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Halde5 – Die Haldenfamilie im Lippepark in Hamm

Die fünf Halden Kissinger Höhe, Sundern, Humbert, Franz und Radbod

Gleich fünf Bergehalden bilden im Westen von Hamm eine kleine Bergkette. Sie reicht von der Halde der Zeche Radbod nördlich des Flusses Lippe über die Halden in unmittelbarer Umgebung des ehemaligen Bergwerks Ost bis hin zur Halde Sundern bei Pelkum und Wiescherhöfen. Als Teil des im Aufbau befindlichen Lippeparks werden sie zu einer Haldenfamilie vereint. Unter dem Motto Halde5 erhalten voraussichtlich alle Objekte bis 2020 eine Landmarke in Form eines orangefarbenen Aussichtsturms, dem "Haldenzeichen", wie es bereits im Lippepark auf dem Gelände von Schacht und Halde Franz zu besteigen ist. All diese Halden sind Teil dieses Beitrags. Sobald sich Neuerungen in der Entwicklung wie die Aufstellung neuer Haldenzeichen ergeben, so wird es wenig später an dieser Stelle eine Ergänzung geben.

In der Übersichtskarte sind die fünf Mitglieder der Haldenfamilie im Lippepark Hamm eingetragen. Zur Orientierung sind die Stadtmitte ganz im Osten und der große Rangierbahnhof mit eingetragen. Die lilafarbene Kontur markiert die Grenze zum Kreis Unna.

Karte über die Haldenfamilie im Lippepark Hamm

Alle fünf Exemplare werden in eigenen Abschnitten von Norden nach Süden näher vorgestellt. Die Halden 4 und 5, Humbert und Sundern, sind aktuell noch nicht zugänglich. Für die Dokumentation der Halde Sundern konnte jedoch die Gelegenheit eines Tags der offenen Tür genutzt werden, um hier einige Fotos präsentieren zu können.

In jedem Abschnitt sind ausführliche Informationen zur Anreise mit dem Auto, den öffentlichen Verkehrsmitteln und mit dem Fahrrad zu finden, damit Sie die Gipfelerlebnisse ganz einfach nachmachen können.

In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress sind die Halden eingezeichnet, zum Beispiel in der Karte "Dortmund und Umgebung" im Maßstab 1:50.000 oder in der Anschlusskarte "Südliches Münsterland". Im Rad-Leporello "Römer-Lippe-Route" befindet sich die Kissinger Höhe auf Seite 12.

Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite beim Verlag – Karten werden versandkostenfrei versendet. Für Webseite und Verkauf ist der Verlag verantwortlich.

Rad- und Wanderkarte Dortmund und Umgebung   Radwanderkarte Ruhrgebiet   Römer-Lippe-Route   Rad- und Wanderkarte Südliches Münsterland


Halde1: Die Halde Radbod

Ganz im Norden der Haldenkette liegt die Zeche Radbod. Das Bergwerk wurde gegen Anfang des 20. Jahrhunderts in Bockum-Hövel gegründet und begann im Jahre 1906 mit der Förderung von Kohle. Der etwas ungewöhnliche Name der Zeche stammt (vermutlich) vom friesischen Fürsten Radbod (679-719) ab. Sie prägte trotz vieler größerer und mittlerer Brand- und Explosionskatastrophen die wirtschaftlichen Verhältnisse des heutigen Vorortes von Hamm. Bereits in den jungen Jahren der Zeche ereignete sich eine schwere Schlagwetterexplosion mit 349 toten Bergleuten. Dieser Explosion folgte auf Radbod der erste ausschließliche Einsatz elektrischer Grubenlampen unter Tage im Ruhrgebiet. Am 31. Januar 1990 endete die Kohleförderung der Zeche. Heute präsentiert sich das Gelände als Gewerbegebiet und Kulturareal. Besonders markant sind die drei hintereinanderliegenden Fördergerüste, die zusammen mit den Maschinenhallen als Denkmal erhalten geblieben sind.

Die Hauptstraße des Kulturreviers Radbod, An den Fördertürmen, die auch die drei Fördergerüste passiert, läuft als Achse in Form eines Fußgängerweges mit Bäumen rechts und links genau auf die große westliche Halde der Zeche Radbod zu, die sich als Tafelberg mit markanten Terrassen im Hang präsentiert. Von hier aus gesehen erscheint die Form der Halde recht eckig, im Süden folgt sie hingegen angedeutet geschwungen den Mäanderbögen der angrenzenden Lippe-Altarme. Die Halde Radbod hat insgesamt eine Grundfläche von etwa 25,5 ha. Ihr höchster Punkt liegt auf 81 Metern über dem Meeresspiegel und ca. 30 Meter über der umgebenden Flur. In der folgenden Übersicht ist die Halde in der Mitte zu erkennen. Das Kulturrevier Radbod liegt nordöstlich davon.

Reliefkarte Halde Radbod in Hamm

Der dem Zechengelände zugewandte Osthang ist nur mit niedrigwachsenden Gräsern und im Spätsommer gelb blühenden Kräutern, nicht aber mit nennenswerten Büschen und Bäumen zugewachsen, was diese Flanke von Weitem etwas nackt aussehen und den Bezwinger bei Sommerhitze schwitzen lässt. Ein wenig erinnert der Berg dabei aus dieser Perspektive an die gestuften Maya-Pyramiden auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Die übrigen Hänge sind weitgehend bewaldet. Der niedrige Bewuchs des Osthangs zieht sich bis auf das Gipfelplateau, wo allerdings einzelne Büsche u.a. von Sanddorn und Hagebutten hervorstechen. Nach Norden hin wird auf dem Haldentop die Bewaldung dichter, wobei die zwar hohen, aber dennoch mit großem Abstand wachsenden Bäume von Gräsern umgeben sind. Trampelpfade durchbrechen diese Wildwiese. Herrlich ist es, wenn im Sommer eine kühle Brise weht und sich die Grashalme geräuschvoll in der sonst recht stillen Umgebung biegen.

Vom Gipfel und dem von Osten steil entlang der Ost- und Südflanke ansteigenden Hauptweg zum höchsten Punkt bietet sich dank der niedrigen Vegetation somit ein guter Überblick über Bockum-Hövel und die Umgebung der Lippeniederung mit dem Kraftwerk in Stockum. Selbstverständlich lässt sich auch das Kulturrevier hervorragend überblicken.

Blick auf Halde Radbod in Hamm

Verlängerung der Hauptachse Richtung Halde Radbod

Halde Radbod Hamm

Halde Radbod mit der nur niedrig bewachsenen Ostflanke

Halden im Ruhrgebiet: Halde Radbod

Terrassen am Hang der Halde

Gipfel der Bergehalde

Einzelne Büsche auf dem Haldentop

Gipfel der Halde Radbod

120°-Panoramablick über das Haldentop Radbod mit einzelnen Büschen, hinten bewaldeter Teil des Gipfels

Gersteinwerk von der Halde gesehen

Blick auf das Gersteinwerk und Kraftwerk Bergkamen (hinten)

Blick von der Halde Radbod auf Bockum-Hövel

Pfarrkirche St. Stephanus in Bockum-Hövel im Hintergrund

Bewaldeter Gipfel der Halde Radbod in Bockum-Hövel

Bewaldeter Teil des Gipfels: Einzelne Bäume in weitläufigen Wildwiesen

Haldengipfel

Bewaldeter Gipfel der Halde

Weg durch die Wiese auf der Halde

Trampelpfad durch die Wiesen

Ein ganz besonderer Spaziergang über das Radbod-Gelände wird hin und wieder vom Verkehrsverein Hamm (z.B. bei MyRegioGuide) angeboten. In der abendlichen Dämmerung bricht eine Gruppe auf, um am Ende des Tages in der Dunkelheit auf der Bergehalde zu stehen. Dort werden dann Fackeln entzündet, die den weiteren Weg weisen. Von der Halde lässt sich beobachten, wie das Lichtermeer der Stadt Hamm erwacht, die Straßenbeleuchtung im Kulturrevier aufleuchtet und sich der riesige Rangierbahnhof am Horizont als langes beleuchtetes Band abhebt.

Mit viel Glück wurde bei einer eigenen Teilnahme an dieser Wanderung einer der wenigen Schnee-Tage im Ruhrgebiet getroffen. Durch knirschenden Neuschnee stapfend widersetzte sich die kleine Gruppe Wind und Eiseskälte. Die anschließenden Aufnahmen zeigen Eindrücke der Fackelwanderung auf der Halde.

Halde Radbod Fackeltour im Schnee

Halde Radbod in der Winterdämmerung: Ziel der Wanderung

Halde Radbod Fackeltour im Schnee

Wanderung im Fackelschein. Hinten die drei Fördertürme

Halde Radbod Fackeltour im Schnee

 

Halde Radbod Fackeltour im Schnee

Pastellfarben über dem Kraftwerk Stockum

Halde Radbod Fackeltour im Schnee

Blick auf die Straßenachse der Zeche Radbod

Halde Radbod Fackeltour im Schnee

Fackeln im Sturm: Schnee auf dem Haldengipfel

Halde Radbod Fackeltour im Schnee Halde Radbod Fackeltour im Schnee

An dieser Stelle dem RegioGuide Martin Brunsmann einen herzlichen Dank für die schöne Wanderung. Hinweis zu den Fotos: Die teilnehmenden Personen haben der Veröffentlichung im Internet zugestimmt.

Östlich der Zeche Radbod befindet sich ein weiterer Hochpunkt, der jedoch nicht zu der Haldenfamilie dazugezählt wird. Die heute als Aussichtspunkt und Grünfläche nutzbare Deponie Römerstraße ist auch eine alte Bergehalde. Sie wird in der Dokumentation zum Kulturrevier näher vorgestellt.,

Anreise mit dem Auto: Auf der A1 bis zur Ausfahrt 81 Hamm / Bergkamen. Aus Richtung Dortmund rechts, aus Richtung Bremen links abbiegen auf die Dortmunder Straße. An der nächsten Ampel links in die Straße Am Tiebaum (Kreisstraße K4), dort den Kanal, die Lippe und die Eisenbahn überqueren und im Kreisverkehr rechts auf die Hammer Straße abbiegen. Dem Verlauf folgen. In Bockum-Hövel an der Kreuzung An den Fördertürmen rechts abbiegen und am Rand parken.

Zieleingabe ins Navigationssystem: An den Fördertürmen, Kreuzung Hammer Straße in 59075 Hamm

Geographische Koordinaten: 51°40'59.26"N, 7°45'12.58"E
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32):413825 m, 5726531 m

Anreise mit Bus und Bahn: Zunächst mit RE 1, 3, 6 oder 11 oder dem Fernverkehr nach Hamm (Westfalen). Es ist dabei zu beachten, dass Hamm nicht mehr im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr liegt und daher besondere Tarife gelten! Vom Bahnhofsvorplatz (Willy-Brandt-Platz) mit Bussen der Linie 2 Richtung Bockum-Hövel oder Uhlenfeld, Linie 4 Richtung Barsener Straße oder Linie S10 Richtung In der Geist / Lünen bis Zeche Radbod. Eine Haltestelle zuvor zum Bereitmachen ist Bromberger Straße (Linie S10) bzw. Hüserstraße (Linie 2 / 4). Die Fahrtzeit beträgt etwa eine Viertelstunde je nach Linie.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Gleich vier thematische Radfernwege verlaufen in der Nähe der Zeche Radbod, der Halde und dem See vorbei und entlang der Lippe: Emscher-Park-Radweg, LandesGartenSchau-Route, Rundkurs Ruhrgebiet und die Römer-Lippe-Route. Über sie lässt sich das Zechengelände erreichen.

Quellen und weitere Informationen:

Kulturrevier Radbod www.kulturrevier.de


Halde2: Die Halde Franz (Lippepark)

In Sichtweite der Schachtanlage Heinrich-Robert am Fuße der Kissinger Höhe entstand 1923 der dritte Schacht der Zeche DeWendel bei Herringen. Er setzt die Tradition der Männervornamen fort und wurde als Schacht Franz bezeichnet. Das Zechengelände erstreckte sich von der Dortmunder Straße bis fast an den Datteln-Hamm-Kanal. Über die Werksbahn waren die Anlagen mit einer Verladestelle am Kanal verbunden. Im Zuge der Zusammenlegung verschiedener Zechen zum Bergwerk Ost erfolgte 1994 die Stilllegung des Schachtes Franz, der 2002 verfüllt und dessen Übertage-Anlagen im Folgejahr abgerissen wurden. Einen Teil des Geländes nimmt eine kleine Bergehalde ein. Ihre Reste überragen die Umgebung um etwa 14 Meter. Der höchste Punkt liegt auf 72,2 Metern über dem Meeresspiegel. Die Fläche beträgt je nach Auslegung zwischen drei und sechs Hektar.

Im Jahre 2009 begann der Startschuss für den Umbau der brachliegenden Schachtanlage zu einem Sport- und Naherholungsgebiet – dem Lippepark Hamm. Zunächst wurde der Südabschnitt 2012 fertiggestellt. Der Nordabschnitt mit dem Haldengelände kam 2014 dazu. Der Park präsentiert sich als höchst abwechslungsreiche Hügellandschaft. Dabei stammen Teile des Bodens aus dem in Etwa zeitgleich geschehenen Seseke-Umbau. Von den Höhen bietet sich ein guter Blick auf die Umgebung, beispielsweise auf das Kraftwerk Stockum in Werne, den Kanal und die zwei großen Bergehalde im Süden. Der Nordteil wird geprägt durch drei Hügel: den Rest der genannten Bergehalde Franz und zwei hintereinanderliegenden, nur durch ein kleines Tal voneinander getrennten späteren Anschüttungen. Treppen, Pfade und Serpentinenwege erschließen die Berge. Der nördliche der beiden neuen Hügel hat am höchsten Punkt eine kleine Aussichtsplattform. Auf dieser wurde im Dezember 2016 das erste der fünf Haldenzeichen eröffnet. Es ist eine etwa 10 Meter hohe orangefarbene Spirale, die komplett begehbar ist. Derartig werden auch die zukünftigen Landmarken oder Aussichtstürme aussehen.

Aussichtsturm Haldenzeichen im Lippepark Hamm

"Haldenzeichen": Aussichtsturm im Lippepark Hamm

Aussichtsturm Haldenzeichen im Lippepark Hamm

Begehbare Spirale in leuchtendem Orange

Aussichtsturm Haldenzeichen im Lippepark Hamm Aussichtsturm Haldenzeichen im Lippepark Hamm

Auf dem südlichen Berg befindet sich der kreisrunde Himmelsspiegel, ein kleines Biotop. Leuchtend orange lackiert finden sich hier auch einige Schaukeln. Zu Füßen der Hügel können sich Kinder auf zwei verschiedenen Spielplätzen austoben. Die größeren tun dies auf dem Mountainbike-Parcours und auf der großen Wiese. Beobachten lassen sich die Stunts der Mountainbiker von einem ebenfalls derart angestrichenen Aussichtsbalkon. Vom südlichen Lippepark wird der nördliche Teil durch zwei große Sportplätze getrennt. Mitten in der großen Liege- und Spielwiese steht kreisrund eingezäunt die Protegohaube über dem ehemaligen Schacht Franz, praktisch neben der Halde die einzige verbliebene Erinnerung an die Bergbau-Vergangenheit. Auch hier stehen ein Spielplatz und Grillplätze zur Verfügung. Am Hauptzugang zur Dortmunder Straße befindet sich ein thematisch interreligiös gestalteter Platz aus fünf Stahltoren für die Weltreligionen. Östlich auf der alten Zechenbahn verläuft die „Seilfahrt“, ein der Tiefe des Schachtes entsprechend langer Kunstpfad mit Objekten aus dem Bergbau.

Die folgenden Fotos zeigen eher weiß als grün einen Spaziergang durch den Park an einem verschneiten Wintertag 2015:

Lippepark in Hamm

Aussichtshügel im Nordteil des Lippeparks

Lippepark in Hamm

Bank mit Blick auf die alte Halde Franz (mit Baumbestand)

Lippepark in Hamm

Orangefarbene Schaukeln und Himmelsspiegel

Lippepark in Hamm

Aussichtsbalkon mit Blick auf den Südteil und die Sportplätze

Lippepark in Hamm

Neue und alte Landschaft auf dem Gelände der Schachtanlage Franz: Aussichtshügel links und alte Bergehalde rechts

Lippepark in Hamm

Schaukel und Aussichtsbalkon über dem Mountainbike-Parcours

Lippepark in Hamm

Fußgang in das Tal zwischen den Hügeln im Nordteil

Lippepark in Hamm

Die Hänge werden zum Rodeln genutzt. Hinten Kraftwerk Stockum

Lippepark in Hamm

Ufoartige Aussichtsplattform am Nordende (heute Haldenzeichen)

Anreise mit dem Auto: Auf der A1 bis zur Ausfahrt 81 Hamm/Bergkamen. Aus Richtung Dortmund rechts, aus Richtung Münster links abbiegen auf die Dortmunder Straße Richtung Hamm und dem Verlauf bis zum Park ca. 5 km folgen. Parkmöglichkeiten bestehen in Nebenstraßen.

Zum Nordteil von der Dortmunder Straße nach 3 km im Kreisverkehr links abbiegen und im nächsten Kreisverkehr geradeaus in die Johannes-Rau-Straße. Nach 1,3 km rechts abbiegen in die Lünener Straße. Auf der linken Seite befindet sich nach wenigen hundert Metern ein kleiner Parkplatz an der Treppe zum Nordhügel mit der Aussichtsplattform.

Zieleingabe ins Navigationssystem:
Lünener Straße, Nähe Kreuzung Johannes-Rau-Straße oder Dortmunder Straße, Kreuzung Schachtstraße in Hamm

Geographische Koordinaten: 51°40'13.11"N, 7°44'55.75"E
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32): 413477 m, 5725111 m

Anreise mit dem Bus und Bahn: Mit den Zügen des Nah- und Fernverkehrs bis Hamm (Westf.). Den Westausgang wählen. Von der dortigen Haltestelle mit dem Bus der Linie 7 Richtung Herringer Markt bis Mozartstraße (eine davor zum Bereitmachen: Seelhofstraße). Dort wird der nördliche Parkteil erreicht. Alternativ vom Bahnhof über den Hauptausgang (Osten) mit der Linie 1 Richtung August-Bebel-Straße bis Isenbecker Hof (eine davor zum Bereitmachen: Dortmunder Straße). Zu Fuß weiter in Fahrtrichtung wird der Südzugang erreicht.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Auf der nördlichen Kanalseite verlaufen gleich vier wichtige Radwege auf einer Trasse: die Römer-Lippe-Route, der Emscher-Park-Radweg, der Rundkurs Ruhrgebiet und die LandesGartenSchau-Route. Über die drei Brücken an der Osthalde Radbod, vom Gelände Radbod und in Nordherringen wird der Park erreicht.

Quellen und weitere Informationen:

Informationen zum Lippepark:
www.hamm.de


Halde3: Die Halde Kissinger Höhe

Die Kissinger Höhe liegt südwestlich der Innenstadt von Hamm zwischen Pelkum und Daberg. Sie ist etwa 58 Meter über dem Parkplatz hoch und erreicht damit eine maximale Höhe von 112,3 Metern über dem Meeresspiegel. Aufgeschüttet wurde die mit etwa 45 ha flächenmäßig zu den größten im Ruhrgebiet zählende Halde von 1974 bis 1998 durch das benachbarte Bergwerk Ost. Es wurde erst 2010 geschlossen. Die Kissinger Höhe wurde vom Regionalverband Ruhr übernommen und begrünt. Sie hat drei Gipfel und ist unterschiedlich stark bewaldet. Es wurden 17 Kilometer Wander- und Nordic-Walking-Wege mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden angelegt. Schaut man auf das Luftbild, erkennt man, dass dies durch das radiale Umlaufen der Wege um die Halde in unterschiedlichen Höhen und Gefällen erreicht wurde. Die Wege haben unterschiedliche Namen, wie »Heinrich-Robert-Weg« (in Anlehnung an die Schachtanlage »Heinrich-Robert« des Bergwerks Ost), »Am Förderturm« oder »Der Kumpelweg«. Quer über die Halde verläuft ein Bergbaulehrpfad mit Gegenständen und Utensilien aus dem Bergbau, also sehr ähnlich wie auf Halde Haniel in Bottrop. An einigen Stellen stehen Bänke und Mülleimer, um eine Pause zu ermöglichen. Am höchsten Punkt ist ein Rastplatz angelegt. An zwei Kreuzungen und auf zwei der Gipfel befinden sich mit Schilf zugewachsene Teiche. Neben den geschotterten Wegen oder den Direktaufstiegen führt auch eine geteerte Straße recht steil hinauf.

Reliefkarte Halde Kissinger Höhe, Halde Humbert

 

Von den exponierten Stellen reicht der Blick weit über die flache Umgebung, ist die Kissinger Höhe doch der höchste Punkt der Stadt Hamm. Zunächst lässt sich natürlich die Innenstadt mit den zwei großen Kirchtürmen betrachten. Auf der anderen Seite liegt die Schachtanlage Heinrich- Robert des Bergwerks Ost. Dahinter ist die Stadtkirche von Unna, der Förderturm der Zeche Königsborn (Ostpol) in Bönen sowie der langgestreckte Höhenzug Haarstrang mit seinen Windkraftanlagen als Tor zum Sauerland zu erkennen. Auf der anderen Seite entdeckt man das Gersteinkraftwerk in Werne-Stockum am Datteln-Hamm-Kanal, das Kraftwerk Bergkamen in Bergkamen-Heil und die dazu benachbarte Halde Großes Holz.

Rastplatz auf der Kissinger Höhe in Hamm

Rastplatz auf dem höchsten der drei Gipfel

Bergwerk Ost von der Halde gesehen

Schacht Heinrich-Robert des Bergwerks Ost (hier noch in Betrieb)

einzelner Baum auf einer Halde

Einzelstehender Baum auf der höchsten Anhöhe

Halde Humbert von der Kissinger Höhe aus

Halde Humbert, hinten Kraftwerk Heil und Halde Großes Holz

Stadtmitte von Hamm von der Halde Kissinger Höhe gesehen

Blick auf Hamm mit Paulus- (rechts) und Lutherkirche (links)

Bergbaulehrpfad Kissinger Höhe

Bergbaulehrpfad Kissinger Höhe: Schrappergefäß

Pfahl

Mahnpfosten am Rastplatz, hinten das Gersteinwerk in Stockum

Kissinger Höhe Hamm

Eine weitere Übersicht von Hamm

Kissinger Höhe in Hamm

Bergbaulehrpfad mit einem kleinen Bagger (Graffito verändert)

Gersteinwerk von der Kissinger Höhe aus gesehen

Gersteinwerk vom mittleren, zweithöchsten Gipfel der Halde

Bergbaulehrpfad auf der Kissinger Höhe

Bergbaulehrpfad auf der Kissinger Höhe:

Grubenausbauprofil auf der Kissinger Höhe in Hamm

Grubenausbauprofil aus rostigem Stahl

Zwei Bögen

Zwei Bögen unterschiedlichsten Materials hintereinander

Bergbau-Lehrpfad

Weitere Objekte des Lehrpfades - eine Ebene tiefer zu sehen

Teich mit Schilf auf der Kissinger Höhe

An einem der Teiche auf der Halde Kissinger Höhe

Halde Großes Holz von der Kissinger Höhe gesehen

Zoom-Bild der Halde Großes Holz mit der Adener Höhe

Hamm von der Kissinger Höhe

 

Halde Humbert

Noch unzugängliche Halde Humbert neben der Kissinger Höhe

Anreise mit dem Auto: Auf der A2 bis Ausfahrt 17 Bönen. Aus Richtung Dortmund links, aus Richtung Hamm rechts abbiegen auf die Pelkumer Straße Richtung Pelkum. In Pelkum rechts auf die B61 abbiegen Richtung Hamm und dem Straßenverlauf der B61 in allen Kreuzungen folgen. In Wiescherhöfen passieren Sie das ehem. Bergwerk Ost. Biegen Sie hinter der Bushaltestelle und hinter der Rechtskurve links ab in die Straße Am Bergwerk – ein Hinweisschild zur Kissinger Höhe weist in die Straße. Direkt hinter der Kreuzung befindet sich rechts die Einfahrt zu einem großen Parkplatz.

Eingabe in das Navigationssystem: Zum Bergwerk in Hamm

Geographische Koordinaten: 51°39'18.92"N, 7°46'6.16"E – Parkplatz an der Halde Kissinger Höhe und ein möglicher Zugang
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32): 414802 m, 5723414 m

Anreise mit Bus und Bahn: Vom Bahnhof Hamm (Westfalen) halbstündlich mit dem Bus der Linie 3 Richtung Pelkum bis zur Haltestelle Zeche Heinrich-Robert (ca. 10 Min Fahrt). Dort zu Fuß in die Richtung, aus der der Bus gekommen ist und nach wenigen Metern links in den Weg neben dem Bach oder hinter der Kurve links in die Straße Am Bergwerk. Dann rechts auf den Parkplatz und geradeaus zum Haldenzugang.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Die Kissinger Höhe wird nicht direkt durch thematische Radwege erschlossen. Abstecher von etwa 2 km Umweg sind möglich von der Römer-Lippe-Route, dem Rundkurs Ruhrgebiet, dem Emscher-Park-Radweg und der LandesGartenSchau-Route. Sie verlaufen allesamt am nördlichen Ufer des Datteln-Hamm-Kanals entlang und müssen diesen und die Lippe über den Brückenschlag im Lippepark überqueren.

Quellen und weitere Informationen:

Route Industriekultur (Kissinger Höhe):

www.route-industriekultur.ruhr


Halde4: Die Halde Humbert

Die Halde Humbert liegt direkt neben der Halde Kissinger Höhe. Getrennt voneinander werden beide nur durch den begradigten Herringer Bach. Auf einigen Karten ist bereits ein Übergang zur Nachbarhalde eingezeichnet, doch bisher ist sie noch nicht begehbar. Aber auch die Halde Humbert ist ein Teil der geplanten Achse im Lippepark, wird eine der orangefarbenen Landmarken bekommen und zukünftig auch zugänglich sein. Bisher lässt sich die Halde nur von außerhalb betrachten, am besten von der benachbarten, höheren Halde Kissinger Höhe. Es handelt sich um einen noch recht nackten Berg mit Grasbewuchs und sehr niedrigen Büschen.

Panorama Halde Humbert von der Kissinger Höhe in Hamm

Panorama der Halde Humbert von der Kissinger Höhe aus gesehen. Hinten Halde Großes Holz und Kraftwerk Heil

Anreise mit dem Auto: Da die Halde nicht zugänglich ist, entfällt an dieser Stelle die Anreisebeschreibung.


Halde5: Die Halde Sundern (Sundernrücken)

Der westliche Stadtrand von Hamm ist sehr dörflich geprägt. Wiesen, Felder und Wäldchen werden unterbrochen durch die kleineren Vororte wie Pelkum, Sandbochum oder Herringen. Der Sundern war bis in die 1990er Jahre eine Ackerlandschaft, die vom Deutzholz, einer größeren geschlossenen Waldfläche, und vom Pelkumer Bach durchzogen wurde. Im Jahre 1996 begann das sogenannte Projekt Landschaftsbauwerk Sundernrücken, das die Anschüttung von Bergematerial des Bergwerks Ost vorsah. Damit ist die Halde Sundern die jüngste von drei großen Abraumhalden in der direkten Umgebung der Schachtanlage Heinrich Robert nach der Halde Kissinger Höhe und Halde Humbert, die im Gegensatz zur Halde Sundern beide östlich des Abbaus liegen. Seit dieser Zeit wurde auf einem etwa 38 Hektar großen Gelände ein inzwischen beachtlicher Berg aufgeschüttet, der weiterhin an Höhe gewinnt. In der folgenden Reliefkarte ist die Halde gut zu erkennen.

Reliefkarte Halde Sundern

Offizielle Angaben vermelden eine geplante Höhe von ca. 50 Metern über dem Gelände, was eine absolute Höhe von etwa 105 Metern über dem Meeresspiegel bedeutet. Während ältere Pläne von einer Erschließung und Verbindung der drei Halden zu einem Naherholungsgebiet sprechen, sorgen andere Pläne für mediale Aufmerksamkeit. Als erster Abraumberg überhaupt könnte Halde Sundern die günstige Höhenlage nutzen, um Strom durch ein Pumpspeicherkraftwerk gewinnen. Unter dem Namen Energiepark Sundern würde dabei ein etwa 600.000 m³ großes Speicherbecken auf dem Haldenplateau angelegt. In Zeiten größeren Strombedarfs, also z.B. am Morgen oder in der Mittagszeit, soll dann Wasser in großen Mengen ca. 50 Meter bergab in einen sogenannten Untersee abgelassen werden. Durch die kinetische Energie würde dabei eine Turbine angetrieben, die wiederum einen Generator zur Produktion elektrischer Energie bedient. In Zeiten geringeren Strombedarfs würde Wasser einfach wieder unter Verbrauch von Strom vom Unter- in den Obersee zurückgepumpt werden – der Energiespeicher wäre wieder voll und einsatzbereit bis zum nächsten kollektiven Einschalten von Kaffeemaschinen, Herden oder Haartrocknern. Die günstige Lage der Halde könnte darüber hinaus genutzt werden, den Strom für die Pumpen für den Weg vom Unter- zum Obersee wiederum aus Windenergie zu gewinnen. Auf diese Art und Weise würden über 6 Stunden am Tag 15 MW Strom (Bedarf von ca. 8.000 Haushalten) erzeugt werden. Der aktuelle Stand dieses Projektes ist die Machbarkeitsstudie, die angesichts der zum Zeitpunkt der Besichtigung der Halde aktuellen Probleme des Alpincenters in Bottrop mit der Standsicherheit durchaus Fragen im Bezug auf den Einfluss von Nachsackungen im Haldenkörper auf den Obersee aufwirft. In der letzten Zeit hat man leider recht wenig von diesem Projekt gehört.

Anlässlich einer Informationsveranstaltung durch die RAG wurde die sonst für die Öffentlichkeit unzugängliche Bergehalde Sundern am 11. September 2011 im Rahmen eines Tags des offenen Haldentores freigegeben. Besucher konnten sich dabei an Informationsständen bei kostenlosen Getränken und kompetenten Ansprechpartnern informieren. Man konnte zu Fuß oder mithilfe von schlammbespritzten Shuttle-Fahrzeugen zum Gipfel gelangen. Einen dicken Strich durch die Planung machte allerdings das Wetter, das durch starke Regenschauer nicht nur einmal für ein kollektives Verlassen der Besucher vom Berg sorgte. Zwei gut genutzte Zelte mit Bierzeltgarnituren auf dem Gipfel-Plateau sorgten jedoch für trockene Gemütlichkeit. Eine besonders schöne Idee waren ausgeteilte Lagepläne der Halde, auf denen Aussichtspunkte mit sichtbaren Landmarken in der Umgebung vermerkt waren. Am richtigen Ort dieses eingezeichneten Aussichtspunktes leitete ein in den Abraum gesprayter neongelber Pfeil den Blick auf das beschriebene Objekt. Alles in allem war dies eine äußerst durchdacht organisierte Veranstaltung, die recht viele Bürger und Haldenfreunde anlockte. Vielen Dank an dieser Stelle an die Organisatoren für diese einmalige und tolle Möglichkeit!

Aufgang Halde Sundern

Unmissverständlicher Pfeil: Dort geht es auf die Halde

Aufgang zur Halde Sundern

Recht großes Interesse am Tag der offenen Halde

Halde Sundern

Stehenbleiben und über die Aussicht staunen

Halde in Hamm

Schacht Lerche, hinter Cosmeae und anderen Blühpflanzen

Fahrrad auf der Halde

Mit dem Fahrrad kurz vorm Gipfel

Aussichtspunkt Halde

Nummerierte Aussichtspunkte: Kraftwerk und Zeche in Bergkamen

Zelt auf der Halde Sundern

Zelte auf dem Gipfelplateau

Dixi-Klo

An alles wurde gedacht: Dixi-Klos

Gersteinwerk

Gerstein-Kraftwerk hinter den mobilen Toiletten

Holzbude mit fragwürdigem Nutzen

Treffen auf der Halde Sundern

Hoch oben trifft man sich – es wird geplaudert

Blumen am Haldenrand

zaghaft Blühendes am Haldenrand

Sonnenblumen auf der Halde

Sogar Sonnenblumen trotzen dem teils recht starken Wind

Halde Sundern

Letzter regentrauriger Blick

Die Halde ist nicht zugänglich und abgesperrt. Die Bilder stammen vom Tag der offenen Tür im September 2011. Eine Anreisebeschreibung entfällt aus diesem Grunde.

Der gesamte Beitrag wurde zuletzt geändert oder in seiner Aktualität geprüft: 01 / 2018
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr