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Vom Eyllschen Berg zur Bergehalde und Deponie Eyller Berg

Die Westlichste Halde im Ruhrgebiet in Kamp-Lintfort

Unweit des Wasserschlosses Eyll bildete der Eyllsche Berg mit 62,8 Metern über dem Meeresspiegel eine bewaldete, natürliche Erhebung als eiszeitliches Relikt. Hier erhob sich ein Inselberg aus Geröllmaterial als Überbleibsel einer Stauchendmoräne des Inlandeises der Saale-Eiszeit – das Material, welches Inlandgletscher vor sich hergeschoben haben.

Im Jahre 1912 begann die Förderung von Kohle durch die zentrumsnahe Zeche Friedrich Heinrich, zuletzt bis zur Schließung 2013 ein Teil des Bergwerks West. Man begann die großen Vorkommen von Ton und Kies des Eyllschen Berges abzubauen und u.a. zur Verfüllung zu verwenden. Dazu wurden Kiesgruben im Berg angelegt. Verwendung fand das Material auch beim Bau der Autobahn A40.

Während der Berg also zunächst abgegraben wurde, erfolgte etwa ab der 1950er Jahre die gegensätzliche Tendenz: Die ausgekiesten Gruben wurden wieder verfüllt. Dies geschah durch Hausmüll, Schutt und Bergematerial der Zeche – die Deponie Eyller Berg entstand. Schließlich wurde die Anlage zu einer Sondermülldeponie klassifiziert. Sie gehört mit der Deponieklasse III zu der mit den gefährlichsten Abfällen, die oberirdisch gelagert werden – inmitten eines Landschaftsschutzgebietes. Traditionell streiten sich an jedem Ort vergleichbarer Deponien Betreiber, Politik, Anwohner und Umweltschützer über die tatsächliche Gefährdung und Auswirkungen auf die Natur, Menschen und Tiere. Eine Bürgerinitiative zur Schließung der Deponie hat sich gegründet, im Ort am Fuße des Eyller Bergs lassen sich Protestbanner entdecken. Thematisiert werden dabei beispielsweise Bergsenkungen, die die Abdichtung zerstört haben könnten, Krebsvorkommen im Umkreis oder PCB-Nachweise auf Äckern.

Die unrühmliche Giftmülldeponie hat nach derzeitigen Erkenntnissen immerhin die Ehre, durch die ein Teil des Volumens eingenommenen Bergeanschüttungen durch die Zeche Friedrich Heinrich die westlichste Bergehalde im Ruhrgebiet zu sein.

Eyller Berg in Kamp-Lintfort

Giftmülldeponie Eyller Berg im Landschaftsschutzgebiet bei Kamp-Lintfort – Blick von der Landstraße aus Richtung Rayen

Fazit und Tipp des Webmasters: Aufgrund der Unzugänglichkeit lohnt ein Besuch des Eyller Berges praktisch nicht. Sehenswert ist die alte Pfarrkirche Eyll. Interessierte können einen Abstecher in die betroffene Siedlung am Fuße des Berges von der Halde Norddeutschland oder der Halde Pattberg machen – zwei echten und ungefährlichen Bergehalden in der Nähe.

 

Informationen zum Besuch am Eyller Berg:

Der Eyller Berg ist nicht zugänglich als Aussichtspunkt und kann nur aus der Ferne betrachtet werden – so wie im Foto dargestellt.

Anreise mit dem Auto: Auf der A42 und A57 bis zum Kreuz Kamp-Lintfort und dort Richtung Kamp-Lintfort auf die B528. Am Ende links abbiegen auf die Friedrich-Heinrich-Allee. Nach 1,5 km an der Ampel rechts abbiegen in die Geldernsche Straße und Rayen durchqueren. Kurz vor dem Ortsausgang rechts abbiegen auf die Eyller Straße. Kurz darauf liegt die Deponie geradeaus. Von hier aus lässt sie sich auch bereits am besten betrachten.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Eyller-Berg-Straße in Kamp-Lintfort, z.B. Nähe Kreuzung Honig(s)huck

Geographische Koordinaten:
51°28'55.6"N, 6°31'18.6"E – Eyller Berg (Deponie)
51°29'05.4"N, 6°30'55.5"E – Pfarrkirche Eyll
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32): 327493 m, 5706669 m – Pfarrkirche Eyll

Anreise mit Bus und Bahn: Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn besitzen keinen Anschluss an den Schienen-Personenverkehr. Die Anfahrt ist somit nur mit großem Zeitaufwand durch (z.T. unregelmäßige) Busse möglich. Die Anreise mit dem Auto wird empfohlen.
Von Krefeld Hbf. oder Kamp-Lintfort (Neues Rathaus; Anreise von Duisburg Hbf. z.B. mit Bus SB30 – ca. 45 Minuten) mit dem Bus der Linie 76 bis Haus Eyll. Die Fahrtzeit beträgt von Kamp-Lintfort ca. 8 Minuten. Achtung: Die Buslinie fährt unregelmäßig und nicht den ganzen Tag über.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Die NiederRheinroute führt nördlich von Rayen hinter dem Rayener Berg in der Nähe des Eyller Berges vorbei. Von hier aus ist über die Straße nach Norden ein kurzer Abstecher zum Haus Eyll möglich.

Quellen und Weitere Informationen:

Deponiebetrieb Eyller Berg: www.eyller-berg.de
Bürgerinitiative gegen Giftmülldeponie: www.giftberg.de
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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 08 / 2018
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