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Zeche Werne • Halde Werne I / II und III

In Werne an der Lippe im nördlichen Kreis Unna begann das Montanzeitalter um die vorletzte Jahrhundertwende. Im Jahre 1902 lief die Förderung durch die Zeche Werne mit ihrer Schachtanlage I / II an. Diese liegt nur wenig südlich der historischen Stadtmitte in unmittelbarer Nähe zum Fluss Lippe, der stark mäandrierend die südliche und östliche Grenze der Anlage darstellt. Ab 1913 begann auch der Betrieb auf der wenige Kilometer südlich in Bergkamen-Rünthe liegenden Schachtanlage III. Im Jahre 1975 erfolgte die Stilllegung nach Zusammenlegung mit der Zeche Heinrich Robert in Hamm, die ins spätere Bergwerk Ost aufging und 2010 geschlossen wurde.

Während Teile der Schachtanlage I / II durch Gewerbeansiedlungen genutzt sind, ist die größte Fläche des Geländes bis zum Lippeufer mit dem ehemaligen Kohlenlager eine Brachlandschaft, auf der sich die Natur ausbreitet. Erst seit 2012 erschließt ein breiter Radweg von Rünthe nach Stockum auf einer alten Zechenbahnstrecke das Gelände, das zum Teil zum Naturschutzgebiet entlang der Lippe gehört. Die Schachtanlage III wurde bereits 1930 einmal stillgelegt, nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 reaktiviert und endgültig im Jahre 1960 geschlossen. In ihr ist heute das »Kulturzentrum Schacht III« untergebracht.

Zeche Werne

Relikte der Zeche Werne I / II zwischen Stadtzentrum und Lippe

 

Halde Werne I / II

Die Halde am Radweg über das Zechengelände

Die Halde Werne liegt auf dem westlichen Gelände der ehemaligen Hauptschachtanlage I / II und wird im Westen durch die Bundesstraße B233 begrenzt. Bis ins Jahr 2012 endete der schöne Radweg auf alter Bahntrasse direkt hinter einer mustergültig sanierten Lippebrücke an einem Zaun, denn das Zechengelände war nicht öffentlich zugänglich. Dann allerdings wurde der Radweg von Rünthe nach Stockum eröffnet, der auf der weiteren Trasse der Zechenbahn verläuft und das Areal neu erschloss. Die Zäune sind nun abgerissen und das Zechengelände öffentlich zugänglich. Karte Halde Werne 1/2

Man betritt dabei ein heute landschaftlich recht interessantes Gebiet zwischen Bundesstraße und Lippe. Der Fluss verlief hier ursprünglich in engen Mäanderbögen und wurde zum Teil begradigt. Sogar eine Schleuse hat sich hier befunden – einzelne Altarme sind heute noch vorhanden, andere verschwunden, der Verlauf des Schleusenkanals lässt sich vor allem im Luftbild oder auch in der nebenstehenden Abbildung mit Geländedarstellung noch sehr gut erahnen.

Keilförmig schiebt sich die Halde zwischen Bundesstraße, Zechenanlage und die ehemalige Bahntrasse, dem heutigen Radweg von Rünthe nach Stockum. Sie erstreckt sich auf einer Grundfläche von ca. 6,5 ha. An ihrer höchsten Stelle ist sie 74 Meter über dem Meeresspiegel hoch und überragt die Umgebung um etwa 18 Meter. Vor ihrer Existenz floss der Hornebach von der Innenstadt kommend über das Gelände und in Höhe der ehemaligen Schleuse in die Lippe. Anhand historischer Ansichten lässt sich nachweisen, dass je ein Haldenkörper nördlich und südlich des Bachs angeschüttet wurde, ehe dieser umgeleitet wurde und die Bergehalde zu einer einzigen über das alte Bachbett hinüber zusammenwuchs. Heute verläuft der Bach parallel zur B233 nach Süden und mündet unweit der roten Brücken in Rünthe – von der Straßenbrücke aus ist die Mündung in die Lippe zu sehen. Von seinem ursprünglichen Verlauf ist heute nichts mehr zu sehen.

Von der Ostseite führt ein Weg auf den Berg. Zunächst läuft dieser parallel zum Radweg am Hang entlang, erreicht aber bald den höchsten Punkt, um nach Norden wieder bergab zu laufen.

Lippebrücke Werne

Abruptes Ende des Radweges Rünthe-Stockum bis 2012

Halde Werne am neuen Radweg Werne-Stockum

Neuer Radweg Rünthe-Stockum, links die Halde

Halde Werne 1/2

Radweg auf alter Bahntrasse, hinten die Halde Werne I / II

Halde Werne 1/2

Aufstieg auf die Halde vom Radweg aus

Halde Werne 1/2

Panoramabild der Halde neben der alten Bahntrasse

Halde Werne 1/2

Aufstieg auf die Bergehalde

Halde Werne 1/2

Weg auf dem höchsten Punkt

Halde Werne 1/2 Halde Werne 1/2

Folgt man dem neuen Radweg vorbei an der Halde weiter, so macht er nach einem leichten Linksbogen (mit Passieren des Gemäuers aus dem letzten Bild) einen scharfen Rechtsknick. Das Zechengelände wird passiert und bald ist die Lippe erreicht. Hier befindet sich ein Stauwehr, das schon zu Zeiten der Schleuse hier existierte und mit deren Existenz in Verbindung stehen dürfte. Wer Lust auf einen Spaziergang in Lippenähe hat, kann auf dem Radweg weiter bis zu den ersten Häusern laufen. Ein Schild des Radnetzes NRW weist ein Stück weiter nach rechts zu einer Brücke über den Fluss. Auf der anderen Seite entgegen der Beschilderung rechts halten, um durch die flache Aue zurück zum Ausgangspunkt zurück zu kehren. Immerhin ergibt sich ohne Haldenanstieg ein kleiner Spaziergang von 4 km Länge.

Lippe bei Werne

Stauwehr der Lippe unweit der ehemaligen Schleuse

Lippe bei Werne

Idyllischer Flussverlauf zwischen Rünthe und Stockum

 

Halde Werne III

Die Zeche schüttete Bergematerial außerdem jenseits der Stadtgrenze neben ihrer ehemaligen Schachtanlage III in Bergkamen-Rünthe auf. Die Halde liegt damit ein wenig östlich von der heute bekannten Marina am Datteln-Hamm-Kanal in der Rünther Heide südlich der Wohnsiedlungen. Wenn sie auch optisch deutlich niedriger als ihr Gegenstück auf der Hauptschachtanlage I / II ist, überrascht sie durch ihre Ausdehnung, die zunächst nicht ganz offensichtlich ist. Sie erstreckt sich auf fast einem Kilometer Länge von der ehemaligen Klöcknerbahntrasse an der Bundesstraße B233 in Ostrichtung entlang des Beverbaches bis zur Schlägel- und Westfalenstraße in der Kettelersiedlung. Der höchstgelegene Punkt liegt mit 69,6 Metern Höhe über dem Meeresspiegel etwa 15 Meter über der Umgebung. Einen scharfen Einschnitt erfährt sie durch die Verlängerung der Straße Zum Schacht III, die den künstlichen Abraumberg hart in einen großen Ost- und einen schmalen, zungenförmigen Westteil separiert. Während die höchste Böschung im Westen nur fünf Meter hoch ist, ist der Ostteil bis zu dreimal so hoch.

Karte Halde Werne III

Beide Haldenteile sind durch einen jungen Wald mit unterschiedlichen Gehölzarten bewachsen. Waldwege sorgen von Westen vom Radweg auf der Zechenbahntrasse, von Norden von der Straße Zum Schacht III und zweimal von Osten für eine bequeme Anbindung. Auf dem westlichen Abschnitt verläuft der Weg auf und parallel nördlich des niedrigen Kammes, auf dem größeren östlichen mit dem sehr abgeflachten Haldentop in Ringform mal mehr und mal weniger dicht entlang der Böschung.

Halde Werne 3

Halde Werne III: Westteil fast ausschließlich mit Birken bewachsen

Halde Werne 3

Kleiner Krater im Ostbereich der Halde

Halde Werne 3

Merkwürdige Häuflein in einer Linie; flaches Haldentop

Halde Werne 3

Sicht auf eine Siedlung mit fast ausnahmslos erdfarbenen Häusern

Halde Werne 3

Ob dieser Waldweg-"Wendehammer" einen Sinn hat?

Halde Werne 3

Rundweg entlang der Böschungskante

Halde Werne 3

Alle Wege führen nach Rom

Halde Werne 3

Schnurgerader Weg auf dem Kamm des Westteils

Informationen zur Anreise zu den Halden Werne 1/2 und 3:

Fazit und Tipp des Webmasters: Der Aufstieg auf die Halden lohnt eigentlich nur für eingefleischte Fans. Sicherlich ist ein kleiner Abstecher von der Römer-Lippe-Route auf die Zechengelände interessant. Kombiniert werden kann ein Besuch der Halde(n) mit der benachbarten Marina Rünthe, dem Naturschutzgebiet Beversee oder der Halde Großes Holz.

Anreise mit dem Auto: Auf der A1 bis zur Ausfahrt 81 Hamm / Bergkamen. Aus Richtung Dortmund links, aus Richtung Münster rechts abbiegen auf die L736 Ostenhellweg Richtung Bergkamen und Rünthe. Der Straße etwa 2 Kilometer folgen bis zum Ortseingang in Rünthe.

→ Zur Halde Werne I / II: Hinter dem Ortseingang Rünthe am besten bereits am Rande der Straße parken, ggf. den Friedhofsparkplatz nutzen. Auf eigene Verantwortung ist auch der Supermarktparkplatz nutzbar. An der Fußgängerampel VOR der Kreuzung an besagtem Supermarkt nach Norden zur roten Lippebrücke, der Radwegbeschilderung Richtung Werne folgend. Hinter der Brücke geradeaus weiter auf das ehemalige Zechengelände. Nach ca. 450 m ist der Aufgang zur Halde erreicht, der gegenüber des rechts abzweigenden Weges liegt.

→ Zur Halde Werne III: Hinter dem Ortseingang Rünthe an der Ampel links auf die Werner Straße (B233) Richtung Bergkamen abbiegen. Gegebenenfalls bereits den Parkplatz direkt links hinter der Kanalbrücke nutzen. Alternativ die nächste links in die Rünther Straße und nach ca. 500 m im Bereich der Kreuzung Zum Schacht III am Rand parken. Vom Brückenparkplatz über den Radweg bis zur Rünther Straße, hier links; In die Straße Zum Schacht III und bis zum Ende laufen. Rechts den Westteil oder links den Ostteil betreten.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Rünther Straße, Kreuzung Zum Schacht III (offiziell in römischen Ziffern!) in 59192 Bergkamen.

Geographische Koordinaten:
51°39'10.61"N, 7°38'32.72"E – Aufgang zur Halde Werne I / II
51°38'55.73"N, 7°38'35.04"E – Rote Lippebrücke

51°38'30.18"N, 7°39'20.63"E – Halde Werne III Zugang Nord
51°38'31.23"N, 7°38'55.47"E – Halde Werne III Zugang West
51°38'32.83"N, 7°39'45.71"E – Halde Werne III Zugang Ost
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32):
406084 m, 5723311 m – Aufgang zur Halde Werne I / II

406120 m, 5722851 m – Rote Lippebrücke

406982 m, 5722045 m – Halde Werne III Zugang Nord
406499 m, 5722087 m – Halde Werne III Zugang West
407465 m, 5722118 m – Halde Werne III Zugang Ost

Anreise mit Bus und Bahn: Bergkamen hat leider keinen Bahnhof. Es besteht jedoch eine getaktete Busverbindung zwischen den Busbahnhöfen von Unna und Werne a.d. Lippe (Linie R81) zur Haltestelle Rünthe, Marina. Hier hält ebenfalls der Schnellbus von Dortmund Hbf. nach Hamm Bahnhof (Linie S30).

→ Zur Halde Werne I / II: Bis zur Ampelkreuzung laufen, rechts abbiegen, an der nach wenigen Metern folgenden Fußgängerampel die Straße überqueren und über die rote Brücke auf das Zechengelände bis zur Halde.

→ Zur Halde Werne III: Von der Bushaltestelle zu Fuß in die Rünther Straße. Entweder auf dem Fahrradweg nach rechts und dann vor den Bäumen links in einen schmalen Pfad oder an der Straße Zum Schacht III rechts und dieser bis zum Ende zur Halde folgen. Der Fußweg beläuft sich auf etwa 750 Meter.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Die Halde I / II liegt am Radweg von Rünthe nach Stockum und ist außerdem über den Themenradweg Römer-Lippe-Route erreichbar. In der Nähe verlaufen außerdem ausgeschilderte Radwege des RadKreises Unna, Emscher-Park-Radweg, Deutsche Fußball-Route NRW und die LandesGartenSchau-Route vorbei. Aktuelles Kartenmaterial (siehe unten) wird empfohlen.

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress sind die beiden Halden dargestellt.

In der Rad- und Wanderkarte "Dortmund und Umgebung" im Maßstab 1:50.000 liegen sie im Planquadrat A6/7 bzw. A7, in der Anschlusskarte "Südliches Münsterland" im Planquadrat F4/5 bzw. F5. Im Rad-Leporello Römer-Lippe-Route ist der Bereich auf der Seite 13 abgebildet.

Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite beim Verlag – Karten werden versandkostenfrei versendet. Für Webseite und Verkauf ist der Verlag verantwortlich.

Rad- und Wanderkarte Dortmund und Umgebung   Römer-Lippe-Route   Rad- und Wanderkarte Südliches Münsterland

Quellen und weitere Informationen:

Route Industriekultur (Zeche Werne): www.route-industriekultur.de
Route Industriekultur (Schacht III):

www.route-industriekultur.de

Zu den Halden im Ruhrgebiet Auf der Themen-Auswahlseite finden Sie weitere Dokumentationen dieser Art zu anderen Halden im Ruhrgebiet. Hier ist neben einer Einführung in die Thematik der Bergehalden, Typen und Generationen sowie Landmarkenkunst auch eine Übersichtskarte zu finden.

Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 01 / 2016
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr