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Schurenbachhalde und Halde Eickwinkel in Essen

Die gute Weitsicht, die mondähnliche Landschaft und die ungewöhnliche Landmarke auf dem höchsten Punkt tragen dazu bei, dass die Schurenbachhalde im Essener Norden zu einer der am meisten besuchten Bergehalden im Ruhrgebiet geworden ist. Die Bedingungen für dieses Naherholungsgebiet sind praktisch ideal, ist es doch umgeben von Siedlungen, verkehrsgünstig gelegen und erschlossen durch gleich mehrere bedeutsame Themenradwege. Gleich nebenan liegt am Eickwinkel eine zweite Bergehalde, die in dieser Dokumentation mit behandelt wird, jedoch touristisch nicht so erschlossen oder so häufig besucht ist und eher abseits der Wege liegt.

In der folgenden Relief-Darstellung sind die beiden Halden zu erkennen. Der große Körper im Westen ist die Schurenbachhalde, östlich davon liegt Halde Eickwinkel. Beide werden mehr oder weniger im Norden durch den Rhein-Herne-Kanal oder den Nordsternpark und im Süden durch die Autobahn A42 begrenzt.

Karte Schurenbachhalde und Eickwinkel

 

Die Schurenbachhalde

Mondlandschaft mit der großen Stahlbramme

Benannt ist die Halde unweit des Ufers des Rhein-Herne-Kanals nach dem Schurenbach, einem heute nur noch auf kurzen Abschnitten oberirdisch sichtbaren Rinnsal, das irgendwo aus der Richtung Nordfriedhof kommt und mithilfe eines Pumpwerks letztendlich in die Emscher fließt. Im kleineren Maße ist die Fläche bereits früh Standort einer Bergehalde. Im Bereich des heutigen Gewerbegebietes an der Nordsternstraße befand sich die Schachtanlage Fritz I / II der Zeche Neuessen (gesprochen Neu-Essen, später Fritz-Heinrich) – die kurze Fritzstraße erinnert noch heute namentlich daran. In der Mitte des 20. Jahrhunderts verlief die Nordsternstraße um die Schachtanlage und in nordöstlicher Richtung quer durch die Barkhofer Heide bis zur Emscherstraße. Kurz davor befand sich sogar ein größerer Sportplatz. Eine Eisenbahntrasse durchquerte das Gebiet von der Zeche Nordstern kommend in Richtung Südwesten nach Altenessen. Der Schurenbach verlief offen, aber kanalisiert mit mehreren Richtungswechseln um eine Wohnsiedlung, die sich rings um den Drollsplatz erstreckte.

In der folgenden interaktiven Karte können Sie mit Mausklick auf die Grafik zwischen einem aktuellen Luftbild und einem historischen aus dem Jahre 1926 hin und her schalten. Sie zeigen denselben Bereich, sodass die Veränderungen innerhalb fast eines Jahrhunders auffallen.

 Vom Werk Phoenix zum Phoenixsee

Die kleine Halde Fritz I / II sollte bald Nachbarschaft bekommen. Ab den 1970er Jahren wurde die Schurenbachhalde vor allem von der Zeche Zollverein aufgeschüttet. Dabei wurde der Sportplatz ebenso überschüttet wie Teile des Zechengeländes, die bestehenden Haldenflächen, der Verlauf der Nordsternstraße, die ehemalige Eisenbahnverbindung und auch die kleine Wohnsiedlung, in dessen Bereich nur noch der Kleingartenverein Barkhofer Heide e.V. daran erinnert (und den Namen der Heide fortführt). Der Schurenweg und die Stichstraße Musebrink sind heute nur noch kurze Stummel und enden praktisch an der Böschung, den Drollsplatz gibt es in seiner Form nicht mehr. Der Schurenbach wurde abermals umgelegt bzw. verrohrt und verläuft heute weiter östlich um die Halde herum. Auch die letzten Reste der Kleinen Emscher wurden damit beseitigt. Etwa Zeitgleich mit den ersten größeren Anschüttungen entstand auch Mitte der 1970er Jahre die das Gelände südlich berührende Autobahn A42. Auf diese Art und Weise ist auf einer Fläche von etwa 50 Hektar zwischen der Autobahn A42 unweit der Anschlussstelle Essen-Altenessen im Süden, dem zum Rhein-Herne-Kanal parallel verlaufenden Gleisanschluss der Zeche im Norden, dem Schurenbach im Osten und der Nordsternstraße im Westen eine ganz neue, eigentümliche Gebirgslandschaft entstanden.

Der Abraumberg überragt die Umgebung um ca. 50 Meter mit einer maximalen Höhe von 86,4 Metern über dem Meeresspiegel. Noch während der Schüttung pflanzte man Mitte der 80er unter dem Arbeitstitel »Waldpark Schurenbach« etwa 250.000 Bäume, legte Teiche an und errichtete Sitzgelegenheiten. So ist die Schurenbachhalde seit Mitte der 1990er Jahre öffentlich zugänglich und ein gerne genutztes Naherholungsgebiet unter den großen Halden im Ruhrgebiet. Bestiegen werden kann die Schurenbachhalde heute auf verschiedene Weise. Die einfachste Möglichkeit, in kurzer Zeit Höhe zu gewinnen, bietet eine Treppe auf der Ostseite. Sie führt von einem Parkplatz direkt auf das Haldenplateau. Ein breiterer Weg, der wohl vor allem zum Aufhalden des Bergematerials genutzt wurde, führt von Nordosten vorbei an der ehemaligen Bergeverladung, wo sich bis vor kurzer Zeit noch Schienen eines kleinen Güterbahnhofs befunden haben. Hier erfolgte das Umladen des Abraums von Eisenbahnwagen auf kleinere LKWs, die das Material schließlich nach ganz oben gebracht haben. Die dritte Möglichkeit bieten kleinere, versteckte Nebenwege, die in Serpentinen und im Sägezahnmuster ebenfalls bis zum Gipfel führen.

Ganz oben, am höchsten Punkt, befindet sich eine etwa 10 Hektar große, noch recht pflanzenfreie, elliptisch geformte und nach oben gewölbte Oberfläche aus dunklem Abraum, die an eine Mondlandschaft erinnern soll. Genau am höchsten Punkt der Halde steht exakt nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet seit dem 10.11.1998 eine sogenannte Bramme, ein 67 Tonnen schweres, gegossenes Stück Stahl mit einer Höhe von ca. 15 Metern und nur einer Dicke von nur etwas mehr als zehn Zentimetern. Das Kunstwerk Bramme für das Ruhrgebiet wurde vom US-Amerikaner Richard Serra entworfen, der für seinen Umgang mit Stahlplastiken bekannt ist. Die Kosten für das imposante Stück Stahl betrugen 1 Millionen Deutsche Mark (etwa 510.000 Euro). Vom Plateau mit der Bramme hat der Besucher durch die fehlende Vegetation in dieser Höhenlage einen sehr guten Rundumblick auf das zentrale Ruhrgebiet. Besondere sichtbare Landmarken sind der Tetraeder sowie das daneben stehende Alpincenter in Bottrop, die höchste Halde Oberscholven in Gelsenkirchen, der Gasometer in Oberhausen, die Zeche Zollverein, die Veltins-Arena auf Schalke, der Nordsternpark (mit dem Herkules auf dem Förderturm) und die Skyline der Innenstadt von Essen.

Bramme auf der Schurenbachhalde

Bramme für das Ruhrgebiet: Fast 15 Meter hohes Stück Stahl

Schurenbachhalde

Blick auf die Kokerei und das Bergwerk Prosper in Bottrop

Schurenbachhalde

Zeche Zollverein mit dem berühmten Doppelbock auf Schacht XII

Bramme auf der Schurenbachhalde

Bramme auf der Schurenbachhalde

Bramme auf der Schurenbachhalde

Bramme, Zeche Prosper und Tetraeder

Schurenbachhalde in Essen

Fahrradtouristen bewundern die Höhe der Bramme

Schurenbachhalde

Reger Besuch auf dem Haldentop

Bramme auf der Schurenbachhalde

Von der Seite wie ein dünner Strich in der Landschaft

Bramme auf der Schurenbachhalde

...ein Strich mit leichter Neigung nach Westen

Bramme auf der Schurenbachhalde

Segway-Tour auf die Halde

Schurenbachhalde

Beginn der Vegetation am Rande der Mondlandschaft

Frosch in Teich auf der Schurenbachhalde

Kröte in einem Teich an der Schurenbachhalde

Bergeverladung

Bergebunker: Turm 79 von Ayşe Erkmen mit goldenem Geländer

Der im Norden der Schurenbachhalde stehende Bergebunker (letztes Foto) war Teil der Emscherkunst.2010. Dabei hat die türkische Künstlerin Ayşe Erkmen das Geländer auf dem Bunker vergoldet, mit Blick auf das Grubengold und dessen Prägung für die Region. Gemäß der Ordnungszahl 79 von Gold im Periodensystem der Elemente trägt dieses Kunstwerk die Bezeichnung Turm 79.

Anreise mit dem Auto: Die Halde liegt verkehrsgünstig direkt an der Autobahn-Abfahrt 14 Essen-Altenessen. Hier aus Richtung Dortmund links, aus Richtung Duisburg rechts abbiegen auf die K19 Heßlerstraße. Unter der Autobahn hindurch fahren. Nach ca. 1,2 km an der zweiten Ampel links in die Emscherstraße abbiegen. Die Autobahn erneut unterqueren und parken. Hinter der Autobahnbrücke führt die Treppe auf die Halde bis zum Gipfelplateau und passiert dabei auch den Froschteich am Osthang.

Alternativ, wenn kein Platz mehr ist, die andere Richtung von der Autobahnausfahrt wählen, also aus Dortmund rechts, aus Richtung Duisburg links abbiegen auf die Heßlerstraße. An der nächsten Kreuzung rechts in die Nordsternstraße (Einfahrt verboten, Anlieger frei). Vor der Linkskurve am Rand parken und zu Fuß rechts auf die Halde zulaufen.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Emscherstraße, Kreuzung Eickwinkelstraße in Essen, alternativ Nordsternstraße.

Anreise mit Bus und Bahn: Mit der U11 von Essen Hauptbahnhof oder von Essen-Altenessen (RE 3, S2) Bahnhof Richtung Gelsenkirchen-Buerer Straße bis Heßlerstraße. Hier den südlichen Ausgang nutzen und zu Fuß in die Heßlerstraße, dann an der ersten Kreuzung in die Nordsternstraße abbiegen. In der Linkskurve rechts auf geschotterten Wegen zur Halde (500 Meter Fußweg).

Geographische Koordinaten:
51°30'46.20"N, 7° 1'08.85"E – Bramme für das Ruhrgebiet
51°30'51.19"N, 7° 1'24.02"E – Tümpel
51°30'48.28"N, 7° 1'41.24"E – Treppe im Osten
51°30'39.40"N, 7° 0'40.74"E – Parkplatz im Westen

Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
362546 m, 5708716 mBramme für das Ruhrgebiet

362843 m, 5708862 m – Tümpel
363172 m, 5708763 m – Treppe im Osten
361999 m, 5708521 m – Parkplatz im Westen

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Die Schurenbachhalde liegt günstig an einem Radfernweg und einigen thematischen Regionalradwegen im Essener Norden. Auf dem Emscherradweg durch den Nordsternpark und der Beschilderung folgend hinter dem Park über eine der beiden Emscherbrücken und den Kanal nach links abbiegen. Auf den Routen Essen.Erleben.Nord oder der Natur Route (Neue Wege zum Wasser) sowie auf dem Nordstern-Radweg via Zollvereinbahn von der Zeche Zollverein aus bis direkt vor die Schurenbachhalde, die auch hier ausgeschildert ist und von einigen Wegen eine thematische Zwischenstation darstellt. Über den großen Hauptweg an der ehemaligen Bergeverladung (Turm 79) wird der Gipfel schneckenhausartig erreicht.

Quellen und weitere Informationen:

Route Industriekultur: www.route-industriekultur.ruhr

 

Halde Eickwinkel

Die kleine Nachbarhalde

Sie liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schurenbachhalde, und dennoch fährt der größte Teil der Radfahrer auf dem die beiden Halden trennenden Nordsternradweg achtlos vorbei. Dabei liegt sich von der Höhe durchaus im achtenswerten Mittelfeld der Halden im Ruhrgebiet.Allerdings ist dieser Berg, der sich direkt an der Stadtgrenze nach Gelsenkirchen befindet, komplett begrünt mit niedrigem Buschwerk und Bäumen. Ein einziger Weg führt auf halber Höhe um den Gipfel und wird durch einzelne Trampelpfade und einen Zubringerweg Richtung Osten erschlossen. Durch das Buschwerk wird die Aussicht stark eingeschränkt. An einer einzigen Stelle reicht der Blick nach Westen über den Kanal bis hin nach Bottrop zum markanten Alpincenter, dem Tetraeder auf der Halde Beckstraße und die Halde Mottbruch in Gladbeck.

Die Fläche der Halde Eickwinkel beträgt etwa 5,3 ha. Mit einer Höhe von ca. 21 Metern über der Umgebung erreicht sie eine maximale Höhe von 61,4 m über dem Meeresspiegel. Der Name der Halde leitet sich von einer Bezeichnung für die Eiche ab. Eine Straße mit dem Namen Eickwinkel verläuft unterhalb und endet an einem Bauernhof.

Halde Eickwinkel

Die Halde Eickwinkel: Büsche rechts und links des Weges...

Halde Eickwinkel

 

Halde Eickwinkel

 

Halde Eickwinkel

 

Halde Eickwinkel

Der Pfad ist fast ein Tunnel unter den Bäumen

Halde Eickwinkel

Einziger Aussichtspunkt, der bald zugewachsen sein dürfte

Anreise mit dem Auto: Auf der A42 bis zur Ausfahrt 14 Essen-Altenessen. Dort auf die Heßlerstraße abbiegen – aus Richtung Oberhausen nach rechts, aus Richtung Dortmund nach links, also unter der Autobahn hindurch. An der nächsten Ampel links in die Emscherstraße (Hinweisschild Schurenbachhalde). Im Bereich unter oder hinter der Autobahnbrücke parken. Zu Fuß der Straßenflucht weiter folgen bis zur Kreuzung mit dem Radweg. Rechts dem Radweg einige Meter zurück folgen und dann links abbiegen zum Haldenzugang.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Emscherstraße, Kreuzung Eickwinkelstraße in Essen

Geographische Koordinaten:
51°30'49.54"N, 7° 1'40.76"E – Parkplatz
51°30'58.98"N, 7° 1'34.79"E – Zugang Nord
51°30'57.83"N, 7° 2'02.59"E – Zugang Ost

Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
363057 m, 5709097 m – Zugang Nord

363592 m, 5709047 m – Zugang Ost

Anreise mit Bus und Bahn: Mit der U11 von Essen Hbf. oder Altenessen bis Heßlerstraße. Den südlichen Ausgang wählen und in die Heßlerstraße laufen. Entweder an der ersten links und über die Schurenbachhalde oder der Heßlerstraße weiter folgen bis zur Kreuzung Emscherstraße. Hinter der Autobahnbrücke dann rechts halten für den Ostzugang oder geradeaus für den Nordzugang zur Halde. Der Fußweg beläuft sich auf etwa zwei Kilometer von der Haltestelle, über die Halde Schurenbach ist er mindestens 200 Meter länger.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Fahrradthemenwege wie der Emscher-Radweg, der Emscher-Park-Radweg oder die Natur-Route verlaufen entweder nördlich von den beiden Halden am Kanal entlang oder auf der Trasse des Nordstern-Radweges via Zollvereinbahn auf alten Bahnstrecken direkt zwischen ihnen. Zusätzlich erschließen einige der Routen um Essen die Halden, beispielsweise die Bahntrassentour oder Essen Erfahren Nord.

Industriekultur im Ruhrgebiet

Weitere Bergehalden sind von der Übersichtsseite zu diesem Thema auswählbar. Hier ist neben einer Einführung in die Thematik der Halden, Typen und Generationen auch eine Übersichtskarte zu finden.

Auf der Auswahlseite Industriekultur finden Sie weitere Artikel dieser Art zu anderen ausgesuchten und sehenswerten Zielen im Ruhrgebiet. Betrachtet werden Natur & Landschaft, alte Zechen und Industrieanlagen und andere technische Besonderheiten.

Halden Ausflugsziele

Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 09 / 2016
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.

(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr