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Die Halde Rheinpreußen in Moers

Eine große Grubenlampe auf der Halde als Wahrzeichen für das Ruhrgebiet

Es ist die größte Grubenlampe der Welt, die tausende Autofahrer auf der Rheinbrücke der A42 von Duisburg kommend täglich erblicken – Das Internet-Lexikon Wikipedia bezeichnet sie sogar als »das größte Montankunstwerk der Welt«. Hoch über Moers erhebt sich mit dem sogenannten Geleucht eine der eindrucksvollsten und schönsten Landmarken im Ruhrgebiet. Es ist nicht nur am Tage, sondern auch in der Dämmerung wunderschön anzusehen. Dabei steht es auf einer Bergehalde der Zeche Rheinpreußen, die zu den höchsten im Revier zählt.

Unmittelbar neben dem Waldsee ragt die Halde Rheinpreußen am Rande von Moers in den Himmel. Die Zeche war das erste linksrheinische Bergwerk im Ruhrgebiet und förderte zunächst bei Duisburg ab 1876 Kohle. Die Halde wurde ab 1963 auf dem Gelände eines Baggersees bis 1990 zu ihrer heutigen Form angeschüttet. Sie hat eine Grundfläche von ca. 52 ha und eine maximale Höhe von 103,5 Metern über dem Meeresspiegel. Damit überragt sie das Umland um ca. 77 Meter und ist die siebthöchste Halde im Ruhrgebiet. Dank einer freigehaltenen Böschung auf der Nord- und Ostseite bietet sich dem Besucher ein guter Blick über die Landschaft nach Duisburg, Bottrop und Kamp-Lintfort. Ins Auge fallen insbesondere der zu Füßen verlaufende Rhein, die Autobahn- und Eisenbahnbrücke, die Stahlwerke von Thyssen mit dem Alsumer Berg sowie die Halden Haniel in Bottrop und Pattberg in Repelen. [...]

Blick von der Halde Rheinpreußen

Blick auf den Rhein und die Kokerei Schwelgern

Blick von der Halde Rheinpreußen

Spiegelglatter Waldsee und herbstliches Niederrheinland

Blick von der Halde Rheinpreußen

Aussicht vom Haldenplateau auf das herbstliche Duisburg und die Rheinschleife mit den beiden Brücken

Blick von der Halde Rheinpreußen

Fahrräder parken vor der Autobahnbrücke

Blick von der Halde Rheinpreußen

Die "Sundowner" auf der Halde sind beliebt

Nicht ganz am höchsten Punkt, aber trotzdem auf dem Gipfelplateau, steht die wunderschöne Grubenlampe. Ein sogenanntes Geleucht, natürlich in handlicher Bauweise, war früher ein unabdingbares Utensil im Bergbau, war dieses Hilfsmittel doch unter Tage für den Bergmann meist die einzige Lichtquelle im stockdunklen Stollen. Dieses Exemplar ist dabei eine spezielle Bauform, die sogenannte Davysche Lampe oder Davys-Lampe, die trotz des offenen Feuers durch eine spezielle Gitterkonstruktion ein Entflammen von Grubengas verhinderte und daher lebenswichtig war. Aber nicht nur durch das Spenden von Licht war das Geleucht ein kleiner Lebensretter: Üblicherweise markierten die Grubenlampen (auch die späteren elektrischen Leuchten), ob alle Bergleute einer Schicht wieder heile ans Tageslicht zurückgekehrt waren. Fehlte eine Lampe, so konnte davon ausgegangen werden, dass der Besitzer noch unter Tage war und sich möglicherweise in Schwierigkeiten befand.

Die mit 30 Metern übergroße und leuchtend rot angestrichene Landmarke wurde von Otto Piene (1928-2014) entworfen, um die Jahrtausendwende vorgestellt und unter großem privaten Engagement und der Unterstützung einiger Investoren schließlich 2007 errichtet. Am 17.09.2007 erfolgte die Einweihung. Man kann das Geleucht an einigen Terminen tagsüber innen erklimmen und als nochmals erhöhten Aussichtspunkt nutzen.

Neben dem Geleucht ist auch der offene Hang durch zahlreiche Scheinwerfer in glutrotes Licht getaucht, was sich am Tage in einer Armee von Lampenmasten zeigt, die vielleicht nicht sofort ihren Sinn erkennen lassen. Doch abends entfaltet sich ihre ganze Wirkung. [...]

Geleucht auf der Halde Rheinpreußen in Moers

Das Geleucht auf der Halde Rheinpreußen

Geleucht auf der Halde Rheinpreußen in Moers

Aussicht von der Halde auf den Rhein und den Alsumer Berg

Geleucht auf der Halde Rheinpreußen in Moers

Autobahnbrücke über den Rhein

Geleucht auf der Halde Rheinpreußen in Moers

Die wohl schönste Landmarke im Ruhrgebiet

Geleucht auf der Halde Rheinpreußen in Moers

Aussicht von der Plattform auf dem Geleucht

Geleucht auf der Halde Rheinpreußen in Moers

Waldsee unterhalb der Halde, links hinten die Halde Pattberg

Geleucht auf der Halde Rheinpreußen in Moers

Beleuchteter Hang der Bergehalde

Geleucht auf der Halde Rheinpreußen in Moers

Blick auf den Vorplatz und den nachts beleuchteten Hang

Wenn sich die Dämmerung über den Niederrhein legt und andere Bergehalden langsam verwaisen, füllt sich der Parkplatz auf halber Höhe der Halde zusehends. Es sind Spaziergänger und Jogger, die die ruhigen Stunden ausnutzen, aber auch erstaunlich viele Fotografen, die in Warte- und Lauerstellung gehen. Was ist ihr Motiv, hier im Dunklen?

Erst sind es die Rheinbrücken, die Kraftwerke und die Industrie auf Duisburger Rheinseite, die in das rote Licht der untergehenden Abendsonne getaucht werden. Immer mehr künstliche Lichtquellen leuchten auf und machen die tagsüber vielleicht für den einen oder anderen hässliche Industriekulisse mit ihren Anlagen und Schornsteinen und sogar den Verkehr auf der Autobahn zu einem eindrucksvollen Panorama. Auch der hier und dort plötzlich aufsteigende Wasserdampf zeigt sich hell unter dem Abendhimmel. Nur das Geleucht erhebt sich dunkel gegen den in den buntesten Farben leuchtenden Himmel.

Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis etwas zuckt. Die Scheinwerfer, die den Hang beleuchten sollen, sind plötzlich angegangen. Zeitgleich wird der untere Schaft des Geleuchts durch rote LED-Reihen angestrahlt, und auch in der eigentlichen Lampe regt sich etwas. Einen kleinen Moment lang dauert es, bis die Beleuchtung der Grubenlampe und die Flutlichter am Hang ihre maximale Leuchtkraft erreicht haben. Doch dann erstrahlt das Motiv der zahlreich versammelten Fotografen in voller Schönheit und die so wunderschöne Skulptur ist zu einer noch eindrucksvolleren, nächtlichen Landmarke geworden. Hell strahlt das Licht einer Laterne im Innern der Grubenlampe auf der ersten Etage und wackelt sachte im stürmischen Wind und wirft auf der Wiese vor der Skulptur tanzende Schatten. Wie eine Adventskerze sieht die Spiegelung in dem kleinen, vom Wind stark bewegten Gewässer vor dem Objekt aus. Kunst, die sofort begeistert und die man nicht erst interpretieren muss. Einfach schön.

Geleucht auf der Halde Rheinpreußen bei Nacht

Das Geleucht auf der Halde Rheinpreußen bei Nacht

Grubenlampe in Moers

Grubenlampe mit Spiegelung in der Wasserpfütze

Panoramabild Halde Rheinpreußen mit Grubenlampe über Moers

Panoramafoto mit dem Geleucht auf der Halde, Teile der Hang-Flutlichter und Blick Richtung Duisburg und Oberhausen.

Geleucht der Halde Rheinpreußen

Strahlende Skulptur und Scheinwerfer am Hang

Rot beleuchteter Berghang

Rot leuchtender Osthang der Halde Rheinpreußen

Lampen am Berg

Beleuchteter Haldenhang mit Blick auf Duisburg

Rhein bei Moers

Blick über den Rhein Richtung Oberhausen. Hinten Halde Haniel.

Rheinverlauf bei Duisburg und Moers mit Industrie bei Nacht

Panoramafoto von der Halde Rheinpreußen: Rhein mit Stahlwerken bei Bruckhausen und Beeck, Autobahnbrücke A42

Rheinbrücken bei Moers

Autobahn- und Eisenbahnbrücke im Sonnenuntergang

Grubenlampe in der Dämmerung

Noch unbeleuchtete Skulptur im Abendrot

Da die Halde Rheinpreußen die einzige Landmarke "mit Haken" im Ruhrgebiet aufweist, bietet es sich an, ganz besondere Fotos zu machen. Sicherlich kennen auch Sie die berühmten Bilder vom Schiefen Turm von Pisa, auf denen es so aussieht, als ob Menschen den Turm vor dem Kippen bewahren würden. Hier lassen sich ähnliche Effekte anstellen. Positioniert man sich geschickt, so kann der Fotografierte die Grubenlampe am Griff in die Hand nehmen (und mithilfe digitaler Bildbearbeitung schweben lassen).

Fazit und Tipp des Webmasters: Die Halde ist durch die gute Aussicht auf das Rheintal und wegen der vielleicht schönsten Landmarke im Ruhrgebiet ein lohnenswertes Ziel. Kombiniert werden kann der Besuch mit zwei weiteren Halden in der Umgebung, der ebenfalls sehenswerten Halde Norddeutschland und der etwas kleineren Halde Pattberg. In Moers ist ein Schloss zu entdecken. Nicht weit entfernt sind auch der Landschaftspark Duisburg-Nord, der Innenhafen oder der Zoo in Duisburg.

 

Informationen zum Besuch der Halde Rheinpreußen:

Die Halde Rheinpreußen ist entgegen manch verteilter Angaben Tag und Nacht frei zugänglich und wird nicht durch ein Tor verschlossen. Das Geleucht kann von außen ständig frei besichtigt werden und ist zu bestimmten Zeiten als Aussichtsplattform geöffnet: April bis Oktober je Mi, Do, Sa und So 14.00-18.00 Uhr, November bis März je Sa und So 13.00-16.00 Uhr. Sonderöffnungszeiten können mit der Stadtinformation vereinbart werden. Der Eintritt ist frei.Karte Halde Rheinpreußen

Die Beleuchtung (Geleucht und Böschung) wird täglich nach Einsetzen der Dämmerung eingeschaltet und erlischt von April bis Oktober um 23.00 Uhr, von November bis März um 21.00 Uhr. Es wird dringend empfohlen, eine eigene Taschenlampe für den Aufstieg mitzubringen, um den Weg außerhalb der Beleuchtungsbereiche zu sehen und von nächtlichen Fahrradfahrern gesehen zu werden. Bei eingeschalteter Beleuchtung kann man sich auf dem Gipfel (der allerdings im sonst weitgehend unbeleuchteten Dunkel der Halde erst erreicht bzw. auch verlassen werden muss!) prima ohne Hilfsmittel orientieren.

Zum Fotografieren des Geleuchts und Industrie-Panoramas bei Nacht ist ein Stativ empfehlenswert. Es sollte stabil stehen und auch die ein oder andere kräftige Windböe wackelfrei überstehen können.

Als eine der wenigen Halden im Revier kann Halde Rheinpreußen befahren werden. Der Parkplatz erstreckt sich am Rand dieses Weges bis etwa zur halben Höhe, wo die Straße auf einem Wendehammer endet. Von dort ist es nur ein kurzer Fußweg bis zum Gipfel.

 

Anreise mit dem Auto (empfohlen):
Auf der A42 bis zur Ausfahrt 3 Duisburg-Baerl. Aus Richtung Duisburg rechts, aus Richtung Kamp-Lintfort links abbiegen auf die Rheindeichstraße. An der nächsten Kreuzung links in die Grafschafter Straße. Nach 400 Metern rechts abbiegen in die Voßbuschstraße. Diese geht in die Gutenbergstraße über. Kurz vor dem Kreisverkehr nach ca. 2 Kilometern scharf rechts abbiegen in die Auffahrt zur Halde.

Alternativ auf der A42 bis zur Ausfahrt 2 Moers-Nord, dort aus allen Richtungen rechts abbiegen auf die Rheinberger Straße Richtung Moers. An der nächsten Ampel links in die Verbandstraße fahren und direkt an der nächsten Kreuzung rechts in die Römerstraße. Nach 1,7 Kilometern im Kreisverkehr die dritte Ausfahrt in die Gutenbergstraße wählen und sofort (!) dahinter schräg links dem Hinweisschild folgend bergauf auf die Halde fahren. Hier kann man am Rand parken. Die Straße führt nach ca. 350 Metern als nicht befahrbarer Fußweg bergauf direkt zum Geleucht.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Römerstraße, Kreuzung Gutenbergstraße in Moers

Geographische Koordinaten:
51°28'31.06"N, 6°38'48.96"E – Zugang zur Halde
51°28'44.32"N, 6°39'02.32"E – Geleucht
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32): 336860 m, 5705708 m – Geleucht

Anreise mit Bus und Bahn: Mit der RB31 von Duisburg Hauptbahnhof nach Rheinberg von dort mit der Buslinie 913 bis nach Duisburg-Kastellstraße. Dort zu Fuß durch die Kastellstraße und durch den Wald von hinten auf die Halde. Zunächst hinter dem kleinen See links in die Jakob-Schroer-Straße, ein kurzes Stück rechts auf die Gutenbergstraße und sofort rechts in den Rehwinkel. Diesem Weg geradeaus folgen. Dort, wo dieser eine scharfe Rechtskurve macht, befindet sich geradeaus ein Haldenzugang.

Alternativ von Moers mit der Linie 4 Richtung Repelen bis Chemische Werke oder Waldsee. Von den Chemischen Werken entlang der Fahrtrichtung zum Kreisverkehr und dann schräg rechts auf die Halde, von der Haltestelle Waldsee entweder zurück Richtung Kreisverkehr und die genannte Auffahrt oder nördlich der Halde bis zum See und dort den Nordzugang am Clubhaus nutzen.

Achtung: Vor Nachtbesuchen unbedingt für die Rückfahrt prüfen, ob überhaupt noch Busse fahren!

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Die NiederRheinroute führt an der Halde vorbei. In Höhe der Autobahnbrücke bei Baerl ist ein Abstecher vom Rhein-Radweg (Erlebnisweg Rheinschiene) möglich.

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress ist die Halde dargestellt. In der Rad- und Wanderkarte "Niederrhein, Krefeld - Moers - Straelen" im Maßstab 1:50.000 liegt sie im Planquadrat B7. Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite beim Verlag – Karten werden versandkostenfrei versendet. Für Webseite und Verkauf ist der Verlag verantwortlich.

Rad- und Wanderkarte Niederrhein - Krefeld, Moers, Straelen   Radwanderkarte Ruhrgebiet  

Quelle und weitere Informationen:

Route Industriekultur (Halde Rheinpreußen): www.route-industriekultur.ruhr
Internetseite über die Landmarke: www.das-geleucht.de
Zeche Rheinpreußen: www.foerdergerueste.de
Internetsete der Stadt zum Geleucht:

www.moers.de

Industriekultur im Ruhrgebiet

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Halden Ausflugsziele

Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 11 / 2016
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr