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Halden Wilhelmine Victoria & Siedlung Klapheckenhof

Im Jahre 1858 begann am östlichen Rande des heutigen Gelsenkirchener Vorortes Heßler die Förderung der Zeche Wilhelmine Victoria mit dem Schacht I im Bereich des heutigen Gewerbegebietes Haldenstraße an der Wilhelminenstraße südlich der A42. Etwa acht Jahre später entstand am westlichen Ende von Heßler der Schacht II etwa im Bereich der heutigen Straßen Kleine Hauwe und Große Hauwe. Beide Schachtanlagen mit später je zwei Schächten lagen etwa eineinhalb Kilometer voneinander entfernt. Zwischenzeitlich wurde die Schachtanlage II / III gegen Ende der 1920er Jahre stillgelegt, jedoch später reaktiviert. Im Zuge der Kohlekrise begann die Gesamtstilllegung der Zeche. Das Grubenfeld und die Anlagen wurden an die Zeche Fritz-Heinrich in Essen verkauft. In den 1970er Jahren verfüllte man die Schächte schließlich und riss die Fördergerüste später ab – das von Schacht I wurde im heutigen LWL-Industriemuseum Zeche Zollern II / IV auf dem dortigen Schacht II aufgebaut. Dieses Gerüst lässt sich von Besuchern des Industriemuseums besichtigen und als Aussichtspunkt erklimmen.

 

Halde Wilhelmine Victoria II / III

Grüner Hügel zwischen den Zechensiedlungen

Unweit der Autobahnabfahrt von Heßler trennt ein bewaldeter Berg zwei Teile der Zechensiedlung Klapheckenhof zwischen der Dammstraße und der Grawenstraße. Er liegt nahe der ehemaligen Schachtanlage II / III und hat die Form eines liegenden L. Es handelt sich hierbei um die Halde Wilhelmine Victoria II / III. Sie wird von den Siedlungen und Straßen, die zum Teil auf ehemaligen Güterbahnstrecken verlaufen, scharf eingerahmt. Ein ehemaliges Schwimmbad bedeckt sie sogar. In der Abbildung mit dem Schummerungsbild ist die Ausdehnung der Halde gut zu erkennen:

Karte Halde Wilhelmine-Victoria in Gelsenkirchen

Der Hauptteil der Halde liegt an der Wilhelmine-Victoria-Straße im Westen. Eine Spitze fällt in östlicher Richtung sanft ab. Die Gesamtfläche beträgt etwa 4 Hektar. Der höchste Punkt liegt auf 57 Metern über dem Meeresspiegel und etwa 18 Meter über der Umgebung. Zunächst sucht man vergeblich nach einem Zugang zur Halde. An einigen Stellen führen jedoch unauffällige Trampelpfade von den Straßen den Hang hinauf und enden auf einen mehr oder weniger breiten Hauptweg, der sich auf dem langen Kamm von West nach Ost zieht. Aussichten halten sich durch die dichte Bewaldung arg in Grenzen, wie auf den folgenden Fotos deutlich wird.

Halde Wilhelmine Victoria in Gelsenkirchen

Wald und Nesseln auf der Halde Wilhelmine Victoria II / III

Halde Wilhelmine Victoria in Gelsenkirchen

Durch den Wald führt ein Hauptweg von West nach Ost

Halde Wilhelmine Victoria in Gelsenkirchen

Der Weg berührt auch die steile, nördliche Böschung

Halde Wilhelmine Victoria in Gelsenkirchen

 

Informationen zur Anreise finden Sie am unteren Ende dieser Seite.

 

Halde Wilhelmine Victoria I / IV

Ehemalige Halde, die dem Gewerbegebiet seinen Namen gibt

Nicht einmal zwei Kilometer von der beschriebenen zweiten Schachtanlage II / III in Heßler war die Gründungsschachtanlage der Zeche Wilhelmine Victoria entfernt. Sie befand sich in östlicher Richtung davon an der Wilhelminenstraße. Noch heute sind dort, etwas versteckt hinter einem Supermarkt, das Gebäude der Kaue und der alte Eingangsbereich erhalten.

Auch hier gab es eine Bergehalde, die sogar noch größer war als die andere. Sie erstreckte sich entlang der alten Eisenbahn zum Güterbahnhof Schalke und reichte bis zur Siedlung Goorshof. In den 1950er Jahren hatte sie eine Ausdehnung von etwa 5 Hektar. Heute sucht man diese Halde jedoch vergeblich, findet aber einige Hinweise darauf. So existiert beispielsweise eine Haldenstraße und auch das Gewerbegebiet, das zum Teil auf ihrer Fläche liegt, trägt den Namen Gewerbegebiet Haldenstraße. Der größte Teil der Fläche wird jedoch heute täglich von beinahe unzähligen Autofahrern überfahren. Seit Anfang der 1970er Jahre verläuft hier nämlich die Autobahn A42 entlang. Die Aus- und Einfädelspuren der Ausfahrt Gelsenkirchen-Zentrum aus Richtung Oberhausen gesehen enden und beginnen auf ihr.

Die folgende Abbildung stellt die alte Bergehalde Wilhelmine Victoria I / IV dar. Zur besseren Identifikation ist ihre Kontur mit einer braunen Umrandung gekennzeichnet. Die Grafik ist interaktiv. Per Mausklick oder Fingertipp wird das historische Luftbild gegen ein aktuelles ausgetauscht, sodass sich die Lage der Halde – immer noch mit der Kontur markiert – auf die heutige Situation übertragen lässt.

 Historische Ansichten der Halde Wilhelmine Victoria

 

Siedlung Klapheckenhof und Siedlung Grawenhof

Die Siedlung Klapheckenhof mit dem außerhalb und auf der anderen Seite der Halde Wilhelmine Victoria II / III liegenden Grawenhof entstand 1873 (Nordteil) bzw. 1885 (Südteil) unter der Bergbau AG Wilhelmine Victoria. Nach der Siedlung Flöz Dickebank bilden beide damit die zweit- und drittälteste Arbeitersiedlung in Gelsenkirchen. Typischerweise sind die Gebäude wie in vielen Siedlungen dieser Art (Beispielsweise Siedlung Eisenheim in Oberhausen) im Kreuzgrundriss erbaut. Innerhalb eines Hauses befinden sich damit vier Wohnungen mit eigenen, separat gelegenen Eingängen. Die Entfernung der Hauseingänge voneinander sollte unter anderem für Abstand zwischen den Nachbarn sorgen und damit auch Konflikten vorbeugen, aber auch den Eindruck des Besitzes eines ganzen Hauses schaffen. Sowohl im eigentlichen Klapheckenhof als auch an der Grawen- und Grundstraße bilden die Häuser eine lineare Ausrichtung, stehen also in einer Reihe nebeneinander. Zu den Häusern gehören jeweils Gärten und Schuppen. Größtenteils bestehen die Häuser aus sichtbarem Backstein, teilweise sind sie einheitlich oder verschieden verputzt – jeder Straßenzug sieht also anders aus.

Zechensiedlung Klapheckenhof in Gelsenkirchen

Klapheckenhof mit Blick auf die Halde Wilhelmine Victoria II / III

Zechensiedlung Klapheckenhof in Gelsenkirchen

Straßenzug durch den Klapheckenhof

Zechensiedlung Klapheckenhof in Gelsenkirchen

Langgezogene Siedlung entlang der Grundstraße

Zechensiedlung Klapheckenhof in Gelsenkirchen

Straße Grawenhof

Fazit und Tipp des Webmasters: Während die Siedlungen für einen kleinen Spaziergang lohnenswert sind, ist die Halde nicht viel mehr als ein leicht erhöhtes Waldstück, das kaum als Bergehalde wahrgenommen wird. Kombiniert werden kann der Besuch mit dem Nordsternpark, der Zeche und Kokerei Zollverein oder auch dem Revierpark Nienhausen mit seinem Schwimmbad und der deutlich höheren Halde Zollverein 4/11.

 

Informationen zum Besuch der Siedlung Klapheckenhof

und der Halde Wilhelmine Victoria II / III:

Zugänge zur Halde befinden sich an der Wilhelmine-Victoria-Straße im Westen und an der Dammstraße im östlichen Bereich der Halde. Die Siedlungen sind über öffentliche Straßen frei zugänglich. Bei einem Besuch ist jedoch zu beachten und zu respektieren, dass hier Menschen wohnen und leben.

Anreise mit dem Auto: Auf der A42 bis zur Ausfahrt Gelsenkirchen-Heßler. Dort links (aus Richtung Dortmund) bzw. rechts (aus Richtung Oberhausen) auf die Straße Lehrhovebruch Richtung Heßler. An der Ampel hinter der markanten Brücke mit dem roten Bogen rechts abbiegen in die Straße Fersenbruch. In der Ortsmitte in Höhe der Kirche rechts abbiegen in die Grimmstraße. Kurz vor dem Ende schräg rechts abbiegen und auf dem Parkplatz parken. Von hier aus zu Fuß der Grawenstraße folgen.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Klapheckenhof bzw. Grawenhof in 45883 Gelsenkirchen

Geographische Koordinaten:
51°31'06.08"N, 7° 3'10.90"E – Halde Wilhelmine Victoria II / III
51°31'13.45"N, 7° 3'14.88"E – Siedlung Klapheckenhof
51°31'02.16"N, 7° 3'10.40"E – Siedlungsteil Grawenhof
51°31'03.42"N, 7° 4'08.70"E – Kaue am Gewerbegebiet Haldenstraße
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
364915 m, 5709267 m – Halde Wilhelmine Victoria II / III

364998 m, 5709493 m – Siedlung Klapheckenhof
364902 m, 5709146 m – Siedlungsteil Grawenhof

366027 m, 5709155 m – Kaue am Gewerbegebiet Haldenstraße

Die Koordinaten können in das Eingabefeld z.B. von GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

Anreise mit Bus und Bahn: Von Gelsenkirchen Hauptbahnhof mit dem Bus der Linie SB36 Richtung Bottrop bis Grimmstraße (eine Haltestelle davor zum Bereitmachen: Lockhofstraße). Die Fahrtzeit beträgt etwa 13 Minuten. zu Fuß in die Grimmstraße nach Süden bis zum Kreuzungsstern an der Dammstraße. Auf der Dammstraße zur Siedlung Klapheckenhof, auf dem Grawenhof zu eben diesem Siedlungsteil oder über die Dammstraße auf die Halde.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Über den nahegelegenen Nordsternpark sind Siedlung und Halde mehr oder weniger durch einen Abstecher an den Emscher-Weg und den Emscher-Park-Radweg angebunden.

Quellen und Weitere Informationen:

Route der Industriekultur (Siedlung Klapheckenhof):

www.route-industriekultur.ruhr

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 12 / 2016
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(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr