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Halde Ellinghorst und Halde Rheinbaben in Gladbeck

Unter dem Zechennamen »Vereinigte Gladbeck« begann beiderseits der heutigen Stadtgrenze zwischen Gladbeck und Bottrop in Bottrop-Eigen und Gladbeck-Ellinghorst ab 1897 das Abteufen der Schächte I / II bzw. III / IV. Im Jahre 1902 lief die Kohleförderung an und die Vereinigte Gladbeck wurde vom preußischen Staat übernommen. Im gleichen Jahr erfolgte die Umbenennung der Schachtstandorte nach dem Handelsminister Adolf Theodor Möller (Gladbeck) und dem Finanzminister Georg Freiherr von Rheinbaben (Bottrop). Beide Zechen wurden schließlich 1905 von der Hibernia AG übernommen, aber weitestgehend als zwei eigenständige Förderstandorte verwaltet. Erst viel später, weit nach dem zweiten Weltkrieg, fasste die Hibernia die beiden Zechen zu einem Verbund zusammen. Im Zuge der Kohlekrise wurde im März 1967 die Zeche Möller / Rheinbaben stillgelegt. An den Zechenstandorten befindet sich heute jeweils ein Gewerbegebiet. Größtes Relikt der Zeche Rheinbaben ist die gleichnamige Halde, doch der Name befindet sich auch heute noch in einigen Straßen, Kiosken oder Einrichtungen wieder. Auch die genannte Hibernia ist in dieser Form der Nachwelt erhalten geblieben.

Teil 1: Halde Rheinbaben

Die Halde Rheinbaben folgt langgestreckt der Stadtgrenze und liegt selbst zwischen dem Boye-Bach, der dem Bottroper Ortsteil Boy seinen Namen gibt, und der Autobahn A2 vollständig auf dem Gladbecker Stadtgebiet. Berufspendlern und Vielfahrern wird der Namen Gladbeck-Ellinghorst aus den Verkehrsnachrichten bekannt vorkommen, befindet sich die gleichnamige Abfahrt doch direkt neben der Halde Rheinbaben. Die Autobahn bildet die Trennung zwischen der nördlich davon gelegenen ebenfalls langgestreckten Halde Ellinghorst und wirkt dabei wie eine Spiegelachse zwischen den beiden sehr ähnlich gelegenen Halden.

Die Halde Rheinbaben, auch als Rheinbabenhalde bezeichnet, wurde etwa von 1945 bis zur Schließung der Zeche 1967 angeschüttet. Das Areal dieser Halde südlich der Autobahn A2 ist ein Naturschutzgebiet, das jedoch durch Wege erschlossen und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden ist. Der Haldenkörper, der durch teils recht steile Böschungen ein wenig deutlicher als die im nächsten Abschnitt behandelte Halde Ellinghorst als solcher identifizierbar ist, wurde von der Natur selbständig bewachsen - man spricht hier auch etwas technisch von der ungelenkten Spontanbegrünung. Sowohl dichten Birkenwald als auch feuchte Niederungen und Steilhänge hat Halde Rheinbaben zu bieten. Die höchste Erhebung bildet ein langgestreckter Damm auf der Südseite, der eine maximale Höhe von 61 Metern über dem Meeresspiegel und damit 21 Meter über der mittleren Umgebung erreicht. Bis auf einige Sichtschneisen auf das Gewerbegebiet in Bottrop-Eigen ist der Blick von der Bergehalde durch den dichten Bewuchs stark eingeschränkt.

Halde Rheinbaben

Birkenwald auf der Halde Rheinbaben in Gladbeck

Halde Rheinbaben in Gladbeck

Kleiner, steiler Anstieg auf der Rheinbabenhalde

Bergehalde Rheinbaben

Eine Gratwanderung: Links fällt die Böschung steil ab

Rheinbaben

Hochgelegener Haldenabschnitt

Halde Rheinbaben

Breite Pfade führen um und über die Halde

Halde im Ruhrgebiet: Rheinbaben

Tunnelblick durch den Birkenwald

Die Halde Rheinbaben beherbergt keine sanitären oder gastronomischen Einrichtungen. Vereinzelte Sitzgelegenheiten bieten jedoch die Möglichkeit für eine Rast. Die nächste Gastronomie ist derzeit (Stand 01/2011) eine kleine Pizzeria nördlich der Halde Ellinghorst.

 

Teil 2: Halde Ellinghorst (ehemalige Mülldeponie und Bergehalde)

Ist Rheinbaben eine typische Bergehalde, wie sie aus den anderen Artikeln auf diesen Internetseiten bekannt sind, ist Halde Ellinghorst eine ehemalige Mülldeponie. Das heißt jedoch nicht, dass alles, was den Namen Halde - und sei es eine Müllhalde - auf diesen Internetseiten präsentiert wird. Das Objekt wird nämlich in vielen Quellen tatsächlich als ehemalige Bergehalde bezeichnet. Offenbar muss hier eine Zeit lang Abraum abgelagert worden sein, bevor der Abfall kam.

Die Halde Ellinghorst ist heute nicht annähernd als Halde, sei es von Bergematerial oder Hausmüll, zu erkennen. Einerseits ist das Gelände nicht besonders hügelig oder vom Umgebungsgelände hervorstechend, andererseits haben sich hier selbständig und rasch Pflanzen angesiedelt. Viel davon sieht der Betrachter gewöhnlich aber nicht, da das Gelände als unbetretbares Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Von der Siedlung Ellinghorst führt ein nutzbarer Weg im Norden, Westen und Osten um die Halde. Die vierte Seite wird durch die Autobahn begrenzt. Schilder verbieten das Verlassen der Wege und damit das Betreten des Haldenkörpers zum Schutze der Tier- und Pflanzenwelt. Feuer machen, Kampieren, laute Musik oder ähnliches sind ebenfalls zu unterlassen. Nur wenige Bilder von der Halde sind somit möglich:

Halde Ellinghorst

Nur ein Blick vorbei am Schild auf das Nordende der Halde...

Naturschutzgebiet Halde Ellinghorst

... denn ab hier wird unmissverständlich die Tabuzone beschildert

Informationen zum Besuch d. Halden Ellinghorst u. Rheinbaben:

Haldenrundweg: Über Straßen und legal betretbare Wanderwege ist es möglich, beide Halden einmal zu umrunden. Ausgangspunkt hierbei sei die Albert-Schweitzer-Schule in Ellinghorst an der Kreuzung Agnesstraße / Unverhofft. Der Weg ist etwa vier Kilometer lang.

Rechts neben dem Schulgebäude verläuft ein Weg nach Süden und stößt auf den nördlichen, gut ausgebauten Weg entlang der Halde. Entsprechende Schilder weisen hier auf das Naturschutzgebiet hin. Links abbiegend endet der Weg irgendwann an einer geteerten Straße. Hier links Richtung Brücke halten, diese unterqueren und dahinter links auf die Straße, die über eben diese Brücke führt. Links gehen. Die Straßenseite möglichst wechseln und die Autobahnbrücke auf der rechten Seite überqueren. Genau gegenüber der anderen Ausfahrt aus Richtung Oberhausen führt ein Feldweg rechts von der Straße ab. Diesem durch die Felder folgen bis zum Parkplatz (Hinweistafel »Halde Rheinbaben«). Hier entweder geradeaus zwischen Halde und Feldrand, oder – interessanter – links durch die Halde und vorbei oder über die höheren Böschungen. Schließlich bis zum Pumpwerk, dann rechts unter der Autobahnbrücke hindurch. Hier fädelt auch der Weg vom Parkplatz entlang des Feldes ein. Kurz hinter der Brücke rechts in den Weg. Dem Verlauf bis auf die Agnesstraße folgen. Rechts abbiegen, bis man wieder den Ausgangspunkt erreicht hat.

Anreise mit dem Auto:

Ausgangspunkt Parkplatz Rheinbabenhalde: Auf der A2 bis zur AS 4 Gladbeck-Ellinghorst. Aus Richtung Dortmund links abbiegen, über die Brücke fahren und exakt gegenüber der Abfahrt aus der Gegenrichtung Oberhausen rechts in den derzeit unbeschilderten Feldweg fahren bis zum Parkplatz an der Halde. Aus Richtung Oberhausen abhängig von der Verkehrslage geradeaus fahren (Keine Abbiegespur – selbstverantwortliches Fahren notwendig! Ggf. zuerst rechts abbiegen, im Industriegebiet links wenden und dann wie aus Richtung Dortmund rechts abbiegen).

Ausgangspunkt Albert-Schweitzer-Schule: Leider ist die Einfahrt in die Siedlung Ellinghorst für Kraftfahrzeuge verboten (Anlieger frei). Ausgangspunkt der Exkursion, die sich daher um etwa einen Kilometer verlängert, ist eine Nebenstraße der L511.

Auf der A2 bis zur Ausfahrt AS 4 Gladbeck-Ellinghorst. Dort rechts auf die Beisenstraße abbiegen. Hinter der Industrieanlage und an der Ampelkreuzung links auf die Bottroper Straße (L511). Dieser folgen bis zum Bahnübergang. Hinter dem Bahnübergang liegt eine kleine Seitenstraße namens Am Wetterschacht, in der man auf begrenztem Platz am Rand parken kann. Alternativ eine weiter links in die Straße Am Haarbach und dort im Wohnviertel parken. Zu Fuß zurück über den Bahnübergang und dann rechts in die Agnesstraße und dem Verlauf bis zur Schule folgen.

Zieleingabe ins Navigationssystem:
Agnesstraße, Kreuzung Unverhofft oder Am Haarbach, Kreuzung Saarbrückener Straße oder Beisenstraße, Kreuzung A2 (Auffahrt Ri. Dortmund) in Gladbeck-Ellinghorst

Geographische Koordinaten:
51°33'21.44"N, 6°57'24.94"E – Halde Ellinghorst
51°33'06.54"N, 6°57'22.90"E – Halde Rheinbaben

51°33'26.30"N, 6°57'34.19"E – Zugang Albert-Schweitzer-Schule
51°33'04.67"N, 6°57'40.24"E – Parkplatz Rheinbabenhalde
51°33'37.30"N, 6°57'12.02"E – Parken Am Wetterschacht
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32):
358365 m, 5713630 m – Halde Ellinghorst

358313 m, 5713171 m – Halde Rheinbaben

358547 m, 5713775 m – Zugang Albert-Schweitzer-Schule
358645 m, 5713104 m – Parkplatz Rheinbabenhalde
358130 m, 5714127 m – Parken Am Wetterschacht

Anreise mit Bus und Bahn: Von Essen Hbf. (RE 14 und S9), Oberhausen Hbf. (RB 44) oder Dorsten (RE 14, RB 44) bis Bottrop Hbf. Von dort mit dem Bus der Linie SB16, SB29 oder 261 bis zum ZOB / Berliner Platz in Bottrop. Von dort mit dem Schnellbus SB91 Richtung Buer bis Maria-Theresien-Straße (eine zuvor zum Bereitmachen: Voßbrink), alternativ von Bottrop ZOB mit der Linie 259.

Weiterhin alternativ mit der Linie SB 91 direkt von Oberhausen Hbf. (Anreise mit RE 3, 5; RB 33, 35, 36; S3) oder Oberhausen-Osterfeld Süd (Anreise mit RB 44).

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Keine nennenswerten Themaradwege erschließen die Halden. Vom Emscher-Park-Radweg ist etwa in Höhe Tetraeder ein Abstecher auf den Straßen von Bottrop möglich.

Zu den Halden im Ruhrgebiet Auf der Themen-Auswahlseite finden Sie weitere Artikel dieser Art zu anderen ausgesuchten Halden im Ruhrgebiet. Hier ist neben einer Einführung in die Thematik der Bergehalden, Typen und Generationen auch eine Übersichtskarte zu finden. In der Kategorie »Ausflugsziele« werden Tipps für Ausflüge in die Region Ruhrgebiet gegeben.

Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 08 / 2018
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