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Halde Monopol am Schacht Grillo in Kamen

Folgt man in Kamen dem Hinweisschild »TechnoPark«, so erwartet den Musikinteressierten am Ende der Herbert-Wehner-Straße keine Großraumdiskothek. Nein, mit dem Musikstil hat das Gelände nichts zu tun, denn es handelt sich hier um einen Technologie- und Gründerpark auf dem Grund und Boden der ehemaligen Zeche Monopol bzw. deren Schachtanlage Grillo.

Die Zeche Monopol bestand aus drei wesentlichen Schachtanlagen, Grillo I / II in Kamen sowie Grimberg I / II und Grimberg III / IV jeweils in der Nachbarstadt Bergkamen. Den Anfang bildete die Schachtanlage Grillo in Kamen, deren Betrieb mit Schacht I im Jahre 1879 begann. 1891 lief die Förderung der Schachtanlage Grimberg in Bergkamen an. Im Jahre 1998 wurde die Zeche Monopol mit den benachbarten Zechen Haus Aden und Heinrich Robert zum Bergwerk Ost zusammengefasst, das allerdings zwölf Jahre danach ebenfalls die Pforten schloss. Bereits 1981 erfolgte die Stilllegung der Schachtanlage Grillo in Kamen. Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA Emscher Park entwickelte man Konzepte für eine Neunutzung des Geländes. Unter dem Motto »Wohnen, Arbeiten und Freizeit« entstand ein getrenntes Wohn- und Gewerbegebiet am Rande der Innenstadt von Kamen direkt an der Seseke. Im Osten befindet sich das Wohngebiet Seseke-Aue. Im TechnoPark siedeln sich immer noch nach und nach Gewerbebetriebe an. In der Mitte befinden sich die Überreste der Zeche mit dem denkmalgeschützten Fördergerüst über Schacht I, Werkstatt und Fördermaschinenhalle. Derzeit sind sie noch weitestgehend unzugänglich. Für die Zukunft sind allerdings einige Nutzungsvorschläge in Arbeit. Mangels Investoren wurde 2016 ein Maschinenhaus abgerissen.

Zeche Monopol / Grillo in Kamen

Förderturm Grillo I im TechnoPark in Kamen

Im Süden des Geländes erstreckt sich über etwa 750 Meter Länge von Ost nach West ein schmaler, etwa 6,5 ha großer Höhenzug entlang der Seseke. Belegt ist der Standort in Topographischen Karten um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert bereits als Bergehalde – damals noch mit anderem begrenzenden Verlauf des Baches. Es ist allerdings durchaus möglich, dass ein Teil dieser Höhe beim Abräumen des Geländes Ende der 1980er Jahre als Deponie kontaminierten Bodens entstanden ist bzw. Bergematerial abgetragen wurde. Der höchste Punkt liegt heute auf 68 Metern über dem Meeresspiegel und etwa sechs Meter über der Umgebung. Er ist grob markiert durch eine Skulptur aus mehreren blau angestrichenen Holzpfosten. Ein Weg überquert die Halde, ein weiterer verläuft im Norden parallel, sodass eine kleine Runde gelaufen werden kann. Dazu führen Pfade mehr oder weniger ausgetreten durch den jungen, wuchernden Birkenwald und erreichen auch stellenweise die deutlich härtere Südflanke der Halde. Von hier lässt sich der Zusammenfluss von Seseke, einem inzwischen zu großen Teilen renaturierten und ehemals stark begradigten und kanalisierten Bach, und dem ebenfalls renaturierten und ursprünglich abwasserbelasteten Körner Bach (auch genannt die Körne) beobachten, dessen Mündung durch die Skulptur »Pixelröhre« markiert ist. Der bewaldete nördliche Haldenkörper ist versehen mit zahlreichen Steinen, die hier und dort zu Mustern (z.B. eine Schneckenhausform) zusammengelegt sind. Neben der blau angestrichenen Holzpfosten-Skulptur befinden sich im westlichen Teil rostige Relikte aus dem Bergbau am Wegesrand und im Gras der Halde.

Zeche Monopol in Kamen

Schacht Grillo der Zeche Monopol in Kamen - heute TechnoPark

Halde Monopol Kamen

Benachbarte Halde Monopol mit dichtem Birkenwald

Halde Monopol

Der Rundweg führt vorbei an einer blauen Holzskulptur

Böschung Halde Monopol

Unterhalb der Halde verläuft die Seseke

Steinkreis

Höherer Haldenbereich, davor schneckenförmige Steinreihe

Skulptur auf der Halde Monopol

blaue Holzskulptur

Technopark Kamen

Rostige Hilfsmittel aus dem Bergbau an einer Wegkreuzung

Steinpfad auf der Halde

Steinpfade auf der Halde Monopol

Kunst im Gras

Westlicher Haldenteil

Schacht Grillo

Westliche Halde, hinten Schacht Grillo I

Birkenwald

Dichte Bewaldung durch junge Birken

Halde Monopol

Östlicher Haldenteil

Monopolhalde Förderturm Schacht Grillo

Fazit und Tipp des Webmasters: Ein Besuch der Halde und des Förderturms lohnt bei einer Fahrradtour auf dem Seseke-Weg oder entlang der Körne. Abgesehen vom Förderturm als Denkmal ist ein Spaziergang über die Halde (und durch ein Gewerbegebiet!) sonst vor allem für Anwohner interessant. In der Nähe befindet sich die wesentlich sehenswertere Halde Großes Holz in Bergkamen. In Oberaden führt der Archäologische Lehrpfad durch das alte Römerlager. In Unna lädt das Zentrum für Internationale Lichtkunst ein zu einer Führung durch die Kellergewölbe der Lindenbrauerei.

 

Informationen zum Besuch des TechnoParks Kamen:

Vereinzelt befinden sich auf der parkähnlich aufgebauten Halde Sitzgelegenheiten. Gastronomie oder sanitäre Einrichtungen gibt es entlang der naheliegenden B61 sowie in der Innenstadt von Kamen.

Anreise zur Halde Monopol (Kamen) mit dem Auto: Auf der A2 bis zur Ausfahrt 15 Kamen / Bergkamen. Aus beiden Fahrtrichtungen links abbiegen auf die B61 Richtung Kamen. Knapp einen Kilometer hinter dem Ortseingang Kamen rechts abbiegen (gegenüber des Lebensmittel-Discounters) in die Herbert-Wehner-Straße. Hinter der Insel links fahren und den Parkplatz auf der linken Seite nutzen. Von hier aus südlich über den Fußweg direkt zur Halde.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Herbert-Wehner-Straße in 59174 Kamen

Geographische Koordinaten:
51°35'20.43"N, 7°38'43.01"E – Parkplatz
51°35'16.30"N, 7°38'55.49"E – Steinschnecke
51°35'22.42"N, 7°38'53.32"E – Förderturm
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
406150 m, 5716197 m – Parkplatz

406388 m, 5716065 m – Steinschnecke
406350 m, 5716255 m – Förderturm

Anreise mit Bus und Bahn: Von Dortmund Hauptbahnhof oder Hamm mit den Zügen der Regionalexpress-Linien RE 1, 3, 6 oder 11 bis Kamen. Vom Bahnhofsgebäude geradeaus über den Platz bis zur Westicker Straße. Nächste rechts in die Straße Am Schwimmbad. Hinter dem Freibad links in die Wilhelm-Bläser-Straße. Die Zweite – Eilater Weg – rechts, über die Seseke und dann links bis zur Halde.

Hinweis: Kamen ist die letzte Station im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und aus Richtung Dortmund mit günstigen Tickets zu erreichen.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Das Gelände der Zeche Monopol wird durch die Deutsche Fußballroute NRW, den Emscher-Park-Radweg, den Seseke-Weg und das Radnetz RadKreis Unna erschlossen. Unweit des Geländes beginnt der Radweg entlang der Körne.

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress ist das Gelände dargestellt. In der Rad- und Wanderkarte "Dortmund und Umgebung" im Maßstab 1:50.000 liegt es im Planquadrat B7. Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite beim Verlag – Karten werden versandkostenfrei versendet. Für Webseite und Verkauf ist der Verlag verantwortlich.

Rad- und Wanderkarte Dortmund und Umgebung   Radwanderkarte Ruhrgebiet  

Quellen und weitere Informationen:

Die Identifikation und Lokalisierung der Halde Monopol wurde endgültig durch historische Topographische Karten im Maßstab 1:25.000 (TK25) von 1907, also etwa 18 Jahre nach Aufnahme der Kohleförderung, belegt. Eindrücke von der Halde basieren auf einem eigenen Besuch. Die maximale Höhe über dem Meeresspiegel ist der aktuellen Deutschen Grundkarte DGK5 entnommen, die relative Höhe durch Mittelung der Umgebung und Subtraktion vom Höchstwert ermittelt. Konzeptionelle Entwicklungen und historische Angaben sind den im Folgenden aufgeführten Internetseiten entnommen:

Technopark Kamen: www.technopark-kamen.de
Route Industriekultur: www.route-industriekultur.de
Förderverein: www.monopol2000.de
Industriekultur im Ruhrgebiet Halden Ausflugsziele Halden Ausflugsziele

Weitere Bergehalden sind von der Übersichtsseite zu diesem Thema auswählbar. Hier ist neben einer Einführung in die Thematik der Halden, Typen und Generationen auch eine Übersichtskarte zu finden.

Auf der Auswahlseite zur Industriekultur finden Sie weitere Artikel dieser Art zu anderen ausgesuchten und sehenswerten Zielen im Ruhrgebiet. Betrachtet werden Gebäude oder Gelände wie Zechen, Museen oder technische Besonderheiten.

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 10 / 2016
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr