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Halden Constantin der Große in Bochum und Herne

Benannt nach Flavius Valerius Constantinus, dem römischen Kaiser Konstantin der Große, wurde 1847 die Zeche in Bochum und Herne gegründet. Im Jahr 1850 teufte man den ersten von später zwölf Schächten auf acht Schachtanlagen in Bochum. Geschlossen wurde die Zeche 1967. Zu den wenigen erhaltenen Überresten zählt eine Bergehalde der Zeche, einige andere existieren heute nicht mehr.

 

Halde Constantin der Große IV / V

Der Schacht IV wurde im Jahr 1893 geteuft und zwei Jahre später in Betrieb genommen. Er bildete mit dem später entstandenen Schacht V eine Schachtanlage in der Herner Mark südlich von Herne-Sodingen an der Stadtgrenze zu Bochum – unmittelbar benachbart zur Siedlung Constantin. Bereits 1955 wurde die Förderung auf der Schachtanlage IV / V eingestellt und 1967 zusammen mit der übrigen Zeche stillgelegt. es erfolgte der Abriss der Anlagen.

Im Jahr 1984 wurde das Gelände durch den damaligen Kommunalverband Ruhr (heute RVR) erworben und in den Folgejahren renaturiert und zu einer öffentlichen Erholungs- und Grünanlage umgebaut. Die Lage der Schächte lässt sich noch heute anhand der Protegohauben in der Landschaft erkennen. In der folgenden Abbildung ist die selbe Situation in den 1950er Jahren und heute dargestellt. Klicken Sie auf die Abbildung, um zwischen den Jahrgängen hin und her zu schalten. Deutlich erkennbar ist die alte Zeche mit der markierten Bergehalde, die sich durch Schüttkegel charakterisiert. Gerade einmal 60 Jahre später ist der Landstrich grün und dicht bewaldet, die Halde lässt sich von oben nicht mehr identifizieren. Von der Zeche ist auch fast nichts mehr vorhanden – das kleine Tal wirkt natürlich, als wäre hier nie etwas anderes gewesen.

 Historische Ansichten Zeche Constantin in Herne

Spektakulär ist der in den Achtzigerjahren angelegte Park Constantin wahrlich nicht. Ein Weg führt von Nordost nach Südwest vorbei an Wiesen und aufgeforsteten Wäldern. Hier und dort bilden Holzbänke mit der Aufschrift "Kommunalverband Rhein-Ruhr – Ruhrgrün" ein Relikt des Umbaus durch den KVR. Der größte Überrest der Zeche jedoch ist die Bergehalde, die sich mit einer Größe von ca. 4 ha im Südosten anschließt und durch eine scharfe Böschungskante zum Park abhebt. Ein Weg führt vom Hundeübungsplatz aus über die Halde. Bemerkenswert dabei ist der rapide Wechsel der Vegetation von diversen Laubbäumen zu nahezu ausschließlich Birken. Die maximale Höhe der Halde beträgt 106,2 Meter über dem Meeresspiegel. Etwa sechs Meter hoch erhebt sich die Böschung zum Park, das umgebende Gelände ist allerdings von Nord nach Süd ansteigend. Verschiedene Literaturquellen sprechen von einem Verteilen eines Teils des Bergematerials zwecks Geländemodellierung im Park.

Die ausschweifende Erkundung der Halde im Constantin Wald ist zwar möglich, aber verboten. Es handelt sich um das Landschaftsschutzgebiet Düngelbruch. Schilder drohen bei Verlassen der Wege Strafzahlungen bis 50.000 Euro an. Ein Trampelpfad führt stellenweise an der Haldenkante entlang, bis zu einer Art Aussichtspunkt, verliert sich dann aber im Grün.

Park Constantin in Herne

Naturschutzgebiet Park Constantin in Herne

Ruhr Grün

Ruhr-grün: Grünzug an der Stadtgrenze zu Bochum

Halde

Böschung der alten Bergehalde Constantin IV / V

Halde Constantin

Vegetationswechsel am Haldenrand

Halde Constantin

Birkenwald auf dem Gipfelplateau der Halde

Halde mit Birken

Böschung zum Park von oben gesehen

Fazit und Tipp des Webmasters: In der Nähe befindet sich die ehemalige Zeche Mont-Cenis mit dem Stadtteilpark Sodingen. Nicht weit entfernt sind die Halde Lothringen und die Hiltroper Höhe. Auch das LWL-Museum für Archäologie ist rasch vom Constantinpark erreicht.

Anreise mit dem Auto: Auf der A43 Wuppertal-Münster bis zur Ausfahrt 17 Bochum-Gerthe. Aus Richtung Bochum rechts, aus Richtung Münster links abbiegen auf den Castroper Hellweg (L654). An der nächsten Kreuzung links abbiegen in die Dietrich-Benking-Straße. Im ersten Kreisverkehr geradeaus, im zweiten rechts (vorbei an der Hiltroper Höhe). Danach im Kreisverkehr rechts. An der Ampel weiter geradeaus. Von hier aus 1,6 km weiter, bis links die Constantinstraße kurz hinter der Stadtgrenze Herne abzweigt. Nach 200 m links kann das Auto auf dem kleinen Parkplatz abgestellt werden.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Constantinstraße, Nähe Kreuzung Wiescherstraße in 44625 Herne (Achtung – Stadtgrenze!)

Geographische Koordinaten:
51°31'28.56"N, 7°14'38.38"E – Parkplatz
51°31'25.76"N, 7°14'41.47"E – Haldenböschung
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
378180 m, 5709626 m – StParkplatzart

378238 m, 5709538 m – Haldenböschung

Anreise mit Bus und Bahn: Mit den Zügen der Linie RE 3, RB 43 oder S2 bis Herne, von Bochum Hbf. mit der U-Bahn U35 bis Archäologisches Museum / Kreuzkirche. Jeweils Umsteigen in den Bus der Linie 333 Richtung Hiltrop Kirche. Mit dem Bus fahren bis zur Kronenstraße (Fahrzeit 5 bzw. vom Bahnhof 10 Minuten, eine Haltestelle davor zum Bereitmachen: Friedhof / Wiescherstraße). Der Wiescherstraße in Fahrtrichtung ein Stückchen folgen und rechts in die Constantinstraße abbiegen bis zum Park, der nach 200m erreicht ist.

 

Halden Constantin der Große I / II / II a

Unweit der Autobahn-Anschlussstelle „Bochum-Zentrum“ an der A40 liegen die Anfänge der Zeche Constantin der Große. An der Herner Straße ging 1854 der erste Schacht in Betrieb. Auf der anderen Straßenseite entstanden wenig später Schacht II, der Schacht IIa und ein Wetterschacht.
Nahezu das gesamte Areal ist heute, nach Stilllegung der Zeche, verändert. Der Teil mit dem Schacht I auf der östlichen Seite der Herner Straße wurde zu einer Grünanlage. Die angrenzende Bergehalde, in der Grafik aus den 1950er Jahren 2,3 ha groß, wurde vermutlich in den 1960er Jahren abgetragen. Die Vierhausstraße durchschneidet sie heute. Auf der anderen Straßenseite sind wenige Gebäude der Zeche mit den Schächten II und IIa erhalten. Allerdings sind hier sowohl ein Gewerbegebiet und die Betriebswerkstatt der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen (BOGESTRA) entstanden. Auch in diesem Teil ist die 3,5 ha große zweite Bergehalde in den 1960ern abgetragen worden.

In der folgenden Abbildung ist die Situation in den 1950er Jahren mit ausgedehnten Haldenflächen dargestellt. Auch die beiden Schachtanlagen rechts und links der Herner Straße sind zu erkennen. Mit Klick auf die Abbildung wird das Luftbild durch ein lagegleiches aus der heutigen Zeit ausgetauscht. So lässt sich die Situation gut mit der von Früher vergleichen. Dadurch wird auch die Lage der ehemalgien Bergehalden deutlich.

 Historische Ansichten Zeche Constantin in Herne

Anreise mit dem Auto: Auf der A40 bis zur Ausfahrt 35 Bochum-Zentrum. Aus Richtung Dortmund die erste Abfahrt, aus Richtung Duisburg die zweite Abfahrt nehmen. Dann auf die Herner Straße Richtung Riemke abbiegen. An der nächsten Ampel befindet sich die ehemalige Zeche Constantin – rechts mit Schacht I und dem Park, links mit dem Gewerbegebiet auf den Schächten II und II a.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Herner Straße, Nähe Kreuzung Hiltoper Straße in Bochum

Anreise mit Bus und Bahn: Von Bochum Hbf. mit der U35 Richtung Riemke und Herne bis Zeche Constantin.

 

Halde Constantin der Große VIII / IX

Historischen Luftbildern zufolge handelt es sich bei diesem Beispiel nicht um eine Bergehalde, sondern um ein nach dem Zechenbetrieb produziertes Landschaftsbauwerk. Der ursprüngliche Artikel-Teil wurde daher vorübergehend entfernt. Nach weiterer Forschung wird die Dokumentation an dieser Stelle wieder ergänzt.

Quellen und weitere Informationen:

Geschichte der Zeche Constantin: www.foerdergerueste.de
Geschichte der Zeche Constantin: www.herne.de
Zu den Halden im Ruhrgebiet Auf der Themen-Auswahlseite finden Sie weitere Dokumentationen dieser Art zu anderen Halden im Ruhrgebiet. Hier ist neben einer Einführung in die Thematik der Bergehalden, Typen und Generationen sowie Landmarkenkunst auch eine Übersichtskarte zu finden.

Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 05 / 2017
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(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr