die Zeche. Die alte Güterbahnstrecke lässt sich heute noch im Gelände verfolgen anhand eines unbebauten Korridors und durch Feldwege, Straßen und Brücken. Besonders markant ist ein Straßenstern mit im Bereich einer Kreuzung sieben abzweigenden Wegen. Hier führte ehemals die Zechenbahn (Verlauf neben der Buddinkstraße) über den Briefsweg zwischen zwei Bergehalden vorbei zum Bahnhof Wickede-Asseln. Auf dem Gelände der alten Halden Holstein westlich des Sportplatzes ist heute Brachland, teilweise ist es eingezäunt.

Halde Holstein - Asseln

Ehemaliges Zechen- und Haldengelände am Briefsweg

Halde Holstein - Asseln

Treppe als Relikt am Wegesrand

Halde Holstein - Asseln

Die Zechenbahntrasse ist heute Radweg

Halde Holstein - Asseln

Tor zum Brachland

Während die Halde Holstein praktisch nicht mehr vorhanden ist, lässt sich am Zechengelände der großen Schwester bald in die Höhe steigen: Die Halde Schleswig ist nicht nur eine Bergehalde, sondern auch Deponie für Schlacke, Abfälle, Bauschutt und Bodenmaterial und beinhaltet durchaus auch toxische Substanzen. Der Eigentümer ist heute Thyssen Krupp.

Eigentlich 2014 sollte die Abdichtung der Deponie, Rekultivierung und Ausgestaltung abgeschlossen sein und die Halde zum Teil für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Vor allem der bereits heute dicht bewachsene Südteil und angrenzende Flächen rings um die selbst etwa 30 ha große Deponie sind als 56 ha großes Landschaftsschutzgebiet „Westbrink – Halde Schleswig“ ausgewiesen. Der Kern der Halde selbst mit ihrem bislang von größeren Gehölzen unbewachsenen Gipfel ist davon nicht betroffen. Der höchste Punkt liegt etwa auf 148 Metern über dem Meeresspiegel und rd. 48 Meter über der gemittelten Umgebung, die im Südwesten höher liegt als im Norden und Osten. Außer die Anlegung des Parks sind keine weiteren Gestaltungen vorgesehen. Das ist vielleicht aber auch gar nicht nötig, denn der Blick alleine dürfte weit über Dortmund und Unna reichen und interessante Einblicke auf den Betrieb am nahegelegenen Flughafen Dortmund ermöglichen. Die Eröffnung verzögert sich allerdings noch bis auf weiteres.

Mit Eröffnung der Halde für die Öffentlichkeit wird der Artikel überarbeitet.

Halde Schleswig

Fernblick von Unna auf die rekultivierte Halde Schleswig im Sonnenaufgang (Februar 2014)

Fazit und Tipp des Webmasters: Derzeit sind die Zechen vor allem Ziel für eingefleischte Zechensucher. Im benachbarten Unna-Massen befindet sich eine begehbare Bergehalde.

 

Informationen zur Anreise zu den Halden Schleswig u. Holstein:

Anreise mit dem Auto: Auf der B1 als Verbindung zwischen der A44 aus Richtung Kassel und der A40 aus Richtung Essen bis zur Ausfahrt Dortmund-Sölde / Asseln / Aplerbeck-Ost. Aus Richtung Unna links, aus Richtung Dortmund rechts abbiegen auf den Buddenacker Richtung Asseln. Hinter den Feldern an der Ampelkreuzung rechts auf die Aplerbecker Straße (geradeaus kreuzt übrigens die ehemalige Zechenbahn die Straße!). Hier befand sich die Schachtanlage Schleswig. Vorbei an der Halde und vor der Bahnunterführung rechts weiter in die Aplerbecker Straße. Um die Rechtskurve. Vor der Linkskurve mit Bahnunterführung rechts abbiegen in die Kahle Hege. Die erste links in den Tielkenweg und dem Straßenverlauf, der in den Ostbrink übergeht, bis zum Ende folgen. Hier befindet sich der genannte Straßenstern. Die ehemalige Halde liegt geradeaus, die Markenstube links an der Kreuzung Donnerstraße.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Briefsweg, Kreuzung Donnerstraße in Dortmund

Geographische Koordinaten:
51°31'16.24"N, 7°34'11.11"E – Halde Schleswig
51°31'30.96"N, 7°35'32.69"E – ehemalige Halde Holstein
51°31'33.32"N, 7°35'19.35"E – Torhaus und Denkmal Zeche Holstein
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
400770 m, 5708754 m – Halde Schleswig

402351 m, 5709178 m – ehemalige Halde Holstein
402096 m, 5709256 m – Torhaus und Denkmal Zeche Holstein

Anreise mit Bus und Bahn: Von Dortmund-Stadthaus, Dorstfeld oder Unna mit der S4 bis Dortmund-Asseln Mitte. Und dann weiter:

Zur Kolonie Holstein: Aus Richtung Unna hinter dem Zug den Bahnsteig verlassen und rechts unter der Bahn hindurch. Aus Richtung Dortmund in Fahrtrichtung geradeaus den Bahnsteig verlassen, aber nicht die Bahn unterqueren. Der Tybbinkstraße folgen, die in den Briefsweg übergeht. Eine Lore erinnert in der Nähe des Torhauses an die Zeche. Die Halde befindet sich am darauffolgenden Straßenstern mit der Buddinkstraße.

Zur Halde Schleswig: Den Richtung Dortmund zugewandten Bahnsteigzugang wählen. Auf der Aplerbecker Straße links auf der Südseite der Bahn bis zum Ende laufen. Links abbiegen auf die Asselner Straße bis zur Halde.

Tipp: Die Halde Schleswig lässt sich noch während der Sperrung gut aus dem Fenster der S-Bahn zwischen den Halten Dortmund-Asseln Mitte und Dortmund-Wickede West begutachten.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Die Hellweg-Route führt direkt an der Halde Schleswig auch der Halde Holstein samt Kolonie vorbei.

Quellen und Weitere Informationen:

Artikel zur Zugänglichmachung Halde Schleswig:

www.derwesten.de

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 08 / 2018
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