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Halde Rungenberg in Gelsenkirchen

Viel Betrieb ist hier oben an diesem schönen Spätnachmittag im Herbst. Familien sind unterwegs. Zahlreiche Drachen werden steigen gelassen, Väter klettern mit ihren Sprösslingen über Stock und Stein. Hunde apportieren die in die weiten Wiesen geworfenen Bälle zu Herrchen und Frauchen. Andere sitzen auf den wenigen Bänken und genießen die weite Sicht auf den Sonnenuntergang. Es ist tatsächlich ein Fleckchen Idylle. Einfach schön und friedlich. Hoch oben, aber doch inmitten der Großstadt.

Der beschriebene Ort ist die zum Naherholungsgebiet ausgebaute Bergehalde Rungenberg in Gelsenkirchen-Buer. Die Halde erhebt sich unweit der Zechensiedlung Schüngelberg zwischen der Autobahn A2, der Horster Straße und der Rungenbergstraße bis auf 110 Meter über dem Meeresspiegel und etwa 60 Meter über dem Umland in die Höhe. Damit gehört sie zu den höchsten Halden im Ruhrgebiet. Ihre Grundfläche beträgt ca. 56 ha. Die Halde liegt bogenförmig zwischen den ehemaligen Schachtanlagen Zeche Hugo I / IV und Hugo II / V / VIII.

Halde Rungenberg Karte

Sie bedeckt nicht nur die ehemalige Kokerei der Schachtanlage I / IV, sondern auch Straßen, Felder und Gehöfte, wie zum Beispiel den Hof Oekentrop, der in Etwa unter dem Schienenplateau liegt (siehe weiter unten). Die Holthauser Straße, heute Sackgasse an der Schüngelbergsiedlung, führte kurvenreich von Nordost nach Südwest auf der heute als Rungenbergstraße bezeichneten Stichstraße in Verlängerung der Schaffrathstraße. Auch der mit Spundwänden so arg kanalisierte Lanferbach führte quer über das Gelände. Unmittelbar an den einzelnen Schachtanlagen befanden sich zwei kleinere Bergehalden, die zum Teil unter der Rungenberghalde liegen oder eingeebnet sind. Die Bezeichnung Rungenberghalde stammt übrigens von einer älteren Flurbezeichnung ab. Der Name Rungenberg ist noch heute in einigen topographischen Karten im Bereich der Reihenhaussiedlung Nottkampstraße westlich von der Halde zu finden. Die Halde Rungenberg weist im Inneren einige temperaturerhöhte Stellen auf und gilt daher als Brennende Halde.

Halde Rungenberg in Gelsenkirchen

Halde Rungenberg hinter den Häusern des Gelsenkirchener Vorortes Beckhausen aus einer Entfernung von ca. einem Kilometer gesehen

Während einige Böschungen bewaldet sind, besteht der Gipfelbereich zum größten Teil aus Flächen mit niedrigem Gras, das bequem durchquert werden kann. Eine völlig ebene Gipfelfläche findet man allerdings nicht, fast überall ist das Gelände leicht geneigt, steigt zu Anhöhen an und fällt zu Senken und den Böschungen leicht ab. Von hier und vor allem von den zwei höchsten Punkten, die im nächsten Absatz beschrieben werden, reicht der Blick weit über das Ruhrgebiet. Bei entsprechendem Wetter können Besucher neben markanten Bauwerken wie der Skyline der Stadt Essen oder der Veltins-Arena auf Schalke vor allem andere Halden der Region sehen. Besonders gut sichtbar sind die höchste Halde Oberscholven mit ihren Windrädern im Norden, die Halde Beckstraße mit dem Tetraeder in Bottrop im Südwesten oder der Landschaftspark Hoheward mit dem markanten Horizontobservatorium im Osten.

Rungenberghalde

Böschungen und Gipfel der Halde Rungenberg

Halde Rungenberg

Die Freiflächen sind gut besucht

Blick von der Halde Rungenberg

Blick auf die Arena auf Schalke

Schüngelbergsiedlung von der Halde Rungenberg

Aufstieg von der Siedlung Schüngelberg

Panoramabild von der Halde Rungenberg auf Schüngelberg und Scholven

Bogenförmig umrandet der Rungenberg die Siedlung Schüngelberg an zwei Seiten und sorgt für frühe Dämmerung.
Das Kraftwerk Scholven (neben der großen Halde) stellt fleißig Wolken her.

Rungenberg

Siedlung Schüngelberg mit verbliebenem Fördergerüst

Buer

Blick Richtung Buer

Rungenberg

Nordseite der Halde

Rungenberg

Tierische Begleitung bei bester Sicht

Halde Rungenberg in Gelsenkirchen

Ausblick auf die Haldenlandschaft Ruhrgebiet – in Blickrichtung Südwest mit mindestens acht Haldengipfeln.
Von rechts nach links: Halde Haniel (hinten), Graf Moltke, Mottbruch, Beckstraße, Knappenhalde (hinten), Prosperstraße, Halden 22 und 19.

Eine Landmarke bei Tag und bei Nacht stellt eine ungewöhnliche Landschaftsform im Südosten der Halde Rungenberg dar. Deren Sinn wird sich Fahrern auf der benachbarten Autobahn und auch Besuchern, die das Informationsschild am Zugang Schüngelbergsiedlung nicht lesen, vielleicht nicht sofort erschließen. Es handelt sich um zwei begehbare, aber recht steile Dreiecks-Pyramidenhälften, die aus dunklem Abraum bestehen und damit von der begrünten Halde sehr deutlich hervorstechen. In der Mitte dazwischen verläuft ein tiefes Tal.

Am höchsten Punkt der zwei Pyramiden steht jeweils ein meterhohes rostiges Objekt – zwei Spiegelscheinwerfer, die die Böschung nachts durch ihre Lichtstrahlen optisch verlängern und durch Schnitt der Einzelstrahlen zusammen eine künstliche, vollkommene und geschlossene Pyramide bilden. Die Installation heißt Nachtzeichen. Sie 1999 durch Klaus Noculak und Hermann EsRichter geschaffen, nachdem die beiden Künstler bereits 1992 einen Wettbewerb zur Gestaltung der Halde gewonnen hatten. Die Pyramidenform, auf der die Scheinwerfer stehen, wurde vom Schweizer Architekturbüro Rolf Keller entworfen.

Halden im Ruhrgebiet: Rungenberghalde

Das Tal zwischen den Dreieckspyramiden

Scheinwerfer auf der Rungenberghalde

Spiegelscheinwerfer auf der östlichen Pyramidenhälfte

Halden im Ruhrgebiet. Halde Rungenberg

Deutlich werden die Dimensionen durch Größenvergleich

Pyramiden auf der Rungenberghalde

Gute Aussicht auf den Spätherbst im Ruhrgebiet

Pyramiden und Scheinwerfer auf der Halde Rungenberg in Gelsenkirchen

Panoramafoto der Pyramiden auf der Halde Rungenberg

Scheinwerfer auf der Halde Rungenberg

Östlicher Scheinwerfer. Hinten Landschaftspark Hoheward

Rungenberghalde: Blick auf Gelsenkirchen-Buer

Blick auf Schüngelberg und Buer vom westlichen Scheinwerfer

Rostiger Spiegelscheinwerfer mit Graffiti auf der Halde Rungenberg mit zwei deutlich kleineren Personen.

Fundament des westlichen Scheinwerfers

Bergematerial

Größtenteils nacktes Bergematerial auf der Pyramide

Halde Rungenberg Scheinwerfer

Spiegelscheinwerfer auf der Rungenberghalde

Nachtzeichen Halde Rungenberg (Montage)

Montage: So könnte "Nachtzeichen" aussehen

Etwa 300 Meter westlich der beiden Schuttpyramiden befindet sich eine zweite Installation der beiden Künstler, das sogenannte Schienen- Plateau. Hier sind rostige Bahnschienen in einer elliptischen Fläche waagerecht in einem Muster angeordnet und bilden einen Bezug zur ehemals industriellen Nutzung der Zeche und damit auch der Halde.

Halde Rungenberg

Unauffällige, bewachsene Fläche im Vordergrund...

Schienenplateau Rungenberghalde Gelsenkirchen

... eingerahmt durch eine rostige Stahlwand

Eisenbahnschienen als Kunst

Hier verstecken sich Eisenbahnschienen unter den Büschen

Schienenplateau auf der Halde Rungenberg

Schienenplateau auf der Halde Rungenberg

Gleisstücke Rostige Schiene

Fazit: Die Halde ist ein sehr schönes und gut geeignetes Ausflugsziel mit weiter Aussicht in gepflegter Haldenlandschaft. Es bietet sich an, den Besuch mit einem Abstecher zum nahegelegenen Schloss Berge, zur Veltins-Arena mit Schalke-Museum oder auch zum eindrucksvollen Landschaftspark Hoheward zu kombinieren.

Lama-WanderungTipp des Webmasters: Eine Lama-Wanderung auf der Halde RungenbergKostet Geld

Eine ungewöhnliche Wanderung auf diese Halde wird in regelmäßigen Abständen oder nach privater Vereinbarung mit Lamas angeboten. Dabei wird ein Tier an der Leine geführt, was sich positiv auf Geist und Seele auswirkt. Abgesehen davon macht es großen Spaß! Informationen dazu erhalten Sie hier: www.prachtlamas.de

 

Informationen zum Besuch auf der Halde Rungenberg:

Die Halde Rungenberg ist jederzeit frei zugänglich. Von der Schüngelbergsiedlung wird die Halde über eine Treppe erreicht.

Anreise zur Halde Rungenberg mit dem Auto: Auf der A2 bis zur Ausfahrt 6 Gelsenkirchen-Buer. Im Richtungsverkehr links abbiegen (zweite Ausfahrt) und auf der K4 Emil-Zimmermann-Allee geradeaus bis zur T-Kreuzung. Dort rechts den Beschilderungen auf die Horster Straße folgen. Nach ca. 900m hinter der Straßenbahnhaltestelle Hugostraße links abbiegen in die Schüngelbergstraße. Die erste hinter der kleinen Brücke links abbiegen in die Ostfalenstraße. Am Ende rechts in die Holthauser Straße. Hier nach Parkmöglichkeiten am Rand Ausschau halten, denn hier befindet sich der Treppenzugang zur Halde.

Alternativ von der Emil-Zimmermann-Allee nicht rechts, sondern links auf die Horster Straße. Unter der Autobahn hindurch und nach ca. 450 m rechts abbiegen in die Braukämperstraße. Nach 700 m im Kreisverkehr rechts abbiegen in die Rungenbergstraße. Über die Autobahn fahren. Hinter der Brücke rechts in der Verlängerung der Schaffrathstraße oder links in der Schaffrathstraße parken. Hier befindet sich der Südwestzugang ohne Treppe.

Zieleingabe ins Navigationssystem:
Holthauser Straße, Nähe Kreuzung Eschweilerstraße in 45897 Gelsenkirchen (in der Schüngelbergsiedlung) oder
Schaffrathstraße, Kreuzung Rungenbergstraße in 45897 Gelsenkirchen

Geographische Koordinaten:
51°33'52.40"N, 7° 2'30.42"E – Hauptzugang / Siedlung Schüngelberg
51°33'37.60"N, 7° 2'39.25"E – Zugang Emil-Zimmermann-Allee
51°33'35.63"N, 7° 2'08.26"E – Zugang Schaffrath- / Rungenbergstraße
51°33'43.64"N, 7° 2'29.00"E – Pyramide auf der Halde
51°33'45.56"N, 7° 2'11.04"E – Schienenplateau

Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
364272 m, 5714425 mHauptzugang / Siedlung Schüngelberg

364430 m, 5713964 m – Zugang Emil-Zimmermann-Allee
363832 m, 5713919 m – Zugang Schaffrath- / Rungenbergstraße
364238 m, 5714155 m – Pyramide auf der Halde
363894 m, 5714224 m – Schienenplateau

Anreise mit Bus und Bahn: Von Gelsenkirchen Hbf. oder Gelsenkirchen-Buer Süd (RB 43 von Dortmund oder Dorsten) mit der Linie 301 bis Hugostraße (Jeweils eine davor zum Bereitmachen: Lohmühlenstraße bzw. Zeche Hugo). Direkt an der Ampel führt ein Fußgängerweg neben REWE unter einer kleinen Brücke in die Siedlung Schüngelberg. Etwa 300 Meter Immer geradeaus laufen bis zum Treppenzugang.

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress ist die Halde eingezeichnet. In der Rad- und Wanderkarte "Essen und Umgebung" im Maßstab 1:50.000 liegt sie im Planquadrat A5. Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite beim Verlag – Karten werden versandkostenfrei versendet. Für Webseite und Verkauf ist der Verlag verantwortlich.

 Rad- und Wanderkarte Essen und Umgebung   Radwanderkarte Ruhrgebiet  

Quellen und Weitere Informationen:

Route der Industriekultur: www.route-industriekultur.de

Zu den Halden im Ruhrgebiet Auf der Themen-Auswahlseite finden Sie weitere Dokumentationen dieser Art zu anderen Halden im Ruhrgebiet. Hier ist neben einer Einführung in die Thematik der Bergehalden, Typen und Generationen sowie Landmarkenkunst auch eine Übersichtskarte zu finden.

Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 01 / 2016
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr