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Halde Sundern – Landschaftsbauwerk Sundernrücken

Der westliche Stadtrand von Hamm ist sehr dörflich geprägt. Wiesen, Felder und Wäldchen werden unterbrochen durch die kleineren Vororte wie Pelkum, Sandbochum oder Herringen. Der Sundern war bis in die 1990er Jahre eine Ackerlandschaft, die vom Deutzholz, einer größeren geschlossenen Waldfläche, und vom Pelkumer Bach durchzogen wurde. Im Jahre 1996 begann das sogenannte Projekt Landschaftsbauwerk Sundernrücken, das die Anschüttung von Bergematerial des Bergwerks Ost vorsah. Damit ist die Halde Sundern die jüngste von drei großen Abraumhalden in der direkten Umgebung der Schachtanlage Heinrich Robert nach der Halde Kissinger Höhe und Halde Humbert, die im Gegensatz zur Halde Sundern beide östlich des Abbaus liegen.

Seit dieser Zeit wurde auf einem etwa 38 Hektar großen Gelände ein inzwischen beachtlicher Berg aufgeschüttet, der weiterhin an Höhe gewinnt. Offizielle Angaben vermelden eine Höhe von ca. 50 Metern über dem Gelände, was eine absolute Höhe von etwa 105 Metern über dem Meeresspiegel bedeutet. Während ältere Pläne von einer Erschließung und Verbindung der drei Halden zu einem Naherholungsgebiet sprechen (in einer Wanderkarte an der Kissinger Höhe ist eine Verbindung über Halde Humbert zur Halde Sundern bereits schematisch eingezeichnet), sorgen noch junge Pläne für mediale Aufmerksamkeit. Als erster Abraumberg überhaupt könnte Halde Sundern die günstige Höhenlage nutzen, um Strom durch ein Pumpspeicherkraftwerk gewinnen. Unter dem Namen Energiepark Sundern würde dabei ein etwa 600.000 m³ großes Speicherbecken auf dem Haldenplateau angelegt. In Zeiten größeren Strombedarfs, also z.B. am Morgen oder in der Mittagszeit, soll dann Wasser in großen Mengen ca. 50 Meter bergab in einen sogenannten Untersee abgelassen werden. Durch die kinetische Energie würde dabei eine Turbine angetrieben, die wiederum einen Generator zur Produktion elektrischer Energie bedient. In Zeiten geringeren Strombedarfs würde Wasser einfach wieder unter Verbrauch von Strom vom Unter- in den Obersee zurückgepumpt werden – der Energiespeicher ist wieder voll und einsatzbereit bis zum nächsten kollektiven Einschalten von Kaffeemaschinen, Herden oder Haartrocknern. Die günstige Lage der Halde könnte darüber hinaus genutzt werden, den Strom für die Pumpen für den Weg vom Unter- zum Obersee wiederum aus Windenergie zu gewinnen. Auf diese Art und Weise würden über 6 Stunden am Tag 15 MW (ca. 8.000 Haushalte) Strom erzeugt werden. Der aktuelle Stand dieses Projektes ist die Machbarkeitsstudie, die angesichts der zum Zeitpunkt der Besichtigung der Halde aktuellen Probleme des Alpincenters in Bottrop mit der Standsicherheit durchaus Fragen im Bezug auf den Einfluss von Nachsackungen im Haldenkörper auf den Obersee aufwirft.

Anlässlich einer Informationsveranstaltung durch die RAG wurde die sonst für die Öffentlichkeit unzugängliche Bergehalde Sundern am 11. September 2011 von 11.00 bis 15.00 Uhr im Rahmen eines Tags des offenen Haldentores freigegeben. Besucher konnten sich dabei an Informationsständen bei kostenlosen Getränken und kompetenten Ansprechpartnern informieren. Man konnte zu Fuß oder mithilfe von schlammbespritzten Shuttle-Fahrzeugen zum Gipfel gelangen. Einen dicken Strich durch die Planung machte allerdings das Wetter, das durch starke Regenschauer nicht nur einmal für ein kollektives Verlassen der Besucher vom Berg sorgte. Zwei gut genutzte Zelte mit Bierzeltgarnituren auf dem Gipfel-Plateau sorgten jedoch für trockene Gemütlichkeit – und sogar an Dixi-Klos auf dem Haldentop wurde gedacht. Eine besonders schöne Idee waren ausgeteilte Lagepläne der Halde, auf denen Aussichtspunkte mit sichtbaren Landmarken in der Umgebung vermerkt waren. Am richtigen Ort dieses eingezeichneten Aussichtspunktes leitete ein in den Abraum gesprayter neongelber Pfeil den Blick auf das beschriebene Objekt. Alles in allem war dies eine äußerst durchdacht organisierte Veranstaltung, die recht viele Bürger und Haldenfreunde anlockte. Vielen Dank an dieser Stelle an die Organisatoren für diese einmalige und tolle Möglichkeit!

Offenbar hat die RAG im Vorfeld der Planung allerdings den Anti-Regentanz vergessen – für die düstere Atmosphäre auf den Fotos bitte ich um Nachsicht:

Aufgang Halde Sundern

Unmissverständlicher Pfeil: Dort geht es auf die Halde

Aufgang zur Halde Sundern

Recht großes Interesse am Tag der offenen Halde

Halde Sundern

Stehenbleiben und über die Aussicht staunen

Halde in Hamm

Schacht Lerche, hinter Cosmeae und anderen Blühpflanzen

Fahrrad auf der Halde

Mit dem Fahrrad kurz vorm Gipfel

Aussichtspunkt Halde

Nummerierte Aussichtspunkte: Kraftwerk und Zeche in Bergkamen

Zelt auf der Halde Sundern

Zelte auf dem Gipfelplateau

Dixi-Klo

An alles wurde gedacht: Dixi-Klos

Gersteinwerk

Gerstein-Kraftwerk hinter den mobilen Toiletten

Holzbude mit fragwürdigem Nutzen

Treffen auf der Halde Sundern

Hoch oben trifft man sich – es wird geplaudert

Blumen am Haldenrand

zaghaft Blühendes am Haldenrand

Sonnenblumen auf der Halde

Sogar Sonnenblumen trotzen dem teils recht starken Wind

Halde Sundern

Letzter regentrauriger Blick

Die Halde ist nicht zugänglich und abgesperrt. Die Bilder stammen vom Tag der offenen Tür im September 2011. Eine Anreisebeschreibung entfällt aus diesem Grunde.

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress ist die Halde Sundern dargestellt. In der Rad- und Wanderkarte "Dortmund und Umgebung" im Maßstab 1:50.000 liegt sie im Planquadrat A8, in der Anschlusskarte "Südliches Münsterland" in F6. Im Rad-Leporello Römer-Lippe-Route ist sie auf der Seite 12 zu finden.

Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite beim Verlag – Karten werden versandkostenfrei versendet. Für Webseite und Verkauf ist der Verlag verantwortlich.

Rad- und Wanderkarte Dortmund und Umgebung   Rad- und Wanderkarte Südliches Münsterland   Radwanderkarte Ruhrgebiet   Römer-Lippe-Route  

Der Text basiert auf eigenen Eindrücken während des Besuchs dieser Veranstaltung, auf Unterhaltungen mit Mitarbeitern der RAG sowie ausgeteilten Informationsflyern und Lageplänen. Online-Lexika wurden nicht verwendet. Vertiefende Internetseiten wurden noch nicht gefunden.

Zu den Halden im Ruhrgebiet Auf der Themen-Auswahlseite finden Sie weitere Dokumentationen dieser Art zu anderen Halden im Ruhrgebiet. Hier ist neben einer Einführung in die Thematik der Bergehalden, Typen und Generationen sowie Landmarkenkunst auch eine Übersichtskarte zu finden.

Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 01 / 2016
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr